Rock"n"Roll im Vogelnest

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Am Samstagabend laden die Schaafheimer Rock’n’Rollers zur zweiten Rollschuhdisco ein.

Schaafheim - Der Schaafheimer Stadtteil Mosbach ist äußerst ländlich geprägt. Das heißt aber nicht, dass sie dort hinter dem Berg leben. Ganz im Gegenteil: Beim Rollschuhfahren – nicht zu verwechseln mit Inlineskates –hat der Ort derzeit die Nase vorn. Von Michael Just

„Das Rollschuhlaufen kommt wieder in Mode“, sagt Dana Kimmel. Die 27-jährige hat das Fahren auf den kleinen Rollen, die für die Neuzeit reichlich ungewohnt in Zweierpaaren und nicht einzeln hintereinander montiert sind, vor eineinhalb Jahren zum FSV Mosbach gebracht. Ursprünglich kommt die Bürokauffrau aus Sachsen, vor zwei Jahren zog sie aus beruflichen Gründen in den Schaafheimer Gemeindeteil. Die Rollschuhe durften dabei in ihrem Gepäck nicht fehlen.

Rock"n"Rollers heißt die Rollsportgruppe, die derzeit 16 Kinder und Jugendliche umfasst, fast ausnahmslos Mädchen. „Bei deren Gründung war es für mich wichtig, vor allem für Mädchen ein Freizeitangebot zu schaffen. Für die gibt es oft viel zu wenig“, erzählt Kimmel, die komplett ehrenamtlich agiert. In der Rollermädchen-Riege findet sich ein Junge. Auf den ist Dana Kimmel wegen seiner großen Motivation besonders stolz. Wer den Rock"n"Rollers auf die Füße schaut, der sieht, dass sie fast ausschließlich Rollschuhe übergezogen haben und keine Inliner. „Mit Inlinern kann man keine Kunststücke machen“, weiß die Expertin und erzählt von der Vielzahl an möglichen Figuren. Die heißen Dreiersprung, Vogelnest, Flieger, Zirkel oder Hocke und sind mit dem Eiskunstlaufen verwandt. Der Stopper an den Rollschuhen ist nicht nur zum Bremsen da. Er hat vor allem bei den Sprüngen eine wichtige Funktion. Damit stoßen sich die Tänzer vom Boden ab ohne wegzurollen.

Inlineskater nicht zu sehen

Inlineskater sind bei den Rock"n"Rollers in den Trainigsstunden nicht zu sehen. Aber fast alle Mädchen haben ein Paar zuhause. Selbst die Trainerin. „Rollerblades fahre ich vor allem, um meinen Körper fit und in Form zu halten“, sagt Kimmel, die zweifache Mutter ist.

Lea Schmitt (14) und Vanessa Fernsebner (13) gehören zu den ältesten und den besten Fahrerinnen der Gruppe. Beide sind von Anfang an dabei. Mit schwarzen Leggings, schwarzen T-Shirts und schwarzen Rollschuhen heben sie sich optisch von den jüngeren Kolleginnen ab. „Ich habe vorher Kunstradfahren gemacht und dann einen neuen Sport gesucht. Beim Rollschuhfahren gefallen mir vor allem die Kunststücke“, erzählt Lea. In Kombination mit Reiten ihre ideale Freizeitbeschäftigung.

Zweite Rollschuh-Disco in der Mosbacher Mehrzweckhalle

Diesen Samstag, 24. November, warten die Rock"n"Rollers mit einer besonderen Veranstaltung auf: Dann findet die lang ersehnte zweite Rollschuh-Disco in der Mosbacher Mehrzweckhalle statt. Die erste im Januar übertraf mit 70 Besuchern alle Erwartungen. „Wir wollten nur was Kleines machen, und dann hat die Sache so richtig eingeschlagen“, sagt Kimmel. Auch diesmal sind alle Rollschuh- und Inlinefahrer jeglichen Alters willkommen. Das Motto: Halloween.

Wer im Kostüm kommt oder mit Bemalung, kann für die gruseligste Verkleidung gekürt werden. Musik liefert ein DJ, für Essen und Getränke ist auch gesorgt. Die Veranstalter bitten darum, vorher zu kontrollieren, ob die Rollen zum Schutz des Hallenbodens frei von kleinen Steinen sind. Los geht es um 18 Uhr, der Spaß endet um 22 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro. Wer wissen möchte, was die Rock"n"Rollers in ihren Übungsstunden machen, kann schon ab 12 Uhr in die Halle kommen und bei einem internen Wettkampf zuschauen.

Quelle: op-online.de

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