Pornodreh am Bahnhof: Abmahnung geschickt

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Die ehemalige Bahnmeisterei dient offensichtlich als Produktionsstätte für Erotik-Streifen und wird im Internet entsprechend beworben.

Babenhausen ‐ Die ehemalige Bahnmeisterei dient offenbar als Drehort für Pornofilme und private Sexpartys. Von Stefan Scharkopf

Das wäre zunächst nichts Verbotenes, wenn es nicht gegen den Mietvertrag verstieße, den die DB Immobilien mit dem Mieter abgeschlossen hat. Und der lautet offiziell auf Nutzung als Lager. Die DB hat mittlerweile reagiert und ihrem Mieter eine Abmahnung geschickt. Das Gebäude wirkt von außen etwas heruntergekommen, ist mit Graffiti beschmiert und die Fenster sind im Erdgeschoss mit Holzplatten verkleidet.

Angesprochen von Unternehmern und aufgeschreckt von Gerüchten über Prostitution haben die Grünen nachgeforscht und einschlägiges Material auf Internetseiten gefunden. Sie befürchten nun eine Abwertung des Bahnhofsumfelds.

Porno-Business soll sich in Babenhausen nicht ausbreiten, sagen die Grünen

In der Pflicht sieht die Partei nun die DB Immobilien, die es nicht weiter zulassen dürfe, dass der Bahnhof als Eintrittsort in die Stadt weiter herunterkomme und verfalle. Auch die Stadt müsse alles tun, „damit sich Prostitution und Porno-Business im Kernbereich der Stadt nicht wieder ausbreiten können“, wie die Partei formuliert.

Keine Beschwerden von Anwohnern

Die Bahnmeisterei war auch Thema im Magistrat. Die Stadt hat der DB Immobilien als Besitzerin des Geländes einen Brief geschrieben und über die Vorgänge informiert. Aus Sicht der Stadt handelt es sich um einen privaten Vertrag zwischen der DB und dem Mieter. „Es gab keinerlei Beschwerden von den umliegenden Anwohnern und das, was dort vor sich geht, wird von der Bevölkerung oft gar nicht wahrgenommen“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin.

„Wir brauchen ein solches Etablissement am Bahnhof natürlich nicht, aber dadurch, dass die Grünen jetzt an die Öffentlichkeit gegangen sind, wird sogar noch zusätzlich auf die Vorgänge dort aufmerksam gemacht. Wir haben keine Handlungsmöglichkeit, haben aber das getan, was wir tun können und die DB informiert“, so Coutandin.

„Klinik“ und „Folterkeller“

Inzwischen hat die DB Immobilien reagiert und am 22. Oktober den Mieter angeschrieben. Laut Bahn-Sprecher Hartmut Lange besteht das Mietverhältnis seit Anfang 2008. Das Gebäude sollte als Lagerraum dienen. Treffen die Porno-Vorwürfe zu, sei die Nutzung nicht vertragsgemäß. Die Zuschrift der DB an den Mieter komme einer Abmahnung gleich. Dieser hat die Möglichkeit, sich in den nächsten Tagen zu äußern. Kommt er dem nicht nach, droht die Kündigung.

Wie die Grünen herausgefunden haben, soll es seit mindestens Anfang 2009 in etwa vierwöchigem Abstand im Internet beworbene Sextreffen geben, „deren vertragliches Ziel sei es, die Männer als zahlende Kunden für Porno-Drehs zu gewinnen“. Auf entsprechenden Internetseiten wird mit der Möglichkeit geworben, in den Räumen wie „Klinik“ und „Folterkeller“ eigene Filme in Zusammenarbeit mit dem Studio zu drehen.

Quelle: op-online.de

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