Schloss als „Haus der Kirche“

+
Das Darmstädter Schloss in Groß-Umstadt ist Verwaltungssitz des neuen Dekanats „Vorderer Odenwald“ und soll als „Haus der Kirche“ seine Pforten auch für seelsorgerische und soziale Dienste öffnen.

Darmstadt-Dieburg ‐ Am 1. Januar verschmelzen die beiden Dekanate Reinheim und Groß-Umstadt zum neuen Dekanat „Vorderer Odenwald“. Während die Synodalen des Reinheimer Dekanats in der evangelischen Kirche Groß-Zimmerns die Zeit einer unabhängigen Verwaltungsära ausklingen ließen, sind in Groß-Umstadt die Handwerker schwer aktiv. Von Ursula Friedrich

Sie bereiten alles für den anstehenden Umzug im Dezember vor: Im Darmstädter Schloss vis à vis der Stadthalle soll der neue Sitz des jungen Großdekanats sein. Rund 65.000 Christen aus 40 evangelischen Kirchengemeinden eint das neue Dekanat. Geografisch erstreckt es sich von Messel bis Reichelsheim und Babenhausen bis Otzberg.

Fusion ist eine Wiederholung der Geschichte

Der neue Sitz im Herzen des historischen Groß-Umstadt soll Protestanten weit mehr als die zentrale Verwaltung bieten. „Wir planen ein diakonisches, karikatives und kirchliches Zentrum“, sagte Reinhard Völker, Pressesprecher des evangelischen Dekanats Reinheim, „ein Haus der Kirche.“ Obwohl die Innensanierung noch nicht ganz abgeschlossen ist, fühlen sich die ökumenische Hospizgruppe, die vom Krankenhaus Umstadt hierher umgezogen ist, und die Außenstelle der Diakonie Darmstadt-Dieburg dort bereits heimisch.

Die Fusion beider Dekanate ist eine Wiederholung der Geschichte: Bis 1949 waren sie vereint, wurden dann jedoch in das große Dekanat Reinheim mit rund 40.000 Christen und den kleinen Bruder Groß-Umstadt, zu dem auch Babenhausen gehört, mit derzeit 25.000 Christen aufgesplittet.

Sinkende Mitgliederzahlen in den Kirchengemeinden

Was einst getrennt, wird nun neuerlich zusammengeführt. Das hat mehrere Gründe: So wird dem Bestreben der Evangelischen Kirche Hessen Nassau (EKHN) Rechnung getragen, landesweit größere Verwaltungseinheiten zu bilden. Auch die sinkenden Mitgliederzahlen in den Kirchengemeinden sind ein Grund der Verschmelzung. Und Einigkeit macht stärker: „Wir können uns auch besser darstellen und eine größere politische Lobby bilden“, so Völker optimistisch.

Personelle Einsparungen würde es künftig nicht geben. Im Gegenteil: 1,5 Stellen mehr sind eingeplant. Personalfragen in der Führungsetage spielen auch für die beiden Dekane Joachim Meyer (Reinheim) und den Amtskollegen aus Groß-Umstadt, Heinz-Walter Laubscheer, keine Rolle. Einträchtig soll in einer Übergangsphase bis Mai 2010 der Vorsitz geteilt werden, dann geht Heinz-Walter Laubscheer in den Ruhestand. Neuwahlen stehen Mitte 2010 an.

Sicherlich personelle Veränderungen

Rund 100 Synodalen bilden ab 1. Januar ein großes gemeinsames Kirchenparlament. Auch hier stehen sicherlich personelle Veränderungen an, wenn im März die ersten Synodalwahlen für das Dekanat „Vorderer Odenwald“ auf dem Programm stehen. Einen ersten Vorgeschmack auf die finanzielle Zukunft erhielt das Reinheimer Gremium bei seiner letzten eigenständigen Synode in Groß-Zimmern: Einstimmig votierten die Synodalen für den neuen gemeinsamen Haushalt 2010, der 1,4 Millionen Euro umfasst.

Quelle: op-online.de

Kommentare