Schulsporthalle getauft

Nach 30 Jahren ein Name

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Gleicher Ort, aber neuer Name: Teams der SG Rot-Weiss vor der Willy-Willand-Halle.

Babenhausen - Vorbei die Zeiten des Provisoriums. Von der Decke baumeln keine Eimer mehr, die das eintretende Regenwasser auffangen und einen Namen hat die Halle jetzt auch: Am Donnerstag wurde die Schulsporthalle auf den Namen von Willy Willand getauft, der die SG Rot-Weiss 1974 mitgründete. Von Stefan Scharkopf 

Der engagierte Babenhäuser verstarb 2012. Im vergangenen Jahr war das Dach der Halle so sanierungsbedürftig, dass es nicht mehr geflickt werden konnte, sondern komplett saniert werden musste. Durch verschiedene Wassereinbrüche mussten daraufhin die Prallwand und ein Teil der Deckenplatten in der Halle und im Foyer erneuert werden. Der Rest wurde gestrichen. Ebenso wurden Arbeiten an der Trinkwasserleitung vorgenommen. Die Maßnahme kostete 300.000 Euro, wie der Landkreis als Besitzer der Halle auf Anfrage mitteilt.

Das Logo ist an der Außenfassade angebracht. Die Quadrate symbolisieren die 23 Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Diese Arbeiten wurden im Rahmen der laufenden Bauunterhaltung veranlasst und dienen einer Werterhaltung des Gebäudes und dem ordnungsgemäßen Betriebsablauf für den Schulsport. Die Halle müsste - ebenso wie viele andere Schulsporthallen des Landkreises - wegen ihres Alters eigentlich grundhaft saniert werden. Allerdings wird aus Kapazitätsgründen jedoch zunächst das vom Kreistag beschlossene Schulbau- und Schulsanierungsprogramm abgearbeitet. Es gab Überlegungen, die Halle abzureißen. Doch wie Kreis-Pressesprecher Frank Horneff sagt, entscheide sich im Einzelfall nach gründlicher Untersuchung der Bausubstanz, der anstehenden Sanierungen und einer sich daran anschließenden Wirtschaftlichkeitsberechnung im Vergleich zur Erstellung eines Neubaus, ob eine Halle abgerissen wird. Eine solche Untersuchung wurde für die Halle nicht vorgenommen und ist derzeit auch nicht vorgesehen.

Auf Initiative des Gremiums der Babenhäuser Vereine und der SG Rot-Weiss, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert und zu deren Gründer Willy Willand gehörte, erhielt die Halle nun seinen Namen. Sichtbares Zeichen ist das Logo, das an der Außenfassade angebracht ist. Es ist aus Stahl, wird von innen beleuchtet und zeigt zwei Sportler im Lauf vor dem Hintergrund des Landkreisemblems. Entstanden ist das Logo nach einer Idee vom SG-Vorsitzenden Andreas Bludau, hergestellt hat es eine Babenhäuser Stahlbau-Firma.

Der Landkreis hatte dem Anliegen des Gremiums und der SG Rot-Weiss zugestimmt, auch die Stadt Babenhausen unterstützte das Vorhaben. Gremiums-Vorsitzender Helmut Fendt, Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück, Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg und Bürgermeisterin Gabi Coutandin würdigten die Verdienste von Willand. So war er über 25 Jahre Vorsitzender des Gremiums der Babenhäuser Vereine. Seine Arbeit hatte erheblichen Einfluss auf das Altstadtfest und die Fastnacht. Er engagierte sich jahrzehntelang bei der SG Rot-Weiss in verschiedenen Funktionen. So trainierte er Jugendmannschaften, die auch an internationalen Turnieren, etwa in Norwegen und Schweden, teilnahmen. Auch politisch war Willand engagiert. Er war beispielsweise Stadtverordneter der SPD, von 1985 bis 1989 Erster Stadtrat und in dieser Zeit auch Mitglied des Kreistags.

Gisela Willand, Witwe des im Oktober 2012 Verstorbenen, sagte am Donnerstag: „Willy wird uns sicher mit einem Lächeln zuschauen. Ihm hätte es heute gefallen.“

Quelle: op-online.de

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