Erwachsenenbasar

Schicke Mode bei den Wuselfrauen

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Der Harreshäuser Erwachsenenbasar hat den Vorteil, dass die Kleidung bereits vorsortiert ist. So findet jeder schnell das passende Stück. Die Harreshäuser Wuselfrauen luden zum zweiten Kleiderbasar für Erwachsene ein. Mit ihren Baby- und Spielzeugbasaren hat sich das Team in der Region bereits einen Namen gemacht.

Harreshausen - Geduldig steht der 40-Jährige an der Umkleide und nimmt die herausgereichten Kleider seiner Partnerin entgegen. „Sie hat einen ganzen Sack voll eingepackt“, berichtet Sascha, der seinen Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen will, mit einem Schulterzucken. Von Michael Just 

Fast 20 Minuten steht er nun schon vor dem Vorhang. „Es gibt Schlimmeres“, sagt er zu seiner Aufgabe, während er im nächsten Moment dann doch seiner Hoffnung Ausdruck verleiht, dass es bald nach Hause geht. Immerhin hat der Mann aus Mainhausen kurz zuvor auch ein T-Shirt für sich gefunden – und das zu einem Schnäppchenpreis von zwei Euro.

Beim zweiten Harreshäuser Wuselbasar für Erwachsene in der Mehrzweckhalle war es kein Problem, bei schicker Garderobe fündig zu werden. 80 Beschicker hatten Unmengen an Kleidung, Schuhen oder Taschen im Vorfeld abgegeben. Das machte den Vorteil der Veranstaltung aus, denn das Helferteam sortierte und legte dabei die gleichen Größen zusammen. So blieb jedem Gast, auch im Männerbereich, eine große Sucherei erspart. Für die Einkaufsrunde gab’s einen großen, blauen Einkaufsbeutel dazu, der später wieder abgegeben werden musste. Besonders schnell ging es an der Kasse zu: Alle Artikel hatten einen modernen Strichcode, der beim Bezahlen gescannt wurde. Das erleichterte zudem Rückgabe und Abrechnung.

Das Computerprogramm dazu hat das Wuselteam, das hinter dem Basar steckt, selbst geschrieben. Die Gruppe ist ein Zusammenschluss von acht Müttern, deren Metier eigentlich Kinder- und Spielzeugbasare in Harreshausen sind. Im letzten Jahr kam ihnen der Gedanke, einen Basar für Erwachsene zu starten. Der wurde mit vielen guten Ideen, darunter einem Glas Prosecco zur Begrüßung, als „After-Work-Shopping“ in die Abendstunden gelegt. Das Angebot schlug regelrecht ein. Trotzdem fand die Neuauflage nun nachmittags statt. „2013 haben viele gesagt, dass sie Probleme haben, abends einen Babysitter zu finden“, erzählte Katja Spielmann von der Organisation. Für eine Frau aus Altheim zeigte sich der Basar, egal zu welcher Uhrzeit, als tolle Idee. „Ich suche leichte Sommerkleidung“, führte die 37-jährige an. Ihr Beutel war ebenfalls schon gut gefüllt, der Inhalt muss aber noch anprobiert werden.

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Die jüngste Auflage erfuhr nun erstaunlich gute Resonanz. Ob der Basar für Erwachsene eine Zukunft hat, ist vor allem aus einem anderem Grund fraglich: Das Wuselteam ist auf zusätzliche Helfer aus dem Kundenkreis, etwa beim Aufbau oder beim Vorsortieren, angewiesen. Beim Babybasar erhalten jene Helfer als Dank den Vorteil, dass sie sich vor der offiziellen Eröffnung schon umschauen und einkaufen dürfen. Beim Erwachsenen-Basar legt darauf aber niemand Wert. „Es ist bekannt, dass alle unsere Einnahmen an lokale Einrichtungen und damit einen guten Zweck gehen. Deshalb ist die geringe Helferzahl und die Tatsache, dass viele Leute nur noch aus Eigennutz handeln, enttäuschend“, sagte Spielmann. Jetzt wollen die Wuselfrauen darüber abstimmen, ob der Erwachsenenbasar unter diesen Vorzeichen nochmal veranstaltet wird.

Quelle: op-online.de

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