Projekt „Ab in die Mitte“ 

Punkt für Leben in der Innenstadt

Babenhausen - Babenhausen setzt auf eine Kombination von Kunst und Wirtschaft, um den Stadtkern zu beleben. Von Sonja Achenbach

Bürgermeisterin Gabi Coutandin war eigentlich gar nicht aufgeregt. „Wir haben ja schon gewonnen. “ Im Grunde war es lediglich die Jury des Wettbewerbs „Ab in die Mitte“, die sich das von ihr ausgezeichnete Projekt vor Ort ansehen wollte. Wichtig war der Termin trotzdem: Es galt zu beweisen, dass das siegreiche Projekt wirklich nachhaltig ist.

„Ab in die Mitte“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Innenstädte und Ortszentren als attraktiven Lebensmittelpunkt und Standpunkt für Betriebe zu erhalten. Dabei soll negativen Entwicklungen wie Leerständen und Verödung entgegen gewirkt werden. Die Stadt nahm mit dem Projekt „Babenhausen, die mit dem roten Punkt“ an dem Wettbewerb teil und überzeugte die 21 Mitglieder der Jury. Zusammen mit Hadamar gehörte Babenhausen zu den beiden Siegerstädten, die den mit 12.000 Euro dotierten Geldpreis erhielten.

Erstaunliche Themenwahl

Coutandin sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung. Seit das Projekt „Roter Punkt“ existiert, gebe es in der Stadt viele Reaktionen. „Ich werde oft von Menschen angesprochen, die merken, dass es sich etwas in der Stadt tut.“ Die roten Punkte weisen auf eine Kunstausstellung im inneren eines Gebäudes hin. Und Kunst habe auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und andere Bereiche. „Wenn ein Interessent sich einen Laden ansieht, dann macht es einen großen Unterschied, ob er nun staubig und leer, oder mit Kunst schön gestaltet ist“, erzählt Coutandin von den Erfahrungen. Die ersten Neueröffnungen in der Bummelgass verbucht sie als Erfolg dieser Aktion.

Wilfried Wiesenberger ist selbst Mitglied der Jury, er zeigte sich erstaunt über die Themenwahl der Babenhäuser. „Als Pferdestadt dachte ich, sie orientieren sich eher an dem Logo.“ Kunst gebe es schließlich überall. Es seien nicht immer die großen Begebenheiten notwendig, um einen Ort zu beleben. Kleine Akzente in die richtige Richtung reichten da oft schon aus, entgegnete ihm die Bürgermeisterin. Einen Großteil der Ausstellungen habe es schon im Vorfeld gegeben. Die roten Punkte seien lediglich ein Mittel, um auf sie aufmerksam zu machen.

Zum Pferd als Thema einer erneuten Bewerbung machte sie keine konkrete Aussage. Neue Aktionen werde es aber in jedem Fall geben, denn eine kleine Stadt wie Babenhausen müsse immer auf sich aufmerksam machen, sonst habe die kleinste positive Entwicklung keine Aussichten auf nachhaltigen Erfolg. Zu dem prämierten Projektbewerbung gehört indes nicht nur ein roter Punkt, der auf Kunstausstellungen an öffentlichen Orten hinweisen soll. Dazu zählen neben bestehenden Projekten wie dem Stammtisch für Künstler auch Vorhaben wie ergänzende Beiträge bei Vereinsfesten, Ferienkunstaktionen für Kinder in der Bummelgass und auf dem Marktplatz sowie eine von Jugendlichen erarbeitete GPS-Route zur Kunst.

Quelle: op-online.de

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