Raser hinterlassen ratlose Reiter

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Heidemarie Appelmann, Hannelore Rutkowski und Andrea Ring (von links) ärgern sich über einige Raser, sie haben sogar schon selbst entworfene Schilder aufgestellt.

Babenhausen ‐ Manchmal müssen die Reitfreunde in der Pferdestadt Babenhausen um die Gesundheit ihrer Tiere fürchten. „Einige Autofahrer rasen hier mit bis zu 80 Stundenkilometern vorbei“, ärgert sich Heidemarie Appelmann vom Birkenhof in Harreshausen. Von Niels Britsch

Die Pferdepension liegt zu beiden Seiten des Stockstädter Weges – eine schmale Straße, die sich am Sportplatz vorbei durch Pferdeweiden und ein paar Anwesen schlängelt. Da sich das Gehöft bereits hinter dem Ortsschild befindet (und somit auch die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern nicht mehr gilt), glauben einige Verkehrsteilnehmer scheinbar, auf das Gaspedal treten zu können – mit verheerenden Folgen: „Vor acht Jahren wurde hier ein Hund totgefahren und vor knapp einem Jahr wurde einer schwer verletzt“, berichtet Appelmann. Auf dem Birkenhof wünscht man sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung, „am liebsten auf 30 Stundenkilometer“, so Betriebsleiterin Andrea Ring. Aber auch eine offizielle Beschilderung mit dem Warnhinweis, dass Pferde und Reiter die Straße kreuzen, können sie sich vorstellen.

„Man sich natürlich, wer dort lang fährt.“

„Wie sind gerne bereit, uns ein Bild vor Ort zu machen und die verkehrsrechtliche Lage dort zu prüfen“, erklärt Heiko Duda, Leiter des Ordnungsamtes in Babenhausen. „Wenn Handlungsbedarf besteht, weil dort tatsächlich gerast wird, und wenn die rechtlichen Möglichkeiten gegeben sind, werden wir sicherlich auch die notwendigen Maßnahmen ergreifen.“

Allerdings habe es bisher keine offiziellen Beschwerden gegeben, weswegen auch kein Grund vorlag, besonders auf den Stockstädter Weg zu achten. „Aber wir nehmen das natürlich ernst und sind gerne bereit, Wünsche und Anregungen der Bürger aufzugreifen.“

Denn dem Ordnungsamt seien Raser ja ebenso ein Dorn im Auge. „Das ist ein Wirtschaftsweg außerhalb der geschlossenen Ortschaft, der in einer Sackgasse endet“, informiert der Duda. „Da fragt man sich natürlich, wer dort lang fährt.“ Allerdings müsse sich das Ordnungsamt erst die Situation anschauen, bevor er sagen könne, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden könnten.

Quelle: op-online.de

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