Die Rasselbande vom Hexenturm

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Waltraud Hock mit Conny, einer der fünf Wochen alten Neufundländerwelpen.

Babenhausen - Noch liegt die kleine schwarzhaarige Rasselbande ganz entspannt in der Sonne und genießt den wohlverdienten Mittagsschlaf. „Das kann sich ganz schnell ändern“, sagt Waltraud Hock lächelnd, „denn die Kleinen wissen ganz genau, wann es Futter gibt.“ Von Verena Scholze

Und wenn die Züchterin dann das Fressen für die fünf Welpen vorbereitet, werden auch die Langschläfer ganz schnell munter, denn immerhin steht ein „Bananen-Quark-Welpenmilch Kompott“ auf dem Speiseplan.

Fünf Wochen ist der „C-Wurf“ derzeit alt. Aufgrund einer Zitzenentzündung der Mama, „Samba Pa Ti vom Mühlrad“, Rufname „Hexe“, muss der Wurf nun zugefüttert und darf nicht mehr von der Mutter gesäugt werden. „Sie bekommt Antibiotika, muss einen Body zum Schutz tragen und darf ihre Kinder nicht mehr trinken lassen“, erklärte Hock, die nun fünfmal am Tag eine Welpenmahlzeit für die hungrigen Neufundländerwelpen zubereitet. Dass diese Arbeit mit intensiver Liebe für ihre Tiere verbunden ist, sieht man der Züchterin an. Nach der Geburt der Kleinen verbrachte sie acht Tage und Nächte lang in der Welpenstation, um über das Wohl von Mama und den Kleinen zu wachen und zu verhindern, dass sich Hexe mit ihren stattlichen 55 Kilogramm auf einen ihrer Welpen rollt. „Viel geschlafen habe ich in der Zeit nicht“, blickt sie lächelnd zurück.

Liebe von der Mutter geerbt

Die Liebe zu der Rasse der Neufundländer hat Waltraud Hock von ihrer Mutter übernommen. Bei einem Stadtbummel in Darmstadt sah Luise Storck einen Vertreter dieser in unseren Landen selteneren Hunderasse und verliebte sich sofort in diesen. 1961 war es dann soweit, durch eine Zeitungsannonce hielt der erste Neufundländer im Hause von Luise und Friedrich Storck Einzug. Elf Jahre später erfolgte die Gründung des Zwingers „Vom Hexenturm“ mit der damaligen Hündin „Gundi von der Spessarthöhe“. Seitdem bestimmen diese liebenswerten Hunde mit dem sonnigen Gemüt das Leben von Waltraud Hock. Der Zwinger „Vom Hexenturm“ ist eingetragenes Mitglied im „Allgemeinen Deutschen Klub für Neufundländer“ (ADKN). Einer planlosen Vermehrung wird vom ADKN ein Riegel vorgeschoben.

Vehement äußert sich Hock gegen große Zuchtstationen, bei ihr steht der Hund im Vordergrund. „Mit einer Liebhaberzucht ist kein Geld zu verdienen“, so Hock, daher wird es auch dieses Jahr bei dem „C-Wurf“ bleiben. Generell ist jeder Wurf einem Buchstaben des Alphabets zugeordnet und jeder Welpe erhält einen Namen mit dem entsprechenden Anfangsbuchstaben. Der Hundezwinger „vom Hexenturm“ hat in seinem Bestehen das Alphabet bereits einmal komplett durch und ist wieder bei „C“ angelangt.

„Bevor es zu einer Verpaarung bei den Hunden kommt, müssen erst einmal alle Kriterien erfüllt werden“, erklärte Hock. Als Züchterin muss sie beweisen, dass sie sich in Haltung, Pflege und Zucht der Neufundländer bestens auskennt. Und auch die Tiere müssen sich bei Ausstellungen und Prüfungen den Augen der Richter stellen. Gesundheit, Aussehen und der Charakter der Hunde werden intensiv geprüft.

Neue Besitzer werden genau beäugt

„Hexe“ entpuppte sich als Vorzeigeneufundländerin, erhielt zahlreiche Auszeichnungen in der Junghund- und Jugendklasse und wurde Hessenmeisterin 2011. Somit erhielt sie die Zuchtzulassung sowie den Stammbaum durch den ADKN und einer Verpaarung mit einem stattlichen Rüden stand nichts mehr im Weg.

Die neuen Besitzer der Neufundländerwelpen nimmt Waltraud Hock genau unter die Lupe. „Ich suche jeden neuen Eigentümer genau aus“, erklärte sie, die ihre Hunde nur in gute Hände abgibt. Somit will sie sicherstellen, dass die Welpen zu erfahrenen Hundehaltern kommen. Auch ein Besuch des neuen Heims der Tiere ist für Hock selbstverständlich. Ein wenig wehmütig wird die Züchterin schon, wenn sie an den Tag der Welpenabgabe denkt.

Bevor es jedoch soweit ist, erhält der der Zwinger „Vom Hexenturm“ Besuch vom ADKN. Die Prüfer untersuchen die Welpen vor der Abgabe auf Gesundheit und Aussehen und gibt das Okay für die Abgabe. Bis dahin ist es jedoch noch etwas Zeit, die die Züchterin jeden Tag mit der Rasselbande genießt.

Quelle: op-online.de

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