Hoffnung auf neuen Pflegevertrag

SV Germania: Wie geht es weiter am Ostheimer Hang?

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Die E-Junioren des SV Germania Babenhausen (gelb) im Gruppenspiel gegen Kickers Viktoria Mühlheim.

Babenhausen - Premiere beim „Entega Indoor-Cup“ des SV Germania Babenhausen. Die neue Jugendleiterin Eva Deister hatte erstmals das Zepter in der Hand. Noch ungeklärt ist derweil, wer künftig unter welchen Bedingungen das städtische Stadion am Ostheimer Hang pflegt. Von Jens Dörr 

Fünf Turniere, 48 Mannschaften und jede Menge Trainer, Betreuer, Schiedsrichter und Helfer: Das waren die Zutaten des „Entega Indoor-Cups“ des SV Germania Babenhausen in den beiden Sporthallen an der Joachim-Schumann-Schule. Doch während die Turniere unter Federführung der neuen Jugendleiterin Eva Deister liefen (Platzierungen im Infokasten), diskutierten Germania-Verantwortliche über die Zukunft des Stadions am Ostheimer Hang.

Die Germania nutzt das Stadion für ihre Trainingseinheiten und Spiele der Jugend- und Aktiventeams. Besser gesagt: „Wir brauchen die beiden Rasenplätze und die Kabinen“, stellt Vorstandsmitglied Toni Coppoleccia klar. Auch die Parkplätze auf der Nordseite des Geländes nimmt der Verein in Anspruch. Dagegen seien Laufbahn und sonstige Leichtathletikanlagen, die von Babenhäuser Schulen im Sportunterricht genutzt werden, für die Germania im Grunde uninteressant. Die Gaststätte verpachtet der Verein – derzeit herrscht Leerstand, es laufen aber Gespräche mit Interessenten.

Im Rahmen eines Pflegevertrags des Germania-Fördervereins mit der Stadt kümmerte sich der Klub jahrelang trotzdem um die gesamte Anlage, den aufwändigen Schnitt des Grüns auf dem Gelände inklusive. „Der Pflegevertrag trat 2002 in Kraft und wurde ab 2005 ausgeführt“, so Coppoleccia. Die Germania hat das Stadion nicht in Erbpacht übernommen, sondern nur einen üblichen Pachtvertrag abgeschlossen. Mit Blick auf die Pflege des Geländes – die selbst beanspruchten Rasenplätze ausgenommen – trat der Verein wie ein Unternehmen auf. Coppoleccia: „Wir haben damals ein Angebot abgegeben und waren damit sogar günstiger als der städtische Bauhof.“ Vorab bekam die Germania über ihren Förderverein die Pflege der Leichtathletikanlagen und des sonstigen Geländes – abseits der aus eigenen Vereinsmitteln zu stemmenden Rasenplatz-Pflege – übertragen und erhielt von der Stadt dafür monatlich 800 Euro.

Von diesem Geld bezahlte der Verein unter anderem einen Platzwart, dessen Lohn und die Abführungen an die Knappschaft monatlich bereits 525 Euro verschlangen. „So blieben für alles andere monatlich noch 275 Euro übrig“, rechnet Coppoleccia vor. „Das ist nicht viel, wenn man zum Beispiel weiß, was Wartung und Reparatur des Traktors, mit dem wir die Aschenbahn abziehen, schnell mal kosten können.“ Auch beim Baumschnitt könne es schnell ins Geld gehen: „Allein die Miete für eine Hebebühne kann pro Tag 200 Euro kosten.“

Obwohl die Germania ihre Aufgaben für nicht einmal 10. 000 Euro im Jahr nach Kräften erfüllte und so das Stadion auch zugunsten der Schulen einigermaßen in Stand hielt, kündigte die Stadt den Pflegevertrag vor einigen Monaten. Zum Jahresende lief er aus. Die Germania-Vorsitzende Tihana Posavec-Hennigs hofft nun auf einen neuen Vertrag: „Der alte kann ja nicht mehr verlängert werden.“ Eventuell lasse sich noch ein Kompromiss erzielen. Ein erstes Treffen, bei dem Fördervereins-Vorsitzender und Ex-Bürgermeister Kurt Lambert verhindert war, brachte kein Ergebnis. Am 23. Januar steht die nächste Runde an.

„Es ist noch immer ein städtisches Stadion“, betont derweil Coppoleccia: „Also ist auch die Stadt verantwortlich.“ Ohne Vergütung könne man als Verein nur die selbst benötigten Anlagen pflegen, „alles andere wäre sogar gegen unsere Satzung“. Gibt es keine Einigung, so fürchtet Coppoleccia „schon im April oder Mai Beschwerden der Schulen über den Zustand der Anlagen“. Die Kinder und Jugendlichen der Germania-Teams, die am vergangenen Wochenende in den Hallen auf Torejagd gingen, waren von derlei Herausforderungen der Vereinsarbeit unterdessen unbelastet. Die Turniersiege entführten allerdings andere Klubs. So holte sich bei den D-Junioren im Beinah-Heimspiel der TSV Harreshausen Platz eins.

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Quelle: op-online.de

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