Tannenhof feiert Geburtstag

Hier genießen rund 120 Strauße die Frühlingssonne

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Ein Prachtexemplar von einem männlichen Strauß. Insgesamt leben derzeit rund 120 Tiere auf der Farm.

Die Straußenfarm Tannenhof besteht seit zehn Jahren. Der runde Geburtstag wird mit einem verlängerten Hoffest im August und weiteren Aktionen gefeiert. Die Laufvögel indes genießen die Frühlingssonne.

Schaafheim – Morgens, kurz vor 10 Uhr, auf dem Tannenhof zwischen Schaafheim und Radheim. Mit großen Schritten eilen die Strauße auf die grüne Wiese, drehen sich im Kreis, spreizen die Flügel auseinander und genießen sichtlich die warmen Sonnenstrahlen. „Das sind die Jungtiere“, sagt Stephanie Roth: „Sie haben die Nacht im Stall verbracht und müssen nun ihre überschüssige Energie loswerden.“ Die älteren Tiere haben wie gewöhnlich auf den mit Unterständen versehenen großen Weiden genächtigt. „Die Kälte macht ihnen nichts aus“, weiß Roth zu berichten, die derzeit Herrin über rund 120 Exemplare der Laufvögel ist.

Seit zehn Jahren sind die ursprünglich in Afrika beheimateten Tiere ein gewohnter Anblick in der Hügellandschaft des Bachgaus. Mit den Zuchttieren Bamburi, Sarai, Mara und Wanga betraten die Roths 2009 Neuland – auch für die Behörde, die die Genehmigungen erteilte. „Das war nicht immer einfach“, erinnert sich Stephanie Roth.

Ziel sei es gewesen, von der Straußenzucht zumindest leben zu können. Ein Jahrzehnt später wissen Roths, dass sie vieles richtig gemacht haben. Gefeiert wird der runde Geburtstag mit einem um einen Tag verlängerten Hoffest am Wochenende 17. und 18. August. Weitere Aktionen sind geplant, verrät Roth vor der nächstes Wochenende, 30. und 31. März, beginnenden Führungssaison.

Mit ihren Krallen können sich Strauße gut verteidigen – in der Wildnis sogar Löwen abwehren.

„Es wird Straußenburger geben“, wirbt die Hofbesitzerin um Ausflügler am kommenden Wochenende. Und verdeutlicht damit zugleich, dass die Straußenfarm kein Zoo mit exotischen Tieren ist, sondern ein Zuchtbetrieb, um Fleisch zu produzieren. Zwischen 120 und 150 Kilogramm wiegen die Tiere – etwa 25 Kilogramm Steak und Filet gibt es nach der Schlachtung. Hinzu kommen zehn Kilogramm für Wurst und Innereien. Das Besondere an dem Straußenfleisch: Mit seiner roten Farbe ähnelt es Rindfleisch. Und es stammt von den großen Oberschenkeln, die unter dem Federkleid verborgen sind. „Brustfleisch wie bei Hühnern gibt es bei den Laufvögeln nicht“, erklärt Roth: „Das Straußenfleisch ist cholesterin- und fettarm. Und es ist Freilandhaltung.“ Auch das Futter für die bis zu 2,80 Meter groß werdenden Hähne, die im Sprint bis zu 70 Stundenkilometer schnell werden können, bauen die Roths selber an.

Der rote Schnabel kennzeichnet die männlichen Tiere. Zur beginnenden Balzzeit wird er noch röter.

Mit dem Frühling beginnt auch die Paarungszeit. Schon bald werden die Hennen ihre Eier legen. Mehr als zwei Kilogramm kann eines wiegen. Zwischen 50 und 100 Küken schlüpfen anschließend.

Aus den großen Straußeneiern fertigt Stephanie Roth unter anderem Leuchten an. Die Lampen und vieles mehr bietet sie im Hofladen an.

Bei den angebotenen Führungen über das Areal – zu sehen gibt es auch Schafe und Hasen – können Interessierte mehr über die Tiere und die Zucht erfahren. Die Führungssaison eröffnet wird am Samstag, 30. März, um 12.30 Uhr. Führungen gibt es dann auch um 13.30 und 15.30 Uhr. Zu den gleichen Zeiten finden am Sonntag, 31. März, Führungen statt. Danach jeden Sonntag und Feiertag um 14.30 Uhr. Der Hofladen mit allem, was der Strauß hergibt – Fleisch, Eier, Federn – und von Stephanie Roth kreierten Kunstwerken, ist samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Infos im Internet unter straussenfarm-tannenhof.de

Von Norman Körtge

Quelle: op-online.de

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