Giuseppe und Valeria Castro haben das richtige Hobby gefunden

+
Valeria (oben) inspirierte ihren Bruder, mit dem Tanzen anzufangen. Rechts: Giuseppe mit Tanzpartnerin Pia.

Babenhausen - Die eigene Schwester diente Giuseppe Castro zum Vorbild. Valeria ist fünf Jahre jünger als er. Sie betrieb den Sport bereits seit einem Jahr, als sich der heute 17-Jährige entschloss, es auch mal zu probieren. Von Domenico Sciurti

Das war vor sieben Jahren, seitdem machte er große Fortschritte. „Wir hätten nicht gedacht, dass er im lateinamerikanischen Tanzen so gut ist“, sagt Mutter Antonella stolz.

Seit nunmehr fünf Jahren trainiert Giuseppe nun schon beim Tanzsportclub Schwarz-Gold in Aschaffenburg. Unterricht bekommt er von Motsi Mabuse, die deutschlandweite Bekanntheit errungen hat, seitdem sie mit Dieter Bohlen in der Jury von „Das Supertalent“ sitzt. Dank ihren Anleitungen konnte Giuseppe bereits viele Medaillen und Pokale mit nach Hause nehmen. Ganz Deutschland bereiste er: von Frankfurt über Stuttgart bis nach Berlin. Derzeit schmücken sich er und seine Tanzpartnerin Pia aus Offenbach sogar mit dem Hessenmeister-Titel.

Der Langstädter Giuseppe Castro mit seiner Tanzpartnerin Pia aus Offenbach.

Das Tanzen mache ihm viel Spaß, sagt er, auch wenn es gerade am Anfang nicht immer einfach wahr. Probleme hatte er mit seinen Schulkameraden, die das nicht als Männersport ansahen, wie der 17-Jährige erklärt. „Einmal rief sogar der Schuldirektor zuhause an“, fügt Mutter Antonella hinzu. „Er sagte, er habe Giuseppe dabei beobachtet, wie der auf dem Schulhof ein paar Tanzschritte probte. Ich war sprachlos, fragte ihn, wo das Problem liege.“ Erst als die ersten Zeitungsberichte über Giuseppe veröffentlicht wurden, fingen die anderen an, die Sache zu akzeptieren, erinnert sie sich.

Beim Tanzen eine neue Welt entdeckt

Viele Sportarten hat Giuseppe, der hauptberuflich eine Ausbildung zum Friseur macht, vorher ausprobiert. Doch nichts habe ihn je genug gereizt, dass er dabei auch hätte bleiben wollen, erklärt der Langstädter. Fußball, Tischtennis, Schwimmen. „Im Schwimmen war er sogar richtig gut“, wirft die Mutter ein. Irgendwas anderes sollte es aber sein. „Das war alles nicht das Richtige für mich“, ergänzt er. Spontan habe er es also versucht und dabei eine neue Welt entdeckt.

Giuseppe verbindet mit dem Sport auch seine Wurzeln. Seine Familie kommt aus der Region Catania auf der süditalienischen Insel Sizilien. Er erklärt: „Auf jeder Familienveranstaltung gibt es da Gelegenheit zum Tanzen.“ Deswegen sei es ihm sehr wichtig, sein Talent unter Beweis stellen zu können.

Das Tanzen ist zu einer Leidenschaft geworden, die Giuseppe äußerst ernst nimmt. Obwohl er bereits in die nächsthöhere Liga aufsteigen könnte, hätten er und seine Tanzpartnerin entschieden, zunächst noch in der B-Liga der Jugend zu bleiben. Noch ein Jahr wenigstens, sagt er, dann müsse er ohnehin in die Hauptgruppe, denn dann ist er volljährig. „Die A-Liga ist eine ganz andere Klasse“, betont er. Viel mehr müsse er dafür können, er will sich gut vorbereiten.

Auch kleine Schwester tanzt leidenschaftlich gerne

Während Giuseppe erzählt, sitzt Valeria Castro neben ihm, ihren Blick auf den großen Bruder gerichtet. Ein Lächeln ziert ihren Mund. Heute ist wohl er das Vorbild für sie. Denn auch die Zwölfjährige tanzt leidenschaftlich gerne. Sie bewundere die Bewegungen, die Gesten, den Ausdruck der Profitänzer.

Leider hatte Valerie nicht das Glück, sofort einen Tanzpartner zu finden. „Ich habe vier Jahre lang gesucht“, sagt sie. Unter den Jungs in ihrem Alter sei es besonders schwierig, einen Tänzer zu finden. „Die spielen lieber Fussball“, sagt ihre die Mutter. Seitdem sie aber endlich einen Partner gefunden hat, über ein Jahr ist es nun her, startet auch sie richtig durch, trainiert viel und besucht fleißig Turniere. Noch ist sie keine Landesmeisterin geworden wie ihr großer Bruder, aber den zweiten Platz in der Junioren-Liga konnte sie bereits erklimmen. Valeria möchte das Tanzen ebenfalls weiterhin ernst angehen. Sie und ihr Bruder üben fast jeden Tag in der Woche neue Tanzschritte ein. Wenn die jeweiligen Tanzpartner keine Zeit haben, dann trainiert das Geschwisterpaar eben miteinander. Ob die beiden das Tanzen aber irgendwann mal zum Beruf machen werden, dass wissen beide noch nicht so genau. Das zeige die Zukunft, sind sie sich einig.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare