Schleusen an den Abrisshäuschen

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Staubdichte Einhausungen, denen eine Sicherheits-Schleuse vorgelagert ist, gibt es in der Heinrich-Heine-Straße.

Babenhausen ‐ Der Eingangsbereich ist gut gesichert, Schleusen aus Metall stehen auf den wenigen Quadratmetern Gartengrund an der Straßenseite. Arbeiter mit Mundschutz sind zu sehen.  Von Stefan Scharkopf

Die städtischen Häuschen in der Heinrich-Heine-Straße sollen dem Neubau der Kita „Kunterbunt“ weichen, die derzeit noch in der Ludwigstraße untergebracht ist. Abriss und Entsorgung des Bauschutts sind Voraussetzung einer Neubebauung. „Dazu hatten wir beim Landkreis Darmstadt-Dieburg einen Antrag gestellt und Angebote eingeholt. Mittlerweile hat die Entkernungsfirma festgestellt, dass in den Wohnungen die dünnen Bodenbelagsplatten sowie der Kleber, mit dem die Platten auf dem Estrich festgeklebt waren, mit Asbest verunreinigt sind“, teilt Bürgermeisterin Gabi Coutandin mit.

Für diesen Fall gibt es genaue gesetzliche Vorschriften, wie mit asbesthaltigen Baustoffen im Fall von Abrissarbeiten umzugehen ist. Zunächst, so die Verwaltungschefin, müssten „Schwarzbereiche“ geschaffen werden, um Arbeiter und Anlieger zu schützen: jeweils abschnittsweise zu errichtende staubdichte Einhausungen, denen eine Sicherheits-Schleuse vorgelagert ist. So werden die vorgefundenen schadstoffhaltigen Bodenbeläge als erstes separat entsorgt.

Gesundheitsgefahr wird ausgeschlossen

Wie aus dem Rathaus zu erfahren war, handele es sich bei dem Bodenbelag um Material, das in den siebziger Jahren deutschland- und europaweit verarbeitet wurde und sicher heute noch in vielen Wohnungen zu finden ist. Eine Gesundheitsgefahr wird ausgeschlossen, denn das Asbest liege in gebundener Form vor und werde nur dann erkannt, wenn es zur Demontage komme. Eine Belastung der früheren Bewohner könne ausgeschlossen werden.

Im Anschluss gibt es eine Begutachtung, dann folgt die Freigabe des Abrisses. Dann erst kann mit dem Gesamtabbruch der Häuser inklusive der Nebenanlagen und Einfriedungen begonnen und die Räumung des Grundstücks beauftragt werden.

„Kinderbunt“ soll sich auf dem Gelände ansiedeln

Bereits im letzten Sommer zogen die Bewohner der städtischen Häuschen in der Heinrich-Heine-Straße 11 bis 21 aus, eine Sanierung lohnte sich nicht.

Die Nutzung des Geländes war seinerzeit umstritten. Während Coutandin und andere sich dafür ausgesprochen hatten, das Gelände von 2325 Quadratmetern für einen guten Preis für Wohnnutzung zu verkaufen, hatte eine Mehrheit im Stadtparlament anders entschieden. Das Gelände soll für einen Neubau des Kindergartens „Kunterbunt“ genutzt werden. Laut Beschluss wird ein Raumangebot für vier Gruppen und zwei Betreuungsgruppen für Kinder von einem bis drei Jahren in Abstimmung mit dem Arbeiter-Samariter-Bund als Träger geplant und umgesetzt. Der Bau soll bis Ende 2013 fertig sein. Ziel ist, dass die Gesamtkosten unter 2,7 Millionen Euro bleiben.

Quelle: op-online.de

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