Durch einen Tunnel aus Hainbuchen

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Mitstreiter des Vereins Herigar verteilten Barbarazweige im Hof der Alten Schule. Öffnen sich die Blüten genau am Weihnachtsmorgen, verheißen sie ihrem Besitzer Glück für das nächste Jahr, heißt es.

Hergershausen - Das Projekt „Sinnengarten“ des Vereins Herigar steht in den Startlöchern. Noch in diesem Jahr soll die Umgestaltung des 200 Quadratmeter großen einstigen Lehrergartens, der zum Dorfgemeinschaftshaus Alte Schule gehört, und des benachbarten 800 Quadratmeter großen Wiesengrundstücks, das im Besitz der Stadt ist, beginnen. Von Petra Grimm

„Wir warten nur noch auf den Vertrag von der Stadt zum Unterzeichnen. Dann kann es losgehen. Wir wollen in diesem Jahr noch die Hecke um die Wiese pflanzen, weil die Sträucher besser anwachsen, wenn sie im Winter gesetzt werden, bevor der Frost kommt“, sagte Maren Gatzemeier.

Sobald die Unterschrift geleistet ist, können auch die Aufträge für Arbeiten vergeben werden, die nicht in Eigenleistung machbar sind. Die Firma Aumann wird den Boden abtragen und im alten Schulgarten eine wassergebundene Decke, wie auf dem Bouleplatz, aufbringen. Im ersten Bauabschnitt wird auch der Metallpavillon mit zwei Laubengängen errichtet, die mit Kletterrosen und Clematis bepflanzt werden. Die Pläne für die Umgestaltung, die auf Studentenarbeiten der FH Geisenheim basieren, sehen außerdem eine Kastanie mit Rundbank in der Mitte des dem Schulhof benachbarten Gartenteils vor. Dieser wird, obwohl er etwas tiefer liegt als der Hof, barrierefrei zugänglich sein. In durch niedrige Buchsbaumhecken eingefassten Beeten werden die Kletterrosen von Lavendel und anderen duftenden Pflanzen umgeben sein.

Ein Weg aus Blumenrasen

„Durch einen lockeren Heckentunnel aus Hainbuchen wird man in den landschaftlich geprägten, größeren Gartenteil gelangen“, erklärte Gatzemeier. Hier soll ein Weg aus Blumenrasen, der regelmäßig gemäht wird, zu den Seiten in eine Wiese mit einem Blütensaum für Schmetterlinge und Wildbienen übergehen. Die Wiese wird zur Straße hin begrenzt durch Gruppen einheimischer Wild – und Blütengehölze.

„Hier kann sich die Natur weitgehend frei entfalten. Bei der Erkundung dieses Gartenteils können Vögel und Insekten beobachtet werden“, so Gatzemeier. Die Finanzierung des rund 30.000 Euro teuren Projektes stemmt der Verein mit Spenden und Fördergeldern der Europäischen Union. „30 Prozent der Kosten werden bezuschusst. Denn der Sinnengarten im Gartendorf Hergershausen ist eine der Stationen der Route der Regionalgärten im UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald“, sagte Gatzemeier. Als Sponsor konnte neben kleineren Firmen und dem BUND auch die Fraport AG gewonnen werden, die beachtliche 10.000 Euro beisteuert.

Ideenreiche Aktivitäten

Ideenreiche Aktivitäten, wie die Handysammlung des Vereins, die immerhin 1500 Euro eingebracht hat, tragen ebenfalls zur Verwirklichung dieses Gartens für alle Generationen bei. Am Sonntag, dem Tag der heiligen Barbara, schnitt die zweite Vorsitzende gemeinsam mit ihrem Ehemann Mathias Brendle „Barbarazweige“ und verteilte sie im Hof der Alten Schule an Interessierte. Die Forsythien-, Hasel-, und Wildpflaumenzweige wurden gegen eine Spende für die geplante Gartenumgestaltung abgegeben.

„Barbarazweige sind eine alte, aber fast vergessene Weihnachtstradition. Öffnen sich die Blüten genau am Weihnachtsmorgen, verheißen sie ihrem Besitzer Glück für das nächste Jahr. Damit dieses kleine Wunder auch funktioniert, benötigen die Zweige genügend frisches Wasser. Am besten legt man sie nach dem Schnitt zunächst einmal über Nacht in lauwarmes Wasser und dann in einen Vase mit frischem Wasser. Es empfiehlt sich, das Vasenwasser alle drei bis vier Tage auszutauschen. Vorsicht vor allzu warmen Räumen oder unmittelbarer Heizungsnähe: Zu viel Hitze kann leicht schaden und die Zweige vertrocknen“, erklärte Maren Gatzemeier.

Quelle: op-online.de

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