Ine Reichart stellt in der K & S-Seniorenresidenz aus

Babenhäuser Malerin zeigt Tierbilder in vielen Stilen

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Ine Reichart zeigt Ausstellungsbesuchern ihre tierischen Gemälde.

Babenhausen - Katzen, Vögel und jede Menge Kühe: „Tierisches“ ist der Titel der Ausstellung der Malerin Ine Reichart, die am Sonntag in der K & S-Seniorenresidenz eröffnet wurde. Von Petra Grimm

32 Gemälden aus den vergangenen 15 Jahren präsentiert die in Harreshausen lebende Malerin einen vielfältigen Einblick in ihr Werk, wobei die Leinwand bevölkernde Tiere dominieren. Aber es sind auch mehr oder weniger abstrakte Bilder von Pflanzen, Landschaften oder dem Babenhäuser Hexenturm zu sehen. Reichart nutzt Pinsel, Spachtel und ihre Finger, um die Acrylfarbe auf Leinwand oder ein Stück Holz als Träger zu bringen, oft in mehreren Schichten. Und zwar absichtlich, um einen bestimmten Effekt zu erzielen, oder als Korrektur, weil etwas nicht so ist, wie es sein soll. „Wenn mir etwas nicht gefällt, übermale ich es einfach wieder. Manchmal sogar große Flächen oder das ganze Bild“, sagte sie. Kräftig farbig entstehen dabei Strukturen, die man anfassen möchte.

Von den Kuhbildern abgesehen, die bereits 2004 auf einer Alm bei Bad Reichenhall entstanden sind, sind die tierischen Motive neueren Datums. Sie beeindrucken durch ihre reduzierten Formen und ihre Farbigkeit. Die Katzen und Vögel sind stark stilisiert und gegenständlich, aber keinesfalls realistisch. „Bei diesen Bildern habe ich mich von internationaler Urban Art, die ich auf einer Ausstellung gesehen habe, inspirieren lassen. Bei den Straßenkünstlern muss es ja oft sehr schnell gehen, weshalb sie auch Schablonen benutzen. Das habe ich ausprobiert und festgestellt, dass man mit diesen wiederkehrenden Formen toll experimentieren kann“, erklärte Reichart, bei der das eine oder andere Tier auch mal Kopf steht oder dicht gedrängte Kühe ohne Schwanz und Kopf zu sehen sind. Bei diesem Gemälde mit dem Titel „schwarzgefleckt“ habe sie sich ganz auf die Flecken konzentriert, erklärte Reichart, und deshalb die meisten Körperteile beim Malen weggelassen. Interessant ist dabei, dass diese Ansammlung von Fellflecken vom Betrachter trotzdem eindeutig als Kuhherde erkannt wird. Bei einigen ihrer Bilder sei sie selbst vom Ergebnis überrascht. „Manches wird ganz anders als geplant“, sagte sie. Oft fehle bis zum Schluss auch ein Titel. Bei der Ausstellungsvorbereitung in der Seniorenresidenz kamen ihr dabei die Bewohner zu Hilfe, erzählte Reichart und zeigte den Vernissagebesuchern ein ursprünglich namenloses Bild. „Da habe ich eine Damengruppe, die beim Aufhängen der Bilder zugeschaut hat, gefragt, was das ihrer Meinung nach ist. Und sie waren sich einig, dass Schneedisteln zu sehen sind. Und so heißt das Bild jetzt auch.“

Bilder: Kunst- und Kulturtage in der Stadthalle

Musikalisch bereichert wurde die gut besuchte Vernissage durch das Klavier- und Posaunenspiel von Mina Munzel. Bürgermeister Joachim Knoke und Melanie Bopp, die stellvertretende Leiterin der Seniorenresidenz, begrüßten die Besucher. Knoke äußerte seine Freude, dass trotz schwieriger Zeiten und knapper Mittel Kunst in der Stadt präsentiert wird. Da das Rathaus ja wegen der Brandschutzsanierung als Ausstellungsort wegfalle, sei man besonders froh, in der Stadt so viele Geschäftsleute und Unternehmen zu haben, die ihre Räume für Kunstpräsentationen zur Verfügung stellen, sagte die bei der Stadt für Kultur zuständige Fachbereichsleiterin Sylvia Kloetzel. Im lebendigen Babenhäuser Künstlerkreis sei zudem angedacht, auch die Räume des Museums in Zukunft für Ausstellungen zu nutzen. In der K & S-Seniorenresidenz sind dreimal im Jahr wechselnde Kunstpräsentationen zu sehen. Die Bilder von Ine Reichart werden noch bis einschließlich Sonntag, 23. April, für Farbtupfer in der Wohnanlage sorgen.

Quelle: op-online.de

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