Wie realistisch ist Westumgehung?

Babenhausen ‐ Die Machbarkeit der Westumgehung wird einer Prüfung unterzogen. Das Stadtparlament hat den Magistrat beauftragt, beim Land Hessen abzuklopfen, wie es sich mit der städtebaulichen und ökologischen Verträglichkeit der Umgehungsstraße verhält. Von Stefan Scharkopf

Einem entsprechenden SPD-Antrag stimmten die Stadtverordneten mehrheitlich zu. Grüne und „Bürger“ votierten dagegen, Andrea Möbius (FDP) nahm nicht an der Abstimmung teil, weil dieses Thema erst nach der Kommunalwahl vom neuen Parlament behandelt werden sollte.

Die Westumgehung, die als Entlastung der Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt dienen soll, würde die Bouxwiller Straße, auf der derzeit täglich 12800 Kfz und im Jahr 2020 prognostizierte 15.800 entlang rollen, um 7000 bis 8000 verringern, wurde Anfang Februar im Bau- und Verkehrsausschuss bekannt gegeben. „Wir sollten die Machbarkeit ganz schnell prüfen lassen“, sagte Friedel Sahm (CDU). Die Zahlen zur Bouxwiller Straße hätten neue Fragen aufgeworfen. Die Belastung Sickenhofens müsse geklärt werden. Sahm erinnerte aber auch daran, dass die Verkehrsplaner im Bauausschuss Probleme bei der Realisierung der Westumgehung wegen der ökologischen Belastung sähen.

„Direktanbindung Sickenhofens durch eine Querspange ist Quatsch“

Bereits im frühen Stadium werde Stimmung gegen die Westumgehung gemacht, sagte Kurt Lambert (FWB) in Richtung der Grünen, die im Vorfeld in ihrem Parteiorgan von einer erheblichen Belastung der Stadtteile gesprochen hatten. Eine Einschätzung, die auch Wulf Heintzenberg aufgriff. Niemand, der aus Richtung Schaafheim komme, fahre so auf die mögliche Westumgehung, wie von den Grünen dargestellt. Die in einer Grafik eingezeichnete Querspange von Sickenhofen aus sei lediglich eine Darstellung über die Verkehrsbelastung, aber keine Trasse, sagte Andrea Möbius. Auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin meinte, das eine Direktanbindung Sickenhofens durch eine Querspange „Quatsch“ sei. Der Ortsbeirat des Stadtteils werde auch zu einer öffentlichen Sitzung zu diesem Thema einladen.

Demgegenüber zeigte sich Ralf Guinet (Grüne) „überrascht“ vom „erheblichen Widerstand aus der Kernstadt und Sickenhofen“. Ein Widerstand, den die Befürworter offenbar fürchteten. Es sei weder Geld für diesen „Umgehungsdinosaurier“ da, noch ändere sich irgendetwas stadtplanerisch. Allein drei Millionen Euro würden für jeweils eine Brücke über Bahnstrecke und Bäche ausgegeben werden. „Immer mehr spricht gegen die Westumgehung.“

Abgelehnt wurde ein Antrag der FWB, eine „schnelle Westanbindung“ prüfen zu lassen. Mit dieser, so die Freien Wähler, könnte eine vorgezogene Anbindung der Dudenhöfer Straße (L3116) mit den Straßen In den Steinäckern und Ziegelhüttenstraße erreicht werden.

Einstimmig wurde beschlossen, Maßnahmen zur Lärmreduzierung auf der Bouxwiller Straße prüfen zu lassen; etwa durch Flüsterbelag und/oder den Bau von weiteren Kreiseln, um für flüssigen Verkehr ohne hohen Durchschuss zu sorgen. Auch das soll der Magistrat nun vom Land prüfen lassen.

Quelle: op-online.de

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