Rotes Kreuz zieht Leute an

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Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Dieburg, Jens Schwarz, eröffnete gestern den Kleiderladen in der Fahrstraße 16. Angela Brandt, Elfie Kunz und Cornelia Mauermann (von links) arbeiten ehrenamtlich in dem Geschäft.

Babenhausen ‐ Schick für wenig Bares: Wer einen schmalen Geldbeutel hat und auf der Suche nach einem neuen Outfit ist, hat jetzt im „Anziehpunkt“ in der Fahrstraße 16 eine Anlaufstelle. Von Stefan Scharkopf

Gestern wurde der Second-Hand-Kleiderladen eingeweiht, der sich in den Räumen des ehemaligen Damenmode-Geschäfts von „Fendt & Rausch“ befindet. Betrieben wird der „Anziehpunkt“ vom Kreisverband Dieburg des Deutschen Roten Kreuzes. Es ist der erste Kleiderladen im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Im Unterschied zu einer Kleiderkammer, wie es etwa in Dieburg eine gibt und für deren Nutzung man einen Bezugsschein wegen Bedürftigkeit braucht, können hier alle Interessenten stöbern, die günstige gebrauchte Kleidung suchen.

Die Ware erhält das DRK aus Spenden der Bevölkerung. Auch Schmuck, Schuhe, Haushaltstextilien, Bücher und Spielsachen werden häufig abgegeben und runden das Angebot ab. Als besondere Zielgruppe will das DRK verstärkt kinderreiche Familien und Alleinerziehende sowie Menschen mit geringem Einkommen ansprechen.

Mindestens neun weitere Frauen gesucht

„Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, sich und seine Familie mit qualitativ guter und preiswerter Kleidung zu versorgen“, sagte DRK-Geschäftsführer Jens Schwarz.

Im Kleiderladen arbeiten vorrangig Damen, die mit ihren Zeitspenden ehrenamtliches Engagement zeigen. Sie sind für Sortierung, Aufbereitung und Preisauszeichnung sowie Beratung der Kunden zuständig. Neun Frauen sind es derzeit, davon haben zwei bereits für „Fendt & Rausch“ gearbeitet, kennen das Geschäft also bestens. Wie Schwarz sagte, werden noch mindestens neun weitere Frauen gesucht, die ehrenamtlich mithelfen wollen.

Gut erhaltene Kleidung, Schuhe und Haushaltswäsche können während der Öffnungszeiten abgegeben werden; sie sollen möglichst sauber und zusammengelegt in Kartons oder Kunststofftüten verpackt oder auf Kleiderbügel hängend gebracht werden. Unterwäsche und Erstausstattung für Säuglinge, verschmutzte, zerrissene oder schon sehr alte zum Wiederverkauf nicht mehr geeignete Kleidung sollten aber für die Altkleidercontainer bestimmt sein.

Öffnungszeiten ab 6. April: dienstags, donnerstags, freitags, 9 bis 12.30 und 14.30 bis 18 Uhr, sowie jeden ersten Samstag im Monat.

Wie DRK-Kreisverbandsvorsitzender Dietmar Schöbel sagte, sei die Eröffnung des Kleiderladens ein Schritt in Richtung „soziale Stadt“. Auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin begrüßte das Engagement des DRK und lobte die ehrenamtlich tätigen Damen. Nicht vergessen werden dürfe aber, dass solche Initiativen nicht unumstritten seien, denn Ziel müssten strukturelle gesellschaftliche Änderungen sein und der Staat habe Verantwortung zu übernehmen. Dennoch sei in der derzeitigen Situation mit Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und der Zunahme an Sozialkaufhäusern und Schuldnerberatung die Einrichtung praktische Lebenshilfe. „Wer wenig für Kleidung ausgeben muss, hat Geld für Heizung oder den Schulbedarf für die Kinder.“ Die Stadt Babenhausen werde auch das Thema Tafel, für die „überschüssige“, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel gesammelt und an Bedürftige weitergegeben werden, angehen.

Quelle: op-online.de

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