Lebensmittel- und Pflanzenbörse rettet Essen vor der Tonne

„Verteilen nur, was wir auch essen würden“

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Vor allem Marmelade gibt’s derzeit bei der Lebensmittel- und Pflanzenbörse im Glockenturm der katholischen Kirche Schaafheim.

Schaafheim - Wohin mit den Lebensmitteln, die man nicht mehr essen kann oder will, auch wenn sie noch gut sind? Beispielsweise vorm Urlaub? Wegwerfen? Nein. Die Lebensmittel-Retter aus Schaafheim haben sich zum Ziel gesetzt, das zu verhindern. Von Lars Herd 

Gründerin der kleinen Gruppe, die seit August besteht, ist die Schaafheimerin Margarete Stefan. Unterstützt wird sie derzeit von drei weiteren Helferinnen. „Natürlich hoffen wir, dass noch ein paar Helfer dazu kommen. Umso mehr wir sind, umso weniger Arbeit hat jeder Einzelne“, sagt Stefan. Der offizielle Name der Gruppe ist „Schaafheimer Lebensmittel- und Pflanzenbörse“. Geöffnet hat sie einmal die Woche, jeden Samstag von 17 bis 19 Uhr im Glockenturm der katholischen Kirche, Am Eichwald. Vorbeischauen kann jeder, der entweder Lebensmittel braucht, oder auch welche abgeben will. Doch bei der Aktion geht es Stefan nicht nur um Lebensmittel, sondern eigentlich um alles, was zu Hause nicht mehr gebraucht wird. „Wir haben auch immer Kosmetikartikel und andere Sachen hier.“

Und wie kam sie auf die Idee, sich gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln und anderen Produkten einzusetzen? „In einer Regionalzeitung habe ich über Foodsharing aus Groß-Zimmern gelesen“, erklärt Stefan. Und diese Foodsharer hat sie sich zum Vorbild genommen. „Dann habe ich meine Idee in Facebook gestellt und habe gleich ein paar Leute gefunden, die helfen wollten“, so Stefan weiter. Doch wollte sie sich nicht der Organisation anschließen. Einerseits meint sie, dass der Name gerade für ältere Menschen zu schwer und nicht zuzuordnen sei, zum anderen haben ihr einige Auflagen nicht wirklich gepasst. „Manche Sachen kann man ja noch essen, obwohl sie abgelaufen sind“, erklärt sie. Natürlich habe sie auch rechtlich geprüft was passiert, wenn plötzlich jemand mit Magenschmerzen auftaucht. „Wir legen hier nichts hin, was man nicht essen kann. Wir verteilen nur das, was wir auch selbst noch essen würden.“

Auch Kosmetikartikel sind immer da.

Auffällig ist, dass sie jede Woche andere Produkte auf dem Tisch im Glockenturm liegen hat. Je nachdem, welcher Spender gerade da war, haben Stefan und ihre Helferinnen immer andere Produkte da. Derzeit gibt es beispielsweise viel Marmelade. Ein „Kunde“, der sie selbst gemacht hat, brachte einige Gläser vorbei, weil er aufgrund der Ernte schlichtweg zu viel hatte. „Wir freuen uns immer über Spenden, aber es ist auch nicht so, dass die Leute hier nur Geben oder Nehmen“, erklärt Stefan, dass auch viele Personen etwas vorbeibringen und im Gegenzug etwas mitnehmen. Wichtig ist der selbstständigen Schneiderin, die auch einige ihrer selbstgemachten Stücke hergibt, vor allem, dass jeder Mensch eingeladen ist – egal wie alt, welches Geschlecht und von welcher Konfession. Ebenso ist egal, wie wohlhabend jemand ist. Auch, wenn bedürftige Menschen zur Hauptzielgruppe zählen, gehe es in erster Linie um das Retten der Lebensmittel. Gerade nach den Weihnachtsfeiertagen, wenn viele Nahrungsmittel im Müll landen, freuen sich die Lebensmittel-Retter über Hilfe.

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Weitere Informationen zur Schaafheimer Lebensmittel- und Pflanzenbörse gibt es bei Margarete Stefan, 06073 80191, bei Katrin Cleff, 0157 71859189, oder auf Facebook: www.facebook.com/Lebensmittelretterschaafheim.

Quelle: op-online.de

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