SAV veranstaltet Fischerfest

Positiv verrückte Angler

Der neue Räucherofen funktioniert: Das stellten die Mitglieder des SAV zusammen mit ihren französischen Freunden fest. - Fotos (2): Just

Babenhausen - Die Mitglieder des SAV Babenhausen lieben ihr Hobby. Am Wochenende richteten sie das Fischerfest aus. Es ging über zwei Tage und war gut besucht. Von Michael Just

„Es gibt wichtigeres als Angeln. Nur was?“ fragt am Samstag der Aufdruck auf dem T-Shirt von Michael Fischer. Es passt zum Gewässerwart des SAV, der seinem Hobby besonders passioniert nachgeht. Wie Fischer ankündigt, wolle er am zweiten Tag ein anderes T-Shirt tragen. Auf dem sei dann die Evolution des Menschen zu sehen: Vom aufrechten Gang bis zum Angler.

Im Anglerheim, das links der Dudenhöfer Straße in der Nähe vom Akazienhof liegt, luden sie alle Babenhäuser für ein paar gesellige Stunden – inklusive leckerer Fischgerichte – ein. Am Samstagabend stand zur Eröffnung eine Jägermeister-Party an, die noch ein paar Besucher mehr verdient hätte. Das heiße Wetter hatte wohl die Kräfte nicht weniger Zeitgenossen zum Feiern schwinden lassen. Der Sonntag, traditionell der Haupttag, zog dann deutlich mehr Menschen zum Mittagessen an.

„Wir haben uns jüngst extra einen Räucherofen zugelegt“, erzählt der Vorsitzende Claus Schulz. So könne man auf der Speisekarte mit gebackenen und geräucherten Forellen dienen. Der Babenhäuser steht den Anglern seit drei Jahren vor. Davor war er bereits 15 Jahre der Kopf des Vorstandes, ehe er vier Jahre lang pausierte. Schulz hat den Verein finanziell wieder in die Spur gebracht – und das auch ohne dass er beruflich mit Betriebswirtschaft zu tun hat. „Ich bin Dreher. Aber man muss kalkulieren können. Außerdem hilft normales, menschliches Verhalten“, sagt er. Man könne schließlich nicht mehr Geld ausgeben, als man einnehme.

Seit fünf Jahren sind die Babenhäuser Angler nun bereits Am Viehtrieb zuhause. Damals übernahmen sie die Einrichtung der Schützen. Seitdem wurde Schritt für Schritt saniert. Im letzten Jahr baute man den ehemaligen Schießstand komplett in einen Gesellschaftsraum um. Der kann nun für Versammlungen und Feiern gemietet werden. In diesem Frühjahr folgte der Schankraum. Der wartet mit neuen Fließen, Wänden, Türen sowie neuer Holzdecke, Heizung und Elektrik auf. „Beim Renovieren haben auch die passiven Mitglieder angepackt. Die waren mit einem unglaublichen Spaß bei der Sache“, blickt Schulz zurück. Für die Zukunft stehen noch die Herrichtung der Toiletten sowie ein Nebenraum an.

In ihrem Anglerheim fühlen sich die Fischer wohl. Das ist verständlich, denn viele Jahre verfügten sie über kein eigenes Domizil. Das erwies sich vor allem für die Ausrichtung des Fischerfests als hinderlich, wenn stets reichlich Material transportiert werden musste. Das führte immer wieder zu Umzügen beim Standort des Fests. In vergangenen Tagen wurde schon an der Schulsporthalle oder an der Stadtmühle gefeiert. In der Zukunft will sich der SAV, der derzeit 115 Mitglieder zählt, vor allem mit kleineren Events bei der Babenhäuser Bevölkerung ins Gedächtnis rufen. „Wir wollen weg von den Riesenfesten“, sagt Schulz.

Das jüngste Muschelessen sei dafür ein Beispiel. Mit Flammkuchen und anderen Leckereien habe man weitere Optionen, das Vereinsheim, das am Sonntag von 10 bis 14 Uhr geöffnet ist, zu füllen.

Insgesamt möchte Schulz den Angebotsreigen aber nicht überspannen: „Jeder Verein braucht Einnahmen. Trotzdem wollen wir kein Feierverein werden.“ Einnahmen seien nur in der Menge notwendig, dass man existieren kann.

Im Fokus standen am Wochenende ganz besondere Gäste, die schon an ihren gelben Nummernschilder zu erkennen waren: Es war eine kleine Abordnung der Angelfreunde aus der Babenhäuser Partnerstadt Bouxwiller mit ihrem Vorsitzenden Jean-Michel Wormser. Im Gepäck hatten sie einen Orangen-Likör – eine Spezialität aus dem Elsass. „Wir haben hier mittlerweile eine tiefe und persönliche Freundschaft aufgebaut. Gegenseitige private Besuche sind selbstverständlich“, berichtet Schulz. Zum Weihnachtsmarkt Anfang Dezember werden die Babenhäuser Fischer wieder ins Nachbarland fahren. Dann trifft man sicherlich auf Gleichgesinnte, denn die Frage, was wichtiger als Angeln ist, können die Franzosen ebenfalls nicht beantworten.

Quelle: op-online.de

Kommentare