Feuerwehr Harpertshausen

Scheunenbrand als Festauftakt

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Bevor es bei der Harpertshäuser Feuerwehr ans Feiern geht, wird erst eine Übung absolviert. Erst die Übung, dann das Essen und Trinken - Mit einer Schauübung eröffnete die Harpertshäuser Wehr ihr Sommerfest. Anders als im Ernstfall darf die Bevölkerung, und vor allem die Kinder, hier ganz nah dran sein.

Harpertshausen - Fast könnte man glauben, die Harpertshäuser Blauröcke plagt ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich dem Feiern hingeben, ohne davor etwas geleistet zu haben. Von Michael Just 

Kaum anders scheint es zu erklären, dass die Truppe auch in diesem Jahr vor ihr Sommerfest um 11 Uhr noch eine Schauübung setzt, bei der ein Scheunenbrand zu bekämpfen ist. Das schlechte Gewissen verneint Feuerwehrvereinsvorsitzender und Wehrführer Bernd Sauerwein. Stattdessen hat er eine andere Antwort parat: „Natürlich gibt es gemütlichere Möglichkeiten, in das Fest einzusteigen. Wir wählen aber bewusst eine kleine Übung, weil damit die Hoffnung einhergeht, dass die Bevölkerung, die immer Anteil an solchen Vorführungen nimmt, gleich im Anschluss auf das Sommerfest wechselt“, erklärt er. Auch bei der jüngsten Neuauflage ließen sich viele Bürger sowohl die Übung als auch das Fest nicht entgegen.

Dafür sorgten das Wetter und der gemütliche Rahmen, den die Gastgeber um das Feuerwehrhaus errichteten. Viel Mühe wurde zudem in die Speisekarte gesteckt: Hier ließ sich zwischen zwei Schnitzelvariationen, Spießbraten, Gyros und dem gewohnt Kurzgegrillten, wie Brat- und Rindswurst, wählen. Für Vegetarier hielt die Küche Ofenkartoffeln mit Quark bereit. Am Nachmittag wurde zum Ausklang Kaffee und Kuchen serviert. Für die jungen Besucher engagierte sich die Jugendwehr mit einem Menschenkicker, einem Nebel-Zelt und weiteren Spielen.

Während die Blauröcke in Sickenhofen bei ihrem Spritzenhausfest dieses Jahr zum ersten Mal offiziell noch den Samstagabend integrierten, will man es in Harpertshausen beim Sonntag belassen. „Das ist so Tradition, dazu bräuchte es auch hier wieder Personal“, hebt Bernd Sauerwein heraus, der nichts davon hält, das ehrenamtliche Engagement überzustrapazieren. Dies gilt umso mehr, als es mit Grenzgang, Schlachtfest und Kerb noch drei weitere Fest gibt, für die helfende Hände gebraucht werden. Bei den „Wirtschaftsdienstlern“ bedankt sich der Feuerwehrverein am 31. August mit einem Ausflug nach Darmstadt, wo im Rahmen einer Führung die Katakombenwelt der Heinerstadt inspiziert wird. Im Anschluss steht noch ein gemeinsames Grillen auf dem Programm.

Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz (2013)

Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz 

Bei der Schauübung rückte ergänzend die Wehr aus Langstadt und weitere Kameraden aus der Kernstadt an. Letztere fuhr mit dem Gelenkmast vor, so dass vor allem die Kinder beim Gucken der „rot-weißen Autos“, wie es ein Vater nannte, auf ihre Kosten kamen. Während die Übung lief, genossen Fritz Töpfer (69) und August Roth (67) schon das erste frisch gezapfte Bier des Sommerfest. Die beiden Rentner aus Richen drehen jeden Sonntagmorgen mit dem Fahrrad eine Runde. „Wir haben gewusst, dass hier Fest ist“, sagen sie und verraten kurz darauf, dass sie im Sommer die Richtung ihres Ausflugs durchaus danach festlegen, in welchem Ort gerade gefeiert wird. Das ermögliche einen gemütlichen Frühschoppen. Zum Mittagessen wollen die Männer aber nicht bleiben, da zuhause die Frau gekocht hat.

Bevor sie wieder aufbrechen, haben sie noch ein dickes Lob für Harpertshausen parat: „Früher gab es im Ort ganz tolle Kneipen. Da sind wir an Vatertag immer mit unserer Haus- und Hofkapelle hingelaufen“, erinnert sich Fritz Töpfer und ergänzt, dass man auch heutzutage regelmäßig Richer trifft, die nach Harpertshausen geheiratet haben oder hierhergezogen sind.

Quelle: op-online.de

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