Polizei im Dauereinsatz

Dieburg (st) ‐ Schlägereien und Probleme mit betrunkenen Jugendlichen: Beim Schlossgartenfest hatte die Polizei gut zu tun. Nach einer ersten Bilanz sagte der stellvertretende Leiter der Polizeistation Dieburg, Polizeihauptkommissar Klaus Küchler: „Die Schwerpunkte lagen insbesondere in den Nächten zum Samstag und Sonntag.

Auffällig im Vergleich zum Vorjahr war, dass vier Personen die Nacht zur Ausnüchterung im Polizeigewahrsam verbringen mussten. Ein 28-Jähriger kam nach Drogenkonsum in eine Klinik. Ein 19-Jähriger wurde stark alkoholisiert seiner Mutter übergeben.“

Überhaupt gab es viele betrunkene Jugendliche. Bei Festplatzkontrollen sah die Polizei bei dieser Altersgruppe besonders genau hin. 16 Mal mussten die Beamten bei Schlägereien eingreifen. Signifikant: Alle Kloppereien waren gegen Mitternacht oder später. „Die offene Präsenz der Polizei hat sich dabei bewährt“, ist sich Küchler sicher. Die Ursachen der Auseinandersetzungen waren nach Polizeiangaben sehr vielfältig. „Alkoholkonsum spielte dabei eine nicht unwesentliche Rolle,“ so Küchler. Beispielhaft gewährt der Beamte einen Blick in die Aufzeichnungen seiner Mitarbeiter:

  • Freitag, 23.34 Uhr: Ein 18-Jähriger wird eigenen Angaben zufolge von mehreren Tätern vor dem Riesenrad zusammengeschlagen. Der junge Mann wird ins Kreiskrankenhaus eingeliefert.

23.55 Uhr: Ein alkoholisierter 16-Jähriger gerät an der Bushaltestelle an der Post in Streit mit seiner 17-jährigen Freundin und tritt ihr in die Kniekehle. Die Verletzte lehnt den Transport ins Krankenhaus ab. Den 17-Jährigen erwartet eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.

  • Samstag, kurz nach Mitternacht:

00.15 Uhr: Ein 18-Jähriger wird in der Goethestraße von einem etwa Gleichaltrigen bedroht und aufgefordert, sein Bargeld herauszugeben. Als er sich weigert, wird er von den zwei Begleitern des Mannes zusammengeschlagen. Die Täter flüchten. Der Vorfall wird erst tagsüber zur Anzeige gebracht.

2.30 Uhr: Ein 19-Jähriger aus Reinheim wird bei einer Kontrolle mit einem Schlagring auf dem Fest erwischt. Gegen ihn wird Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet.

  • Sonntag, 1.12 Uhr: Ein alkoholisierter 19-Jähriger schlägt zwei Männern grundlos mit der Faust ins Gesicht. Als er festgenommen werden soll, wehrt er sich. Gegen ihn wurde Strafanzeige wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte erstattet.

2.50 Uhr: Mehrere Jugendliche versuchen in der Konrad-Adenauer-Straße die Außenspiegel von Autos abzutreten, können unerkannt entkommen. Bisher wurden zwei Anzeigen wegen Sachbeschädigung erstattet.

4.18 Uhr: Zwei 18-jährige Klassenkameradinnen geraten am Autoscooter in Streit. Aus den Beleidigungen entwickelt sich eine handfeste Auseinandersetzung. Beide wollen keine Anzeige erstatten.

  • Montag, 00.05 Uhr: Eine 21-Jährige verschwindet zunächst spurlos aus einer Gruppe Gleichaltriger. In Nähe der Post wird sie schließlich alkoholisiert von der Polizei aufgefunden und von den benachrichtigten Eltern vor Ort abgeholt.

1.30 Uhr: Eine Schlägerei im Festzelt wird gemeldet. Zwei Tatverdächtige können ermittelt werden. Sie erhalten eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Soweit der Auszug aus den Protokollen. Die Polizei will das Fest mit dem Veranstalter und der Stadt Dieburg nachbereiten. Dabei soll auch thematisiert werden, dass im Umfeld der Fahrgeschäfte viele Besucher einfach ihre ausgetrunken Biergläser auf die Erde warfen. Die Gläser können im Gedränge schnell zu einer Stolperfalle werden und zu Verletzungen führen.

Es gibt aber auch Erfreuliches zu berichten: Von 200 kontrollierten Autofahrern ließen 34 einen Atemalkohol- und sieben einen Drogentest über sich ergehen. Nur ein Autofahrer musste zur Blutentnahme. Er wird angezeigt. Es kam somit auch zu keinen alkoholbedingten oder durch andere Drogen verursachten Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit dem Schlossgartenfest. „Sicher ein Erfolg der offenen Präsenz und unserer Kontrollen“, sagte Küchler.

Quelle: op-online.de

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