Talente in Praxisklasse erkunden

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Während der Talente-Werkstatt, einer zweiwöchigen Maßnahme zur Berufsorientierung, haben die Schüler mehrere Berufsfelder kennen gelernt.

Babenhausen (st) - „In die Elektro-Werkstatt? Was soll das denn bringen?“, wundert sich die 15-jährige Schülerin der Praxisklasse SchuB aus Babenhausen.

Doch nach einem kompletten Arbeitstag in den Fachräumen einer Hanauer Berufsschule weiß sie, dass ihr der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und das Löten bei weitem nicht so fremd ist, wie sie anfangs glaubte.

Während der Talente-Werkstatt, einer zweiwöchigen Maßnahme zur Berufsorientierung, haben sie und ihre Mitschüler insgesamt acht Werkstätten durchlaufen und hierbei die Berufsfelder Holz, Metall, Ernährung, Elektrik, Verkauf/Handel/Lager, Kosmetik, Rettungsassistenz und Informationstechnologie kennen gelernt. Das Projekt wird von der Gesellschaft für Wirtschaftskunde Hanau angeboten und aus Mitteln des Bundesinstituts für Berufliche Bildung sowie auch aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Profil über Qualifikationen der Schüler erstellt

Nachdem die 13 Jugendlichen der Praxisklasse SchuB aus dem Ostkreis des Landkreises Darmstadt-Dieburg bei einer sogenannten Potenzialanalyse vor Ort in Bezug auf ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen eingeschätzt wurden, pendelten sie in den vergangenen zwei Wochen täglich selbstständig zu den verschiedenen Werkstätten in Hanau. Dort wurden sie von den Ausbildern der Praxisfelder bei ihrer Arbeit an den Werkstücken oder Projekten beobachtet und hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten beurteilt. So entstand ein differenziertes Profil über Basisqualifikationen jedes Schülers, welches für den weiteren Berufswahlprozess ausgewertet wird. Am Freitag wurden in einer Abschlussveranstaltung mit Eltern, Geschäftsführung und Schulleitung die ausführlichen Kompetenzprofile an die Jugendlichen ausgehändigt.

Praxistage sorgen für Abwechslung

Eine solche Berufsorientierungsmaßnahme ist Bestandteil jeder zweijährigen Praxisklasse an der Eduard-Flanagan-Schule. Ziel dieses SchuB-Projekts (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) ist es vorrangig, die Jugendlichen intensiv auf ihren Einstieg in Ausbildung und Beruf vorzubereiten. Hierzu suchen sich die Schüler geeignete Praktikumsbetriebe, in denen sie über ein halbes Jahr an zwei Tagen pro Woche sogenannte Kontinuierliche Praxistage absolvieren. Die restlichen drei Schultage werden hauptsächlich für die Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss verwendet, welcher in Kooperation mit der Joachim-Schumann-Schule Babenhausen vergeben wird. Zur Unterstützung der Klasse steht eigens eine sozialpädagogische Fachkraft zur Verfügung.

Um die Aufnahme in die Praxisklasse SchuB, die zum Schuljahr 2012/13 im August mit einer neuen Gruppe startet, können sich Jugendliche bewerben, die derzeit im 7. oder 8. Schulbesuchsjahr sind. Zur Zielgruppe gehören vor allem Schüler, die einerseits motiviert sind, sich praktisch zu betätigen und andererseits intensive Unterstützung brauchen, einen Hauptschulabschluss zu erreichen. Anfragen hierzu beantworten Frank Hollmann und Peter Baumann unter 06073/5951.

Quelle: op-online.de

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