Schlamm-Catchen im Waddenmeer

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Auf einem alten Frachtschiff unterwegs war die Babenhäuser Jugendgruppe mit der Kinder-und Jugendförderung der Stadt. Bevor sie sich sonnen durften, mussten sie erst mal die Segel hissen.

Babenhausen - (rose) Zur Sommerfreizeit der städtischen Kinder- und Jugendförderung verschlug es 20 Mädels und Jungs im Alter zwischen 13 und 18 Jahren ins schöne Holland.

Aber weder eine gemütliche Jugendherberge noch ein Gästehaus in Strandnähe und auch nicht ein Zeltplatz in den holländischen Dünen war das Ziel der Reise. Auf einem robusten Klipper namens „Hollandia“, Baujahr 1914, mit Liegeplatz in Harlingen, verbrachten die Babenhäuser Jugendliche neun Ferientage.

37 Meter lang ist das ehemalige Frachtschiff. Schon in den Jahren 1999, 2002 und 2005 wurden unter dem Motto „Wir sitzen alle in einem Boot“ Segelfreizeiten auf das holländische Binnenmeer und ins Wattenmeer angeboten. Ziel der Reise war vor allem das „Waddenmeergebiet“ mit den Westfriesischen Inseln Texel, Vlieland und Terschelling sein. Hier, so der Plan, sollte die „Hollandia“ „trockenfallen“, was als große Attraktion fest mit im Programm stand. Beim „Trockenfallen“ gilt es die Fahrrinne verlassend auf einer Sandbank aufzusetzen und hier wieder auf die Flut zu warten, um die Reise fortsetzen zu können.

Hierbei ist man natürlich in erster Linie von der Tide beziehungsweise den Gezeiten und generell vom Wetter abhängig. Ermöglicht wird das Ganze erst durch die Bauweise der Schiffe, denn dies sind größtenteils „Plattbodenschiffe“, also ohne Kiel.

Wetterbedingt wollte man aber zu Beginn der Reise einen Abstecher ins Ijsselmeer machen, um dann gegen Mitte der Woche das vorhergesagte Hoch auf einer der Inseln genießen zu können.

Die Reisetabletten wurden nicht umsonst mitgenommen

Nach einer Einweisung an Bord und einem Schnellkurs in Segel- und Knotenkunde durch Skipper Nico und Maat Simon, ging es dann los. Am ersten Tag ging es nach Makkum, wo die Kinder mit einem Spaziergang zum Strand mit herrlichem Sonnenuntergang den Tag ausklingen ließen. Ein wetterbedingt gerissenes Seil am Hauptsegel beendete vorzeitig den Trip an Tag zwei und so steuerte die Gruppe gezwungenermaßen Workum mit dem Motor an. An diesem Mittag wurde den Teilnehmern dann auch zum ersten Mal recht deutlich, welche Kräfte von Wind und Wellen sich bei schlechtem Wetter am Schiff zu schaffen machen.

Erste Reisetabletten fanden ihre Abnehmer. Auch Enkhuizen war mit seinem sehr schönen Innenstadt-Ziel eine Tagesfahrt wert. Bei herrlichem Sonnenschein konnte zum ersten Male ein Badestopp eingelegt und sich ausgiebig auf Deck gesonnt werden. Am nächsten Tag war dann endlich die erste Nordseeinsel an der Reihe: Texel, die größte der Westfriesischen Inseln.

Am nächsten Morgen starteten die Jugendlichen zu einer (Holland-)Fahrrad-Tour quer über die Insel, zum Wattenmeer- und Nordseezentrum „Eco Mare“ mit seiner Vogel- und Seehundaufzuchtstation. Hier bot sich der Jugendgruppe ein spannender Blick auf das Leben im Wattenmeer. Zahlreiche naturkundliche Ausstellungen, Aquarien mit den Bewohnern der Nordsee und zahlreiche große und kleine Seehunde sorgten für Abwechslung vom Segelalltag.

Am Nachmittag wurde das „Pfannkuchenhaus“ im Städtchen „Oosterend“ angefahren, um sich Pfannkuchen mit Bananen und Schokosoße schmecken zu lassen. Anschließend ging es bei Gegenwind mit Stärke sieben zurück zum Hafen nach Oudeschild. Erstaunlich gutes Segelwetter, gab es auf den Weg zur die Insel Terschelling. Hier angekommen, versuchten sich die Kinder am Wattwandern, Wattfußball, und der eingehenden Untersuchung von toten Quallen verbracht. Besonders viel Spaß machte das „Watt-Schlamm-Catchen“.

Quelle: op-online.de

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