Schnell laufen, plötzlich stoppen

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Was „Bremsweg“ bedeutet, erfuhren die Schüler der Flanagan-Schule ganz anschaulich durch den Anhalteweg des eigenen Körpers: Ganz schnell rennen und dann plötzlich stoppen, lautete die Aufgabe.

Babenhausen ‐ Ganz schnell rennen und dann an einer vorgegebenen Linie plötzlich stoppen müssen: Was „Bremsweg“ bedeutet, erfuhren Schüler der Flanaganschule anschaulich am Anhalteweg des eigenen Körpers. Von Petra Grimm

Sie lernten dabei, dass es unmöglich ist mit dem Schwung, den man bei einer gewissen Geschwindigkeit hat, sofort zu stehen. Lachend stolperten die meisten von ihnen weit über die Anhaltelinie.

Dass ein Auto oder auch sie selbst noch länger brauchen, um zum Stehen zu kommen, wenn der Anhaltpunkt vorher nicht bekannt ist, also die Reaktionszeit noch dazu kommt, sahen die Jugendlichen bei einer weiteren Übung. Sie sollten aus dem Laufen heraus in dem Moment stoppen, wenn ihre Lehrerin mit einer Fahne winkt.

Dieses Training ist Teil des Programms „Achtung Auto“, mit dem der ADAC unterstützt von Michelin und Opel zur Verkehrserziehung an Schulen beiträgt. „Wir bieten dieses Programm, das zwei Schulstunden dauert und sich vor allem an die fünften und sechsten Klassen wendet, allen Schulen kostenlos an. Seit 1995 gibt es das Projekt, an dem bundesweit pro Jahr über 170 000 Schüler teilnehmen“, sagte die Babenhäuser Sozialpädagogin Inge Mang, Projektleiterin für das Verkehrssicherheitsprogramm beim ADAC Hessen-Thüringen ist. Gemeinsam mit dem Verkehrspädagogen Thomas Tuma war sie an der Flanagan-Schule im Einsatz, um die Schüler auf gefährliche Situationen im alltäglichen Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Dass die schweren Verkehrsunfälle mit Kindern glücklicherweise eher zurückgehen, hat wohl verschiedene Gründe. „Ein Grund ist bestimmt, dass man die Kinder im Auto aufmerksamer sichert und die Kindersitze besser werden“, sagte Inge Mang, die neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit beim ADAC an einem Nachmittag die Woche als Pädagogin in der Flanagan-Schule aktiv ist.

Bei 50 Stundenkilometern zwölf Meter Bremsweg

Wie wichtig es ist, im Auto richtig gesichert zu sein, spürten sie am eigenen Leib, als sie mit Tuma mitfuhren. Da wackelten manchem Schüler die Knie beim Aussteigen nach der rasanten Fahrt mit Vollbremsung. „Wer kleiner als 1,50 Meter oder jünger als zwölf Jahre alt ist, muss in einem speziellen Sitz gesichert im Auto mitfahren“, schärfte der Verkehrspädagoge den Schülern ein und erklärte ihnen auch warum das so wichtig ist. Wer kleiner als 1,50 Meter ist, bei dem verläuft der Anschnallgurt ohne einen speziellen Sitz zu nah am Hals entlang. „Ihr könnt durch den Gurt im Ernstfall erwürgt werden“, sagte Tuma. Außerdem habe man herausgefunden, dass bei allen Kindern unter zwölf Jahren die Knochen noch wesentlich weicher sind als bei älteren. „Der Gurt wird bei einer Vollbremsung tiefer reingedrückt und deshalb müssen alle Kinder unter zwölf in einem speziellen Sitz angeschnallt werden.“

Quelle: op-online.de

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