Frisch und lebendig inszeniert

Premiere für Fischer-May-Ensemble

+
Josef, alias Moritz Konradi (Chris Gehron) stellt fest, dass sich Cousine Carmen (Franziska Langer) und sein „alter Schulfreund Gerome“ (Marcel Fischer-May) gut zu verstehen scheinen.

Babenhausen - Ein kleines, aber feines Komödien- und Volkstheater hat am Samstagabend in Babenhausen Premiere gefeiert. Von Peter Panknin 

Zwar ist das Ensemble mit dem Namen Fischer-May in Münster beheimatet, der Spielbetrieb findet aber derzeit ausschließlich auf Bühnen in der Nachbarstadt statt. So am vergangenen Wochenende im kleinen Saal der Stadthalle. Weitere Auftritte sind geplant.

Zwei Premieren an einem Abend im kleinen Saal der Stadthalle Babenhausen. Den nicht nur das Hans-Peter Zellers Verwechslungskomödie „Wer ist wer?“ feierte dort Erstaufführung, sondern auch das Ensemble selbst. Unter dem Namen Komödien- und Volkstheater Fischer-May haben sich einige schauspiel- und theaterbegeisterte Menschen zusammengefunden, um ein eigenes Ensemble zu gründen (wir berichteten).

Noch lebt diese Truppe nicht ausschließlich vom Schauspiel oder von den Revuen, die auch auf ihrem Plan für die Zukunft stehen (siehe Infokasten), sondern geht noch anderen Jobs nach. Der Weg in die finanziell gesicherte Zukunft ist für freiberufliche Schauspieler und Musicaldarsteller sicher nicht einfach, sie glauben aber, dass sie den Weg in die Selbstständigkeit schaffen können. Bühnenerfahrungen haben sie bereits alle gesammelt und bringen diese auch gleich überzeugend in ihrem ersten Stück ein.

Worum geht es bei diesem Schauspiel für vier Personen? Unter dem Titel „Wer ist wer?“ gibt es – wie sollte es in einem Volkstheater anders sein – reichlich Verwechslungen. Es beginnt damit, dass Josef (Chris Gehron), eigentlich ein Einbrecher, in aller Ruhe das Haus der Familie Konradi durchstöbert, denn die Hausbesitzer sind auf einer Weltreise. Gestört wird er dabei von Stella Singer (Iris Katzer), die sich als Psychologin und neue Nachbarin der Konradis ausgibt. Also gibt sich Josef ihr gegenüber als Moritz Konradi, seines Zeichens Hausbesitzer, aus. Kompliziert wird es, als sich dessen Cousine Carmen aus Amerika (Franziska Langer) und kurz darauf der „alte Schulfreund Gerome“ aus Frankreich (Marcel Fischer-May) zu Besuch anmelden. Sie kommen sich alle irgendwie fremd vor, schieben das aber auf die lange Zeit, die man sich nicht gesehen hätte, zurück. Spielt hier jeder jedem etwas vor? Gibt es ein Happy End? Fragen, deren Antwort bekannt ist, hier aber nicht verraten werden soll, damit auch die Besucher anderer Vorstellungen ihre Freude haben.

Die Darsteller agierten frisch und lebendig, brachten gekonnte Tanzeinlagen (Marcel Fischer-May) oder trugen mit sicherer Stimme bekannte Lieder vor – zum Beispiel „Diamonds are Girl´s best Friends“. Geschickt agierten die Darsteller auch mit Requisiten, schlugen dabei Brücken zwischen der Bekleidung aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, technischem Gerät aus dem frühen 50er Jahren (das Radio) oder dem Telefon mit Schnüren und Wählscheibe aus den 60ern. Die Frage von Cousine Carmen „Wenn ich telefonieren will, muss ich erst den Hörer abnehmen und dann die Scheibe drehen?“ löste bei dem sehr jungen Publikum Heiterkeit aus, für die Tanzeinlage gab es Beifall auf offener Szene.

In gelöster Stimmung begab sich das Publikum in die 20 Minuten andauernde Pause, um danach die Auflösung der Verwechslungen mitzuerleben. Alle hatten dabei ihren Spaß, die Schauspieler ließen ihrem Spieltrieb freien Lauf, das Publikum genoss die Aktionen mit Heiterkeit.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Quelle: op-online.de

Kommentare