Präventiv gegen Sachbeschädigung

Darmstadt-Dieburg - (st) Als einen der sichersten Landkreise in Hessen bezeichnete Polizeidirektor Helmut Biegi Darmstadt-Dieburg anlässlich des zehnten Sicherheits- und Präventionsgesprächs im Landratsamt in Darmstadt-Kranichstein.

Die Kriminalstatistik für 2008 weise knapp 900 Fälle weniger auf als im Vorjahr, berichtete Biegi. Damit verzeichnet der Landkreis die niedrigsten Werte seit zwölf Jahren.

Angesichts einer stetig steigenden Aufklärungsquote - 2008 lag sie bei mehr als 54 Prozent - hatte Landrat Alfred Jakoubek denn auch viel Lob für die Polizei übrig. Allerdings, so der Landrat, dürfe die Tatsache, dass der Landkreis einer der sichersten ist, für alle Beteiligten kein Ruhekissen sein. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass das Thema Sachbeschädigungen durch Jugendliche nach wie vor auf der Tagesordnung stehe. Landrat Jakoubek regte daher an, an allen Schulen eine Kampagne zur Prävention zu starten.

„Das Thema der Vermeidung von Sachbeschädigung muss in die Köpfe kommen“, betonte der Landrat. Jakoubek appellierte gleichzeitig an die Kommunen, lokale Präventionsräte einzusetzen. Unterstützung bekam Jakoubek von Polizeipräsident Gosbert Dölger, der bestätigte, dass es auch im Polizeipräsidium Überlegungen in diese Richtung gebe. Dölger erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Bestrebungen, präventiv gegen das Koma-Saufen und gegen Amokläufe vorzugehen.

Nachdem Schulpsychologin Sabine Franz vom Staatlichen Schulamt über das Krisenmanagement an Schulen referiert hatte, widmete sich Polizeidirektor Helmut Biegi noch dem speziellen Thema Seniorenprävention. Der demografische Wandel mache sich auch in der Statistik des Polizeipräsidiums bemerkbar. Sowohl die Zahl der Opfer von Straftaten als auch die Zahl der Tatverdächtigen jenseits der 60 Jahre sei angestiegen. Dieser Entwicklung gelte es, durch eine Anpassung der Präventionsarbeit entgegen zu steuern. Biegi nannte einen Ausbau der Beratungsstellen für Senioren, Nachbarschaftshilfe, Sicherheitsberater, Selbsthilfegruppen oder auch Notrufsysteme.

Landrat Alfred Jakoubek griff ein Stichwort auf und regte an, in den Kreiskommunen Sicherheitsberater auf ehrenamtlicher Basis zu installieren. Es sollte, so Jakoubek, ein Anforderungsprofil entwickelt werden, um in Frage kommende Menschen, beispielsweise aktive Ruheständler, in diese Richtung zu qualifizieren. Der Kreis wird mit der Kreisvolkshochschule entsprechende Ausbildungsprogramme entwickeln, teilt Alfred Jakoubek mit.

Quelle: op-online.de

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