Tafel und Bäume auf „Klimapfad“

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Im Erloch hinter dem Sophie-Kehl-Heim entsteht derzeit ein Klima-Pfad. Diese Woche wurden die ersten Pfähle für die Info-Tafeln gesetzt.

Babenhausen - Eine neue Kooperation gibt es zwischen der städtischen Kinder- und Jugendförderung (KiJufö) und der Projektgruppe „Science across Europe“ von der Joachim-Schumann-Schule: Im Garten der Anlaufstelle im Erloch wird ein Pfad zum Thema „Klimawandel“ eingerichtet. Von Michael Just

Dabei sollen fünf Info-Tafeln entstehen sowie Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Des Weiteren stellen die Neuntklässler eine Holzbank auf, errichten Zäune und kümmern sich um den Fischteich.

„Auf die Idee bin ich mit Stadtjugendpfleger Michael Spiehl bei der Job-Info-Börse gekommen“, erzählt Lehrerin Heike Vogel. Nachdem sich die Schüler weitreichend mit den natürlichen und den vom Menschen erzeugten Veränderungen zum Klimawandel und zum Treibhauseffekt auseinandergesetzt hatten und sogar Vorträge vor Schülern der siebten Klasse hielten, kam die Frage auf, ob sich bei soviel Theorie nicht noch etwas Praktisches finden lässt. Bei der KiJufö wurde man fündig.

Win-Win-Situation

„Wir sehen die Sache als Synergie-Effekt und als Win-Win-Situation, von der sowohl die Schüler als auch unser Erloch-Projekt profitieren“, erläutert Michael Spiehl. Der Schnittpunkt liegt für ihn in der doppelten Bedeutung des Wortes Klimawandel: „Der gilt sowohl für den Umgang mit der Umwelt als auch den Menschen untereinander.“ Schon seit geraumer setzt sich die Stadt mit ihrer Kinder- und Jugendförderung für eine Verbesserung der sozialen Situation im Erloch ein. Die Anlaufstelle, diverse Feste oder das Spielplatz- oder Teichprojekt sind dabei nur ein kleiner Teil der Initiativen. „In diesem Frühjahr gilt unser Augenmerk dem Aufstellen von Bänken für mehr Aufenthaltsqualität, der Unterhaltung des Fischteichs sowie den Dreckablade-Ecken. Die sollen bepflanzt werden, dass für Müll im Erloch kein Platz mehr ist“, erklärt Spiehl. Die Umsetzung der drei Ziele nehmen Jugendliche aus dem Erloch in die Hand. Von den rund 15 Schülern der Joachim-Schumann-Schule gibt’s dafür nun Verstärkung. Jeden Donnerstagmorgen kommen sie für zwei Schulstunden. Des Weiteren wird am Themenpfad Klimawandel gearbeitet. Am gestrigen Donnerstag kümmerte sich ein Teil der Schüler um die Reinigung des Fischteichs. Die zweite Gruppe setzte die ersten Pfähle für die Info-Tafeln und hob Mulden an jenen Stellen aus, wo später die Sträucher reinkommen.

Wie Heike Vogel sagt, haben die Schüler sowohl mit dem Lehrpfad als auch bei der Unterstützung des Erloch-Projekts einen weitreichenden Nutzen. So müssen sie vieles selbst eruieren und organisieren. Mit der Baumschule Kapraun in Großost-heim gilt es herauszufinden, welche Bäume und Sträucher in Frage kommen. Und mit der Sickenhöfer Graphikerin Sabine Frank werden die Info-Tafeln in enger Zusammenarbeit kreiert sowie die Texte gesetzt.

Bewusstsein schaffen und auffordern, selbst aktiv zu werden

Auch wenn nur ein paar Schüler am Donnerstag beim Arbeitseinsatz der Weisung nachkamen, Gummistiefel mitzubringen und einige zum Schutz vor dem nasskalten Wetter lieber die Arme verschränkten, sind alle Schüler davon überzeugt, dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss. „Bei uns zuhause leuchten nur noch Energiesparlampen. Dazu versuchen wir, Standby zu vermeiden und schalten alle Geräte ganz ab“, sagt Fabian Schmiedecke (14). Jaqueline Weber (15) hat den Kurs ebenfalls gewählt, um ihr Englisch zu verbessern. Wenn auch erst im nächsten Schuljahr, stehen im Rahmen des Comenius-Programms gemeinsame Projekte zum Thema Klimawandel mit Partnerschulen in ganz Europa an.

„Der Klimawandel ist in globaler Hinsicht nur noch abzuschwächen. Jeder kann aber in seinem Rahmen einen Beitrag leisten“, sagen Heike Vogel und Michael Spiehl. So soll der geplante Info-Pfad sowohl aufklären, Bewusstsein schaffen und auffordern, selbst aktiv zu werden. Letzters gilt sowohl für die Umwelt aber auch – und da kommt wieder die Doppeldeutigkeit des Wortes Klima auf – für das Verbessern der Aufenthaltsqualität im eigenen Wohngebiet. „Jeder Bewohner sollte am Ende den Wandel spüren“, gibt Spiehl zu verstehen.

Am 4. Juli soll der Klima-pfad mit einem Grillfest eröffnet werden. Dazu werden neben der Bürgermeisterin auch der Schulleiter sowie die Bewohner des Seniorenheims erwartet.

Quelle: op-online.de

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