Kampfsportschule seit 20 Jahren

Kampfkunst in Schaafheim – „Institut für Gesundheit“ ist eine der größten Schulen für Esdo-Sport in Deutschland

Seit 20 Jahren betreibt Thomas Draxler die Esdo-Schule in Schaafheim.
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Seit 20 Jahren betreibt Thomas Draxler die Esdo-Schule in Schaafheim.

„Ein wahrer Meister lernt nicht nur Dinge zu zerstören – er heilt auch.“ Diesen Satz eines Taewondo-Lehrers in Japan hat sich Thomas Draxler bis heute eingeprägt. Mit der Kampfkunst Esdo lebt der 57-Jährige diesen Gedanken aus und gibt ihn mit einer Handvoll Trainer sowie einem halben Dutzend Co-Trainer seit 20 Jahren in Schaafheim weiter.

Schaafheim - Der Großmeister, der als einer von nur drei Menschen in Europa den zehnten Esdo-Meistergrad besitzt und sich diesen 2018 zum 55. Geburtstag in einer vierstündigen Prüfungstortur „schenkte“, stößt mit seinen Räumlichkeiten am Müllerweg derzeit ein Grenzen. Zwar existiert ein Hygienekonzept, doch eben mal die Trainingsräume vergrößern, ist nicht möglich. Dies beflügelte den Gedanken, künftig mehr Einheiten unter freiem Himmel anzubieten – selbst wenn Corona Geschichte sein sollte. Gut, dass die Immobilie, in der Draxler sein „Institut für Gesundheit“ untergebracht hat, direkt am Schaafheimer Feldrand liegt. „Ich möchte die um einen Außenbereich ergänzen“, verrät der Tausendsassa, der einst über „Asiatische Kampfsportarten in Deutschland“ promovierte und zuletzt mit den „Jesus-Bikern“ und der „Papst-Harley“ Schlagzeilen machte. Seine Hoffnung, an das benachbarte (Gemeinde-)Grundstück zu kommen, ruht dabei auf einem Miettausch-Geschäft.

Kampfkunst in Schaafheim: Synthese von Gesundheits- und Selbstverteidigungssport

Profitieren würden dadurch in erster Linie Esdo-Schüler aus Schaafheim, aber auch aus Großostheim und Ringheim. „Das ist mein Einzugsgebiet“, sagt er, der im ersten Jahr seiner Kampfkunst-Schule zunächst nur seine Kinder trainierte. „Die standen dann auf einmal mit ihren Freunden da“, skizziert er die Anfänge und das rasche Wachstum bis in den dreistelligen Bereich. Die Zahl der Schüler schwanke seit Jahren zwischen 120 und 160, „unter 100 lagen wir nie“, freut sich Draxler. Esdo wurde in Schaafheim also keine kurze Mode, sondern hat sich als fester Teil der lokalen Sportwelt etabliert.

Konkreter bezeichnet Draxler Esdo als „Synthese von Gesundheits- und Selbstverteidigungssport“. Esdo schaffe die Verbindung von beidem und gelte als europäische Variante zu den asiatischen Kampfkünsten. Der Sport wurde in der Bundesrepublik erfunden, ab Anfang der 90er Jahre stärker der Öffentlichkeit präsentiert. An die Bekanntheit von Judo, Karate oder Jiu Jitsu reicht Esdo zwar noch nicht heran, in Schaafheim aber spricht Draxler eine stattliche Zahl von Personen an. Und das, obwohl mit den ASV-Ringern im Kampfsport ohnehin seit Jahrzehnten eine Marke im Ort besteht.

Kampfkunst Schaafheim: Gesundheitsspezifischer Gedanke überwiegt die Jagd auf Medaillen

„Wir haben zu den anderen Vereinen ein gutes Verhältnis aufgebaut“, sagt Draxler. In Markus Thybusch ist auch ein langjähriger Ringkampfexperte mit Esdo-Meistergrad im Team.

Zugleich kämpft in einer der größten Esdo-Schulen Deutschlands nicht nur Masse, sondern auch Klasse: „Wir haben seit 15 Jahren immer mindestens einen gehabt, der einen Titel geholt hat“, sagt Draxler. Der breitensportliche und gesundheitsspezifische Gedanke überwiegt die Jagd auf Medaillen bei alldem aber klar. Seit vielen Jahren trainiert beispielsweise ein junger Mann mit Down-Syndrom in der Schaafheimer Esdo-Schule. Seine Schwarzgurt-Prüfung in feierlichem Rahmen sollte ein Höhepunkt des aktuellen Jubiläumsjahrs werden. Aufgehoben ist das nicht, wegen Corona lediglich auf 2021 verschoben. (Jens Dörr)

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