Ihren 15. Geburtstag feiert die Kinderkiste der Pfadfinder  als Erstes mit einer Vernissage.

Mit Punsch und Pappbecher

Die kleinen Künstler des BDP stolz wie Oskar bei der Vernissage zum 15. Geburtstag der Kinderkiste.

Babenhausen - (rose) Malerin Vivian nimmt einen kräftigen Schluck des orange-farbigen Punschs. Schließlich ist die erste Vernissage immer etwas ganz Besonderes. Mit ihrem Pappbecher in der Hand prostet die Siebenjährige mit dem feschen blau-weißen Sommerhütchen den anderen 42 Kinder-Künstlern zu, die sich vor Optik Wiese in der Bummelgass’ versammelt haben.

Noch ein Schluck Kinderpunsch, eine kurze Rede der neuen Schirmherrin, Bürgermeisterin Gabi Coutandin, und dann müssen auch schon die Nachwuchs-Künstler für die Presse posieren.

Denn ihre Vernissage mit dem Titel „Kinder(T)räume“ am gestrigen Freitag war der Auftakt der 15. Jubiläumsfeier der Kinderkiste des BDP (Bund Deutscher Pfadfinder).

Die ersten Mädchen und Jungen, die in der Kinderkiste spielten, lernten und ihren Spaß hatten, sind heute junge Erwachsene - seit 15 Jahren existiert die Einrichtung schon.

Bis 1994 gab es in Babenhausen kein Betreuungsangebot für Kinder im Grundschulalter. Der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) wollte im Erloch eine Einrichtung schaffen, um sozial benachteiligten Familien zu helfen.

Gemeinsam mit der damaligen Interessengemeinschaft Erloch wurde eine Kinderbetreuung in den Sommerferien auf die Beine gestellt, wie BDP-Kinderkisten-Leiterin Petra Mohrhardt erzählt.

Dazu stieß die Arbeitsgemeinschaft „Unsere Schule“, in der sich an der Grundschule Eltern zusammengefunden hatten, um eine außerschulische Betreuung zu organisieren. In Zusammenarbeit dieser drei Gruppen war die Idee geboren, eine hortähnliche Einrichtung für Babenhausen zu schaffen – allerdings war in der Schule selbst kein Platz. Es galt, Geld aufzutreiben, wozu Anträge an Stadt, Kreis, Land und hessisches Kultusministerium geschickt wurden. Träger wurde der BDP-Landesverband, und die Stadt stellte Räume in der ehemaligen Sozialstation in der Bürgermeister-Rühl-Straße zur Verfügung. Nachdem die Eltern sechs Wochen lang bei der Renovierung aktiv waren, wurde die BDP-Kinderkiste am 4. Oktober 1994 schließlich eröffnet. Die heutige Leiterin Petra Mohrhardt betreute damals 14 Grundschüler von 7.30 bis 13.30 Uhr.

Die Anmeldungen überstiegen bald die Plätze. Ein größeres Domizil musste gefunden werden und es war auch mehr finanzielle Unterstützung nötig. Nach neuen Verhandlungen mit der Stadt zog die Kinderkiste 1996 in das jetzige Haus in der Martin-Luther-Straße. Aber erst nachdem es saniert und kindgerecht hergerichtet wurde. Eltern, Kinder, Erzieher und die Jugendlichen des BDP hatten fünf Monate lang mehr als 1200 Arbeitsstunden investiert. Die Kinderkiste war jetzt auf 70 Kinder erweitert und die Öffnungszeiten auf 16.30 Uhr verlängert. Seither gibt es auch ein Mittagessen für die Steppkes, für das dreimal in der Woche das Gesamtschulprojekt „Schüler kochen für Schüler“ sorgt. An den anderen beiden Tagen kochen die Zivis. Auch das Personal ist über die Jahre „mitgewachsen“. Heute kümmern sich vier festangestellte Erzieherinnen, zwei pädagogische Honorarkräfte, drei Praktikanten und zwei Zivildienstleistende um die Kinder.

Eine „Zweigstelle“ existiert seit 2002 in Langstadt: Die BDP-Rasselbande. 30 Kinder werden in den eigenen vier Wänden gegenüber der Markwaldschule von zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen betreut. Ebenfalls vor fünf Jahren kam die Kooperation mit der Schule im Kirchgarten und ein Integrationsplatz für ein Kind mit sozialpädagogischem Förderbedarf wurde geschaffen. Und es begann die Zusammenarbeit mit der Flanagan-Schule, die fünf Plätze in der Kinderkiste hat. Zur Finanzierung tragen Land, Elternbeiträge und BDP bei.

Die „Kinder(T)räume“-Exponate können noch bis Freitag, 12. Juni, in elf Geschäften der Bummelgass’ angeschaut werden. Die Jubiläumsfeier steigt am Samstag, 6. Juni, ab 14 Uhr auf dem Gelände der Kinderkiste (Martin-Luther-Straße 9a).

Quelle: op-online.de

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