Sanierung des evangelischen Kindergartens

Bei jeder Runde klingelt die Kasse

+
Sportlich für die gute Sache: Rund 25 Kinder legten sich beim Sponsorenlauf des evangelischen Kindergartens ins Zeug.

Babenhausen - Für die Sanierung des evangelischen Kindergartens fehlt das Geld. Deshalb laufen die Kinder für den guten Zweck. Von Michael Just 

Die Antwort des kleinen Matthis konnte nicht überzeugender klingen: „Ich bin doch Handballer!“, sagt er auf die Frage, wie es möglich war, dass er beim Sponsorenlauf des evangelischen Kindergartens sensationelle 31 Runden um die Stadtkirche schaffte. Mit seinem ersten Sponsorenlauf betrat der Kindergarten, der in der Martin-Luther-Straße angesiedelt ist, am Wochenende Neuland. Initiiert und organisiert hatte die Veranstaltung die Elternschaft, zu der auch Simone Reidel gehört. „Wir brauchen finanzielle Mittel für die Sanierung der Einrichtung“, berichtete die Mutter über die Hintergründe der Aktion.

Nach Jahrzehnten der Nutzung würden nicht nur die sanitären Anlagen nach einer Überholung verlangen, um den vielfältigen Vorgaben des Kinderförderungsgesetzes gerecht zu werden. „In erster Linie geht es darum, ein Zeichen für den Fortbestand des Kindergartens setzen. Viele Eltern, die jetzt sponsern, sind hier selbst groß geworden“, hob Reidel über eines der ersten Kinderbetreuungsangebote in Babenhausen hervor.

Termin für Sanierung steht noch nicht fest

Derzeit zählt der Hort 25 Wichtel. Zum Sponsorenlauf meldeten sich 28 Kinder an. Die Zahl kam durch Geschwister zustande, die ebenfalls zum Mitlaufen eingeladen waren. Neben dem siebenjährigen Matthis schnürte die ein Jahr ältere Annika die Laufschuhe. In einer Gruppe genoss die Schülerin vor dem Lauf den Spaß, sich mit Übungen und Herumtollens aufzuwärmen. Ganz anders ihre kleine Schwester Alicia (4), die noch in den Kindergarten geht und an diesem Nachmittag weitaus weniger Bewegungsdrang verspürte. „Sie ist ein bisschen müde“, erklärte Mutter Nicole Blümler (34), die die Kleine auf dem Arm hielt. Zusammen mit Oma und Opa zeigte sich die Familie als äußerst großzügig für die gute Sache: Sieben Euro pro Runde und pro Kind hatten sie zugesagt. Gerechnet wurde mit 150 Euro.

Auf der 150-Meter-Strecke präsentierte sich Tochter Annika als Laufwunder: Zwölf Runden wollte sie schaffen, 24 wurden es am Ende. Auch bei anderen Eltern mutierte der Nachwuchs unerwartet zum Olympiaanwärter, so dass einige Väter und Mütter den Gesamtsponsorenbetrag kurzfristig noch auf ein Maximum festlegten.

Wie Simone Reidel gestern berichtete, brachte der Lauf rund 1 900 Euro ein. Dazu kamen noch 200 Euro durch die Kuchentheke. Wann die Sanierung im evangelischen Kindergarten beginnt, steht noch nicht fest. Laut der Babenhäuserin gibt es zwar schon Entwürfe vom Architekten, die Verhandlungen über Zuschüsse von der Kirchenverwaltung und der Stadt seien aber noch am Laufen.

Quelle: op-online.de

Kommentare