S-Springen als Krönung

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Moritz von Tresckow vom Dieburger Reitclub auf Capricia.

Babenhausen ‐ Eines vorweg, was sich besonders Laien des Reitsports am Wochenende in Babenhausen oftmals fragten: Die Hitze des deutschen Sommers 2010 ist fürs Ross kein Problem. Von Jens Dörr

„Ein paar sind heute zwar nicht angetreten, das hängt dann aber meist damit zusammen, dass sich der Reiter das nicht antun wollte“, sagt Manfred Willand, seit 18 Jahren Vorsitzender des ausrichtenden Reit- und Fahrvereins Babenhausen.

Seit Freitag und noch bis einschließlich heute Abend stellt der 300 Mitglieder zählende RFV – unter ihnen sind etwa 150 aktive Reiter – wieder ein Turnier der Superlative auf die Beine. Kein Wunder, dass die Kreismeisterschaften in Dressur und Springreiten integriert wurden und das Babenhäuser Turnier neben dem in Groß-Zimmern das größte der Umgebung ist.

Wie im vergangenen Jahr gab es wieder rund 1400 Nennungen, mancher Reiter reist mit mehreren Pferden an und geht mit ihnen auch in mehreren Wettkämpfen an den Start. Klar, dass die Hitze keinen Einfluss auf die Zahl der Nennungen hatte: Die Teilnehmer müssen ihren Start vier Wochen vor dem Turnier angemeldet haben. Was für Willand bei gleichbleibender Zahl der Nennungen positiv ist: „In den schwächeren Klassen sind es zwar etwas weniger Teilnehmer, dafür mehr in den hochkarätigen Wettbewerben. Das spricht für die Güte unseres Turniers.“

Bilder vom Reitturnier

Turnier des Reit- und Fahrvereins

Dass sich das in der Reitsportszene längst einen guten Namen gemacht hat, hat mehrere Gründe: „Wir machen jährlich ein Turnier, deshalb wird auch ständig in den Parcours investiert“, so Willand. Hindernisse im Wert von 25.000 Euro stehen dort, hinzu kommen der spezielle Untergrund und der gut gepflegte Abreitplatz. Auf dem Hauptplatz wurde erst im Mai dieses Jahres ein neuer Bodenbelag – ein Gemisch aus speziellem Sand und Holzspänen – aufgebracht.

Nicht zu unterschätzen auch beim diesjährigen Turnier, dem 32. des RFV Babenhausen in Folge: das gastronomische Angebot. „Wir waren vor kurzem bei einem Turnier in Pfungstadt, da gab es Bratwurst mit Pommes und Pommes mit Bratwurst“, meckerte ein Reiter am Samstagmittag. In Babenhausen sei dies eine ganz andere, schmackhaftere Welt. Die Palette an Gaumenfreuden muss an dieser Stelle einfach mal aufgezählt werden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn wechselnde Tagesgerichte gehören beim RFV fast wie im Restaurant dazu. Et voilà: Bratwurst, Currywurst, Hackbraten, Handkäs, Wurstsalat, Pommes, Salate, belegte Brötchen, Mettweck, Reiterbaguette, Torte, Kuchen, Wassermelone, Laugenbrezel, Eier mit Speck. „Wobei wegen der Hitze weniger verzehrt wird als sonst“, wie Willand und seine zahlreichen Helfer festgestellt haben.

Krönung bildet das Springen der S-Klasse

Apropos Helfer: 250 Schichten gab und gibt es noch bis heute Abend zu besetzen. „Mir macht es einfach Spaß zu sehen, wie die Chemie und die Mischung in unserem Verein stimmen“, sagt der Vorsitzende. Auch viele Junge brächten sich sehr gut ein. Das motiviere ihn zum Weitermachen, auch nach fast zwei Jahrzehnten an der Spitze des Vereins.

Wer vor lauter Kulinarischem indes noch Blick für den Sport behielt, der sah schon in den ersten Wettbewerben auf Dressur- und Springreiterplatz sehenswerte Leistungen (Top-Ergebnisse der Babenhäuser Reiter folgen separat in einer der nächsten Ausgaben).

Die Krönung bildet das Springen der S-Klasse (mit Stechen) heute ab 18 Uhr. Im Anschluss spielt das Blasorchester Babenhausen. Beide zusammen dürften wieder hunderte Besucher anlocken.

Quelle: op-online.de

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