Polizei: Einbrecher geben schnell auf

Langfingern ihr „Werk“ erschweren

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Polizeihauptkommissar Hans-Peter Kleinhanß, Leiter der polizeilichen Beratungsstelle im Polizeipräsidium Südhessen, zeigt Sicherungen für Türen.

Schaafheim - Schlösser, Riegel und Alarmanlagen: Wer seine Wohnung wirksam vor Einbrechern schützen will, kann sich auf einfache Sicherungen nicht verlassen und sollte nachrüsten. Von Katrin Muhl 

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, zeigten Beamte der Polizei Südhessen in ihrem Präventionsmobil, mit dem sie in Schaafheim Halt machten.
Über 44 Prozent aller versuchten Einbrüche konnten 2017 durch mechanische Sicherheitstechnik verhindert werden. Das geht aus der aktuellen Polizeistatistik hervor, die Thorsten Schmidt, Chefredakteur des Sicherheitsmagazins, im Editorial der neuen Heftausgabe zitiert. Besagtes Exemplar des „Ratgebers für Sicherheit rund ums Haus“ bekam, wer sich im Präventionsmobil der Polizei Südhessen über Einbruchsschutz beraten ließ.

Für die vier Beamten um Hans-Peter Kleinhanß, Leiter der polizeilichen Beratungsstelle im Polizeipräsidium Südhessen, war der Rewe Markt in Schaafheim die letzte Station einer siebentägigen Tour, bei der sie im Landkreis auch in Darmstadt und Groß-Zimmern Tipps für besser gesicherte Wohnungen geben hatten.

Flinke Langfinger knacken herkömmliche Fenster in wenigen Augenblicken. Kleinhanß geht davon aus, dass die meisten Einbrecher dafür keine 20 Sekunden brauchen – eine Erkenntnis, die Nachrüsten zur Pflicht macht, möchte man das eigene Heim wirksam vor Dieben schützen. Kleinhanß empfiehlt Fensterstangenschlösser, Bändersicherungen oder Zusatzkastensicherungen, die den Kriminellen mehr Tüftelei abverlangen. Das schindet Zeit, die sie nicht haben. „Einbrecher geben nach etwa drei Minuten auf“, weiß Kleinhanß. Weil sie deshalb aber nicht unbedingt vom Objekt ablassen, rät der Experte, alle Fenster gleichermaßen zu schützen – Türen inklusive.

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In drei Viertel der Fälle verschaffen sich Einbrecher durch Fenster Zutritt in fremde Wohnungen, weil sie bei Türen dafür wegen des zusätzlichen Riegels länger brauchen. Einsteckschlösser mit Profilzylindern oder Schutzbeschlägen, Türspaltensperren oder Mehrfachverriegelungen bieten zusätzlichen Schutz, der sich bei versteckt liegende Türen, die etwa vom Garten in den Keller führen, bezahlt macht. Wichtig sei laut Kleinhanß, dass die Nachrüstung für Türblätter, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und andere eventuell vorhandene Zusatzssicherungen sinnvoll abgestimmt ist.

Sind Fenster und Türen ausreichend gesichert, können Hausbesitzer über eine Alarmanlage nachdenken. Kleinhanß ist überzeugt, dass sich die Investition lohnt – allerdings nur, wenn das Gerät den Empfehlungen entspricht, die die Polizei und der Verbund Deutscher Sachversicherer gegeben haben. Alarmanlagen aus dem Baumarkt könne man getrost im Regal stehen lassen, auch auf selbstgebaute Einbruchsmelder, wie er ihm von einem handwerklich begabten Schaafheimer gezeigt wurde, sei kein Verlass. „Wenn dadurch mehr als zweimal ein Fehlalarm ausgelöst wird, reagiert keiner mehr darauf“, ruft Kleinhanß ins Gedächtnis. Viel wirksamer sei eine auf die Wohnung der anderen achtgebende Nachbarschaft. Haben Anwohner ein Auge auf Hausierer, fremde Autos oder gar Einbrecher in Aktion und melden solche Beobachtungen der Polizei, werden Wohngebiete schnell unattraktiv für die Kriminellen.

Das Hessische Landeskriminalamt fördert diese Art von Nachbarschaftshilfe mit dem Projekt „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“. Und zwar indem sie Initialvorträge in Kommunen anbietet und Informationsmaterial versendet, um Bürger für eine erhöhte Aufmerksamkeit in ihren Wohngegenden zu sensibilisieren.

Wie die Polizei beim Einbruchschutz hilft

Wer sich eine individuelle Beratung wünscht, bei der geklärt wird, welche zusätzlichen Sicherheitstechniken für die eigene Wohnung sinnvoll sind, kann sich die Experten nach Hause einladen. Interessierte kontaktieren dazu die Polizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Südhessen, Orangerieallee 12, in Darmstadt, telefonisch erreichbar unter 06151/9694030 sowie per E-Mail an beratungsstelle.ppsh@polizei.hessen.de.

Quelle: op-online.de

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