Schnurrbart vom Dimpelmoser

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Der Galanthus Wachtmeister Dimpelmoser mit seiner typischen Zeichnung.

Hergershausen ‐ Einen jahreszeitlichen Verlauf von Höhepunkten in der Staudenrabatte zeigte Gärtner Thomas Eidmann auf Einladung des Vereins Herigar in der Alten Schule in Hergershausen. Von Stefan Scharkopf

Der Streifzug begann mit den aktuell blühenden Schneeglöckchen. Thomas Eidmann erläuterte anhand von vielen Beispielen die unterschiedlichen Kulturformen und Auslesen dieser rund 200 Sorten umfassenden Gattung.

„So hat die Blonde Inge im Vergleich zum heimischen Schneeglöckchen eine gelbe Zeichnung auf den inneren Blütenblättern und der noch ganz neue Wachtmeister Dimpelmoser zeigt auf seinen inneren Blütenblättern ein Gesicht mit runden Knopfaugen und einem Schnurrbart“, so Thomas Eidmann. „Dies sind in Anbetracht der Blütengröße teilweise winzige Unterschiede, die nur bei ganz genauer Betrachtung auffallen, von Liebhabern aber gesucht und geschätzt werden.“ Nach den Schneeglöckchen ging es zu den weiteren Frühjahrsblühern wie Lerchenspornen, den Christrosen, Annemonen und Küchenschellen.

Nicht nur Beruf, sondern auch Berufung

Schöne Einzelaufnahmen der Pflanzen wurden ergänzt von Aufnahmen der Wildstandorte, um die Standortbedingungen und Pflegeansprüche der Pflanzen zu erklären. Der Staudenfachmann gab den rund 50 Zuhörern auch viele Insidertipps weiter, wie man zum Beispiel ein Tränendes Herz zum weiteren Blühen in den Sommer hinein anregen kann oder auch wie wichtig der Einfluss des Betrachtungswinkels (von oben aus einem Fenster oder von einem Sitzplatz parallel zum Beet) auf die Sortenauswahl von Stauden ist.

Die gestalterischen Elemente wurden anhand von Beispielen aus Privatgärten oder öffentlichen Beeten gezeigt. Dabei fiel aufmerksamen Gästen auch auf, dass Verkehrsinseln und Beete aus Hergershausen unter den Beispielen gezeigt wurden.

Seit 20 Jahren betreibt Thomas Eidmann mit seiner Frau Siegrid eine gut sortierte Staudengärtnerei in Groß Umstadt/Semd. Für beide Partner ist die Anzucht und Vermehrung von Stauden nicht nur Beruf, sondern auch Berufung. „Schon am Frühstückstisch dreht sich unser Gespräch um Stauden und wenn der Arbeitstag endet, stöbern wir noch in einem unserer vielen Bücher bis zum Schlafengehen“, so Thomas Eidmann.

Quelle: op-online.de

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