Reize für Augen und Nase

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Der neue Herigar-Vorsitzende ist Ingo Rohrwasser (rechts). Er löst Achim Knick (Mitte) ab, der zur Wahl nicht mehr angetreten ist. Im Amt bestätigt wurden Kassenrechner Kilian Kumpf, die zweite Vorsitzende Maren Gatzemeier und Schriftführerin Sabine Walz (von links).

Hergershausen ‐ Inspiriert von den Entwürfen der Studenten der Hochschule Geisenheim, die den „Garten für alle“ als Semesterarbeit bearbeitet haben, soll ein Schulgarten mit dem angrenzenden städtischen Wiesengrundstück, insgesamt 1 000 Quadratmeter Fläche, als Sinnengarten bei der Alten Schule entstehen.  Von Petra Grimm

Diese Pläne des Vereins Herigar erläuterte die zweite Vorsitzende Maren Gatzemeier bei der Jahreshauptversammlung. Eine Kastanie mit Rundbank wird zum Verweilen einladen. Eine Laube mit zwei Gängen, bepflanzt mitKletterrosen und Clematis, sollen Reize für Augen und Nase bieten. Hochbeete mit verschiedenen Kräutern laden zum Fühlen und Schmecken ein. Ein landschaftlich geprägter Gartenteil ist geplant mit gemähten Rasenwegen, die durch eine Wiese mit Blütensaum führen. Eine Hecke mit heimischen Wild- und Blütengehölzen soll den Garten zur Straße hin abgrenzen. Hier könne sich die Natur frei entfalten, Vögel und Insekten beobachtet werden, erklärte Gatzemeier, die für weitere Sinneseindrücke einen „Summstein“ oder eine Baumtrommel vorschlug.

30 Prozet über Fördermittel

Für die Realisierung dieser Pläne muss noch geklärt werden, was die Stadt mit dem an den Schulgarten angrenzenden Stück Land, das eingebunden werden soll, vorhat. Die Vereinsmitglieder wünschen sich einen Erbpachtvertrag, um dort ihren insgesamt 35 000 Euro teuren Sinnengarten anlegen zu können. Etwa 30 Prozent der Kosten könne man über Fördermittel abdecken, wusste Gatzemeier. Für die restliche Summe wolle man Großsponsoren ansprechen. Außerdem ist, wie immer bei Herigar, viel Eigenleistung geplant.

Bei der Jahreshauptversammlung gab es auch Wahlen. Neuer Vorsitzender ist Ingo Rohrwasser, 41-jähriger Diplom-Volkswirt und Vater von drei Kindern. Der bisherige Vorsitzende Achim Knick trat zur Wahl nicht mehr an. Im Amt bestätigt wurde die engagierte zweite Vorsitzende Maren Gatzemeier, die sich von den Versammlungsteilnehmern nicht überreden ließ, das Amt der ersten Vorsitzenden zu übernehmen. Wieder gewählt wurden auch der Kassenrechner Kilian Kumpf und die Schriftführerin Sabine Walz.

Verein zählt aktuell 62 Mitglieder

Der vor etwa eineinhalb Jahren, am 3. Oktober 2009 gegründete Verein, der sich um die Verwaltung und sinnvolle Nutzung der zum Dorfgemeinschaftshaus umgebauten Alten Schule kümmert, hat einiges erreicht. Gatzemeier blickte zurück, aber auch nach vorne. „Nach der Gründung lag unser Schwerpunkt zunächst auf der Einrichtung des Hauses und der Anwerbung von Mitgliedern. Es ging darum, das Haus mit Leben zu füllen“, sagte sie. Der Verein, der aktuell 62 Mitglieder hat, will die dörfliche Identität und Gemeinschaft stärken und die Jugend und die älteren Bürger fördern. „Die Alte Schule soll ein Ort für Austausch und Begegnung werden“, sagte Gatzemeier.

Dazu wurden jede Menge Generationen übergreifende Veranstaltungen organisiert. So gab es beinahe monatlich Vorträge zu verschiedenen Themen. Die Offenen Gärten und Höfe kombiniert mit einer Kunstausstellung und Flohmarkt lockten im Juni wieder Menschenscharen an.

Fest auf dem Dalles und das Kommunale Kinderkino

Das einjährige Bestehen feierte der Verein mit einem Tischkickerturnier und Live-Musik. Ein Obstbaumlehrpfad wurde angelegt. Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders lud Herigar zur Wintersonnenwendfeier. Zum Programm für Kinder und Jugendliche gehörten das Ostereierfilzen, eine Halloweenparty, Basteln von Weihnachtsbaumschmuck beim Fest auf dem Dalles und das Kommunale Kinderkino. Zu den regelmäßigen, wöchentlichen Nutzern der Räume gehören die Senioren des DRK, das Hergershäuser Damenkränzchen, die musikalische Früherziehung des TVH, Yoga und Aerobic. Es gibt unregelmäßige Nutzer, wie Parteien, das Vereinsgremium und das Ortsgericht, außerdem Buchungen für private Feiern. Ein Vereinslogo, eine Homepage und Flyer wurden gestaltet, ein Vereins-T-Shirt angeschafft.

Nicht ganz zufrieden ist der Vorstand mit der rechtlichen Situation. „Wir streben einen Vertrag mit der Stadt an, in dem die Pflichten und Rechte der Stadt als Besitzer der Alten Schule und die Pflichten und Rechte von Herigar als Verwalter und Nutzer genau festgelegt sind. Wir haben bereits einen Vertragstext entworfen, aber noch keine Unterschrift von Seiten der Stadt“, sagte Gatzemeier.

Quelle: op-online.de

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