Posse bricht den Besucherrekord

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Spielten das Stück gekonnt und flott (von links): Chris Schwickart, David Koll, Thomas Schmidt, Johannes Radde, Sabrina Hock und Eileen Passlack.

Babenhausen - 300 Zuschauer zog es in die Stadthalle Babenhausen: Bühne frei für das alljährliche Theaterstück der Bachgauschule. „Als immer mehr Leute kamen, haben wir 40 Stühle zusätzlich aufgestellt“, berichtete Gitta Nübel-Weber, Leiterin der Bühnenbild-AG. Von Melanie Welters

So viele Zuschauer waren noch nie da“, freute sich auch ihr Mann Dr. Volker Weber, der mittlerweile seit 13 Jahren die Theater-AG der Bachgauschule leitet. Er „dankte“ dem eher durchwachsenen Sommerwetter, das bei den Besucherzahlen sicher etwas nachgeholfen hatte.

Auch die erstmalige Plakataktion hatte nicht nur Verwandte der Mitwirkenden, Ehemalige und Lehrer in Scharen zur Premiere angelockt, sondern auch Schüler anderer Schulen und theaterbegeisterte Babenhäuser.

Bereits Anfang des Schuljahres hatte der Deutschlehrer Weber wie jedes Jahr eine Komödie ausgewählt, hier und da gekürzt, modern aufgepeppt und ausgeschmückt.

In Ludwig Tiecks romantischer Posse „Der gestiefelte Kater“, angelehnt an das gleichnamige Märchen, verhilft der sprechende Kater Hinze seinem Herrn Gottlieb dazu, ein reicher Graf zu werden. Mit Geschick und Klugheit schafft er es, den bösen Zauberer Popanz zu überlisten. So gehen dessen Schloss und Ländereien in den Besitz des Grafen von Carabas alias Gottlieb über, der zum Schluss die Tochter des Königs heiratet. Tiecks Drama vereint das Volksmärchen mit einer ironischen Komödie und Gesellschaftssatire, die in flottem Tempo zwischen fiktiven und realen Abschnitten wechselt und dadurch manch komische Überraschung sorgt.

Besonders amüsanter Effekt des Stücks: Neben den Charakteren des Märchens sind auch die Rollen des Dichters und „Publikums“ von Schauspielern besetzt. Da kommt es auch schon einmal vor, dass Regiegespräche auf der Bühne geführt werden oder das Publikum mit Zwischenrufen den Dichter zur Verzweiflung bringt, der daraufhin den Besänftiger rufen muss. Dieser, gespielt vom leitenden Lehrer selbst, war ein Höhepunkt der Aufführung. In seine schwungvolle Interpretation des Fastnachts-Klassikers „Heile, heile Gänschen“ stimmten die Zuschauer sofort begeistert ein. Viel gelacht wurde auch beim „Laufenden Wald“, durch den die königliche Familie mit der Sänfte getragen wurde, der „lebendigen Kuh“, der Disputation über das Stück und der „Dekoration vom vergangenen Jahr“. Kurz entschlossen hatte man den überdimensionalen Fuß des letzten Theaterstücks wieder hervorgezaubert.

Auch die Bühnenbild-AG begeisterte erneut mit farbenfrohen Kulissen, allen voran einem riesigen Palastbild, sowie den fantasievollen, selbst genähten Kostümen und zahlreichen Requisiten, an denen das ganze Schuljahr mit viel Liebe zum Detail gewerkelt worden war.

Hoch gelobt für ihr Talent wurden in diesem Jahr der Kater, gespielt von Chris Schwickart, und David Koll als König, dessen Fans im Zuschauerraum sogar ein Plakat gemalt hatten. Vor allem der Hanswurst (Johannes Radde), der Hofgelehrte (Thomas Schmidt) und der schwäbelnde Herr Müller (Florian Kämmerer) hatten die Lacher oft auf ihrer Seite.

In weiteren Rollen waren zu sehen: Eileen Passlack (Prinzessin), Dominik Schoelzel (Popanz, Kammerdiener), Charlotte Knöll (Dichter), Melina Rademacher (Schlosser), Tina Muhl (Leutner), Julia Leutzsch (Fischer), Kevin Breitwieser (Wiesener), Venja Galler (Bötticher), Melanie Welters (Nathanael von Malsinki), Jessica Den Toom (Maschinist, Bauer), Julia Steinmann (Koch, Wirt), Marina Hartmann (Schuhmacher, Kunz), Denise Klose (Liebende), Julius Neupärtl (Liebender, Barthel), Marius Moll (Lorenz), Sonja Kabatek (Amtmann, Geschichtsschreiber), Andreas Kissig/Sabrina Schneider (Kuh).

Nach zwei Stunden bester Unterhaltung ging ein kurzweiliger Abend unter tosendem Applaus für die „Theaterleute“ vom Bachgaugymnasium zu Ende. Mit Spannung wird nun erwartet, was sich die engagierte Truppe für das nächste Jahr einfallen lässt.

Quelle: op-online.de

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