Präventionsrat nimmt Arbeit auf

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Babenhausen ‐ Gefühlte Sicherheit ist eine andere als die, die in den polizeilichen Statistiken auftaucht. Bei einer Info-Veranstaltung im Februar hatte Helmut Biegi, Leiter der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, Zahlen präsentiert. Von Stefan Scharkopf

Der Befund: Die Sicherheitslage in Babenhausen ist nicht besorgniserregend. Gab es 2008 noch 608 Delikte, waren es im vergangenen Jahr 584. Für die Größe der Stadt und ihre Lage an Schnellstraßen, sei dies zufrieden stellend. Spitzenreiter im Kreis seien nach wie vor Weiterstadt und Dieburg. Die nackten Zahlen sind die eine, das persönliche Sicherheitsempfinden die andere Seite. Besonders die Serie von Raubüberfällen im Winter hat für Ängste in der Bevölkerung gesorgt - und die lokale Politik auf den Plan gerufen.

Einstimmig hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend die Gründung eines Kommunalen Präventionsrats beschlossen. Diesem sollen maßgebliche Akteure und Betroffene, etwa Polizisten, Mitarbeiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, von Feuerwehr, Gewerbeverein, Schulen, Vereinsgremien und das Jugendforum angehören. In diesem Präventionsrat werden weitere Maßnahmen abgeklärt, ob beispielsweise das schon des Öfteren diskutierte Frühwarnsystem oder ein freiwilliger Polizeidienst eingeführt werden sollten. CDU und Grüne hatten dargelegt, dass es sich bei diesem Komplex um eine freiwillige Leistung der Stadt handelt. Vor dem Hintergrund knappen Geldes und den Auflagen der Kommunalaufsicht des Landkreises sei klar, dass sich die Vorschläge des Präventionsrats an der Kassenlage der Stadt zu orientieren haben. Einem entsprechenden Antrag von CDU/Grünen wurde zugestimmt.

Mehr Polizeipräsenz

Die Diskussion in Babenhausen habe bereits Früchte getragen, sagte CDU-Fraktionschef Friedel Sahm. Die Polizei fahre jetzt öfter Streife als früher. Der Präventionsrat müsste selbst herausfinden, was weiterhin hilfreich sein könnte. Kritisch sah Sahm den freiwilligen Polizeidienst und blickte nach Groß-Umstadt. Dort wurden die Polizeihelfer aus Kosten- und wohl auch Effektivitätsgründen wieder abgeschafft. Andrea Möbius (FDP) gab zu bedenken, dass diese Helfer bei schweren Straftaten, wie etwa Raubüberfällen, überfordert seien, weil sie nicht die richtige Ausbildung hätten. Die FDP werde weiter daran festhalten, dass die Polizei in Babenhausen mehr präsent ist.

Alle Parlamentarier stimmten den Freien Wählern zu, dass die Arbeit des Präventionsrats zunächst auf zwei Jahre befristet bleibt und nach Ablauf ein Erfahrungsbericht vorgelegt wird. Erst danach wird darüber entschieden, ob an dem Gremium festgehalten wird. Kurt Lambert sagte, dass nach einer Überfallserie die Hysterie groß sei, vieles aber nach einer gewissen Zeit wieder einschliefe. Auch um die „Wachsamen Nachbarn“ im Wohngebiet Ost sei es ruhig geworden.

Wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin aus Gesprächen mit dem Leiter der Polizeistation Dieburg, Klaus Pauls, erfahren hatte, wird der Ortspolizist, der sein Büro im Rathaus hat, ab dem 6. April seine Arbeit wieder aufnehmen. Aus Krankheitsgründen war die Stelle längere Zeit vakant.

Quelle: op-online.de

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