Konkurrenzkampf auf dem Dach

+
Bezirksschornsteinfegermeister Stefan Kirschstein.

Babenhausen - Das Kehrmonopol fällt. Am 1. Januar 2013 wird es durch das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz abgelöst. Was diese Änderung für Hausbesitzer bedeutet, erklärt Stefan Kirschstein, Bezirksschornsteinfeger von Babenhausen. Von Katharina Hempel

Anfang diesen Jahres wurde er Nachfolger des pensionierten Bezirksleiters Hans-Werner Wissel.

Stefan Kirschstein: „Ab 2013 können Hauseigentümer einen Schornsteinfeger ihrer Wahl beauftragen, um die Kehr-, Überprüfungs-, und Messarbeiten ausführen zu lassen. Die Wahl wird zwar frei, dafür sind die Kunden dann auch selbst dafür verantwortlich, dass sie die Fristen einhalten. Bisher kamen Schornsteinfeger nämlich automatisch. Bei Holzfeuerung zwei- bis dreimal, bei Öl und Gas einmal pro Jahr.“

Verbraucherschützer nehmen an, dass durch die Gesetzesänderung mehr Wettbewerb in den Heizungkellern und auf den Dächern herrschen wird. Kunden können sich also den günstigsten Schornsteinfeger aussuchen.

Das Ende des Kehrmonopols bedeutet jedoch nicht das Ende für den Bezirksschornsteinfeger. Dieser bleibt für seinen Bezirk verantwortlich. Schornsteine, Abgasleitungen und Feuerstätten darf weiterhin nur er abnehmen. Auch die Feuerstättenschau – ab 2013 alle dreieinhalb statt fünf Jahre – bleibt in seiner Verantwortung.

Er verschickt auch weiterhin die Feuerstättenbescheide und kontrolliert, ob die Kehrfristen darin eingehalten werden. „Wer einen anderen Schornsteinfeger wählt, muss sich von diesem ein Formblatt unterschreiben lassen und dieses dann an mich weiterschicken“, erklärt Stefan Kirschstein. Die Bearbeitung der Formulare durch den Bezirksschornsteinfeger wird durch den bürokratischen Mehraufwand wohl gebührenpflichtig. Sollten die Fristen nicht eingehalten werden, muss er die zuständige Behörde informieren. Diese wird dann die Durchführung der Arbeiten anordnen.

Stefan Kirschstein findet findet die Gesetzesänderung halbherzig: „Der Staat hätte das Kehrmonopol komplett freigeben sollen, aber er wollte wohl die Kontrolle über die Feuersicherheit und die Arbeiten an Heizungen und Kaminen behalten.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare