Verkehrskonzept des Landkreises nimmt Formen an

Das Radfahren sicherer machen

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Die Anforderungstaste für eine Grünschaltung der Ampel an der B26 bei Sickenhofen funktioniert zwar, aber um den Knopf zu drücken, muss man schon festes Schuhwerk tragen, denn sauber und trocken ist die Stelle am Ampelmast nicht immer.

Babenhausen -   Im Frühjahr dieses Jahres konnten Bürger mangelhafte oder fehlende Radverkehrsverbindungen sowie Gefahrenstellen im Landkreis in eine interaktive Karte eintragen. Ziel ist es, ein Radverkehrskonzept zu erstellen. Ein Zwischenbericht. Von Walter Kutscher 

Nachdem vom Landkreis Darmstadt-Dieburg eine Verbesserung des Radwegeverkehrs ins Leben gerufen wurde, sind nun die ersten Ergebnisse sichtbar. Bei dem Konzept waren unter anderem die Bürger aufgerufen, eigene Vorschläge in einem Onlineportal einzutragen. Unterschieden werden konnte, ob es sich um eine Gefahrenstelle, den Bau neuer Verbindungen oder die Ausbesserung vorhandener Radwege handelte. Es sind vor allem außerörtliche Verbindungen zwischen den Städten und Gemeinden des Landkreises sowie in die benachbarten Landkreise, die hier eingetragen wurden. Meldungen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises fallen, zum Beispiel Bürgersteigabsenkungen innerorts, wurden an die zuständigen Stellen in den Kommunen weitergeleitet.

Insgesamt sind über 700 Meldungen für den gesamten Landkreis eingereicht worden, wobei auch rund um Babenhausen Gefahrenstellen bestehen und verbesserungswürdige Radwege registriert wurden. So gibt es den Vorschlag, einen Radweg von Babenhausen nach Zellhausen zu bauen, andere sehen Verbesserungsbedarf bei der Beschaffenheit der Strecke von Harreshausen nach Stockstadt.

Ein erster Gefahrenpunkt auf Babenhäuser Gemarkung ist zumindest teilweise entschärft worden. An der Stelle, wo der Radweg von Sickenhofen nach Langstadt die Bundesstraße 26 kreuzt, ist nun an der Ampelanlage ein Anforderungsknopf für Fußgänger und Radfahrer montiert worden. Allerdings beschränkt sich dies auf den Weg von Langstadt in Richtung Sickenhofen. In der Gegenrichtung besteht keine Möglichkeit, ein grünes Licht anzufordern, wenn man die B 26 überqueren will. Ein Fahrrad kann zwar die Induktionsschleife auslösen, aber Fußgänger haben an dieser Stelle nach wie vor keine Möglichkeit, die Bundesstraße gefahrlos zu überqueren.

Weitere Vorschläge betreffen innerörtliche Wege und, wie aus dem Rathaus zu erfahren war, sind auch hier Maßnahmen geplant, die Verbesserungen im Radverkehr vorsehen. Wie Katharina Freckmann vom Fachbereich Bauwesen mitteilte, ist zur Überquerung der Bouxwiller Straße in Höhe der Potsdamer Straße/Hainweg geplant, eine barrierefreie Lage mit abgesenkten Bordsteinen und einer Mittelinsel herzustellen. Auch diese Forderung war im Onlineportal eingetragen, denn hier besteht eine stark genutzte Verbindung zwischen dem Wohngebiet und der Altstadt.

Auf Nachfrage bei der Kreisverwaltung heißt es, dass die bisher erarbeiteten Maßnahmenvorschläge mit einer Bewertung und Priorisierung an die Kommunen, Verbände und Fachbehörden weitergeleitet worden sind, damit diese ihre Stellungnahme beziehungsweise Änderungswünsche oder Ergänzungen abgeben können. Die Stellungnahmen werden im Anschluss durch das Büro Radverkehr-Konzept geprüft und finden – gegebenenfalls – Eingang in das fertige Konzept. Dieses sollte bis Ende des Jahres oder spätestens im Januar 2018 vorliegen. Abhängig ist dies auch davon, wann die Kreisgremien ihre Zustimmung erteilen.

38. Altstadtfest in Babenhausen: Fotos

Ob dann auch die Wünsche der Babenhäuser Bürger Berücksichtigung finden, die Radwegsituation zum Beispiel zu den Einkaufsmärkten entlang der Straße nach Langstadt zu verbessern, bleibt abzuwarten. Ebenso der Praxistest für den gerade erst wieder freigegebenen Durchgang von der B26 zum Bahnhof. Dort ist im Zuge des Baus der Park & Ride-Anlage Süd auch der Zugang zur Fußgängerunterführung neu gestaltet worden. Damit aus Richtung Bahnhof kommend „nicht übermotivierte Radfahrer die zwei Stufen übersehen und zu Schaden kommen“, so Bürgermeister Joachim Knoke, sind dort nun provisorische Absperrzäune als Warnung aufgebaut worden. Allerdings kommen beim Betrachten der Gesamtsituation doch Zweifel auf, ob alles durchdacht ist. Denn die eigens gebaute Rampe, die den barrierefreien Zugang für Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle gewährleisten soll, knickt zweimal rechtwinklig ab, sodass schon etwas Geschick notwendig ist. Und ob Radfahrer mit Anhänger die Stelle passieren können, ist fraglich.

Quelle: op-online.de

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