Traditionsturnier der Reiterszene

Große Konkurrenz um die Siegerschleife

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Im Einfachen Reiterwettbewerb konnten auch Reitschüler des gastgebenden Vereins auf den vereinseigenen Rössern ihr Können zeigen.

Babenhausen - Die Reitsportanlage an der Schwedenschanze war am Wochenende Schmelztiegel der Reiterszene des südhessischen Raumes und darüber hinaus. Von Ursula Friedrich

Bei sommerlichen Temperaturen trotzen Reiter und Pferd den schweißtreibenden Bedingungen, um beim Traditionsturnier des Reit- und Fahrvereins Babenhausen die Siegerschleife zu erringen. Ein schwieriges Unterfangen. Denn die Konkurrenz war bei stattlichen 1500 Nennungen an vier Turniertagen groß. Für 33 Dressur- und Spring-Prüfungen vom untersten Level bis zu knifffligen M- und S*-Prüfungen wurde gesattelt.

Schon die Kleinsten steckten tapfer bei über 25 Grad in weißen Blusen, Reitsakko und hohen Stiefeln, um in der Führzügelklasse auf knuffigen Ponys die Siege davonzutragen. Sportliche Höhepunkte waren die Dressurprüfung Klass M* am Sonntagnachmittag und die Springprüfung Klasse M** mit Siegerrunde, für die sich rund 50 Reiter angemeldet hatten.

Kinder schnuppern erstmals Turnierluft

Auf diesem Niveau hielten die Kinder des gastgebenden Vereins zwar (noch) nicht mit, striegelten die fünf Vereinspferde jedoch auf Hochglanz. Für die Reitschüler ist das eigene Turnier eine Chance, auch ohne eigenes Ross mitzumachen. Viele Kinder schnupperten erstmals im Dressurviereck Turnierluft.

Das Publikum spendete reichlich Applaus.

„Unsere Vereinspferde sind gut ausgelastet“, so die derzeitige Bilanz von Vereins-chef Manfred Willand zur Situation im Schulbetrieb. Seit eineinhalb Jahren verfügt der Verein über eine feste Ausbilderin, die den Nachwuchsreitern das Einmaleins der Reiterei vermittelt. Die Kontinuität im Ausbildungsbetrieb, auch für fortgeschrittene Reiter mit Turnierambitionen, die topgepflegete Anlage im Grünen und das gesellige Miteinander beflügeln das Vereinsleben. Zum Glück. Allein für die Ausrichtung des Traditionsturniers mussten 200 Helfer mobilisiert werden.

Zusätzliche Belastungen während der Vorbereitungen

„Wir hatten bei unseren Vorbereitungen mit zusätzlichen Belastungen zu kämpfen“, berichtete der Vorsitzende, der das Turnier gemeinsam mit Ingo Dries leitete. Ein Baum hatte in einer stürmischen Nacht das Vordach der Reithalle zertrümmert. Ehrenmitglied Ralf Geißler fackelte nicht lang, und stellte seine zahlreichen Gerätschaften zum Zerlegen und Abtransport zahlreicher Bäume zur Verfügung.

Manfred Willand kann sich auf sein Team verlassen. Auch auf die Pächter der Reitergaststätte, die tüchtig mithalfen und viele Leckereien servierten. „Unsere Stärke ist, dass wir insbesondere bei der Austragung unseres Turniers alles alleine und ehrenamtlich machen“, sagte der Vorsitzende. Im Vorfeld traf die Turnierleitung dennoch einen weisen Entschluss: Mit über 1 500 Starts ist die Kapazitätsgrenze erreicht – im Vorjahr waren es 1 700 Nennungen, die es logistisch zu stemmen galt.

Ländliches Turnier besitzt eigenen Charme

Das ländliche Turnier mit durchaus schweren Prüfungen besitzt seit vielen Jahren seinen eigenen Charme – und zieht nicht nur Pferdefreunde an. Zahlreiche Bürger lockte das schöne Wetter und die beliebte Turniergastronomie an die Schwedenschanze. Von deutscher Currywurst bis französischen Crepes, zünftigem Handkäs´ bis leichtem Salatteller, Hackbraten und jeder Menge Kuchen reichte das kulinarische Repertoire. Und hier wird am heutigen Montag nicht nur sportlich eins drauf gesetzt. Das traditionelle Spanferkel-essen wird wie immer gemeinsam mit dem S*-Springen zum sportlich-kulinarischen Höhepunkt. Ab 18 Uhr wird das S*-Springen mit vielen Größen der überregionalen Szene ausgetragen. Für Unterhaltung sorgt der Posaunenchor Langstadt.

Das Turnier vom vergangenen Jahr

Reitturnier an der Schwedenschanz

Quelle: op-online.de

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