36-Jährige Philip Messner

Neuer evangelischer Pfarrer für Langstadt

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Langstadt/Schlierbach - Die Protestanten in Langstadt und Schlierbach fiebern dem Sonntag, 5. Februar, entgegen. An diesem Tag wird ihr neuer Pfarrer, Philip Messner, von Pröpstin Karin Held ordiniert.

„Hier will ich gerne Pfarrer sein“, dachte sich Philip Messner, als er zum ersten Mal in Langstadt und Schlierbach war. Die Orte gefallen ihm, er mag Fachwerk und ist angetan von den engagierten Menschen. Begeistert ist er auch von den beiden Kirchen: Die Langstädter Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut, in Schlierbach ist eine von wenigen Kirchen in Hessen, die in den 1930er Jahren errichtet wurden. Seit Jahresbeginn ist der 36-Jährige der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden von Langstadt und Schlierbach, die pfarramtlich miteinander verbunden sind. Es ist seine erste Pfarrstelle. Bis er im Pfarrhaus in Langstadt einziehen kann, wird es sicher Mai, denn es wird erst einmal energetisch saniert. Derweil hat ihm die Kirchengemeinde eine Wohnung angemietet, nur wenige Schritte entfernt. Messner will erst einmal ankommen, Gespräche führen, die Menschen kennenlernen, Kontakte zu den Vereinen knüpfen. Ein Grußwort für die Festschrift zum 750-jährigen Bestehen Langstadts und die Feier des Festgottesdienstes hat er schon zugesagt.

Studiert hat Messner in Marburg und Frankfurt. Der frühere Kirchenpräsident Peter Steinacker, der eine Gastprofessur in Marburg hatte, habe ihn sehr geprägt. „Er hat es verstanden, den Glauben auf eine existenzielle Weise zu vermitteln, als ein Mensch, der ringt“, sagt der junge Pfarrer. Paul Tillich ist der zweite Theologe, der ihn nachhaltig beeindruckt hat, weil er offen für andere Wissenschaften gewesen sei mit einer „großen Breite und Tiefe in seinem Denken“. Sein Vikariat, also die praktische Ausbildung zum Pfarrer, absolvierte Messner im Kirchspiel Kirchbrombach im Odenwald, sein Spezialvikariat im Kloster Höchst. Während des Studiums machte er eine Ausbildung zum Jugendseelsorger, er jobbte im Fitnessstudio, in der telefonischen Kundenberatung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes und in der Unibibliothek. „Von daher kann ich mich ganz gut auf unterschiedliche Menschen einstellen.“

Kommunion und Konfirmation: Bilder aus der Region

Religion und Philosophie haben ihn schon immer interessiert, als Jugendlicher war er in der Kirchengemeinde aktiv. So kam Messner auf die Idee, Theologie zu studieren. Es sei ein „sehr vielseitiger Beruf“. Dass er dafür Hebräisch, Latein und Griechisch brauchte, kam ihm ganz gelegen. Er machte sein Abitur auf einem humanistischen Gymnasium in Königstein im Taunus und lernte Latein schon ab der fünften Klasse, in der neunten kam dann noch Altgriechisch dazu. Der 36-Jährige möchte schöne Gottesdienste feiern – mit verständlichen, anschaulichen und auf den Alltag bezogenen Predigten. „Die Bibel ist ein unglaublich spannendes Buch, da sind gute Geschichten drin“, sagt er. Ein Bibel-Lesekreis schwebt ihm vor, in dem sich Menschen einmal in der Woche treffen und gemeinsam einen Predigttext erarbeiten. Mit Blick auf „500 Jahre Reformation“ soll es im zweiten Halbjahr einen unterhaltsamen Musikabend geben mit Liedern der Reformation, die zum Teil Tanz- und Liebeslieder waren.

Messner liest – aktuell die Biografie einer englischen Historikerin über Martin Luther – und singt gerne. Er mag die Schriften von Martin Luther, sie seien eingängig und verständlich. Luther sei eine beeindruckende Persönlichkeit, rau und von derber Sprache. Vom Typ her stehe ihm Philipp Melanchthon näher. „Ich bin eher jemand, der ausgleichend wirken möchte und vermittelnd.“ Regelmäßig Sport treiben ist ihm wichtig. Zudem hat er ein Faible für Filme und verpasst nur selten den „Tatort“ am Sonntag. Philip Messner wird am Sonntag, 5. Februar, 14 Uhr, in der evangelischen Kirche Langstadt von Pröpstin Karin Held ordiniert. (nkö)

Quelle: op-online.de

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