Schräges Winzerfest in Wild-West

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Die Akzeptanz-Jazztänzerinnen des TVB machen als Eistüten Appetit auf mehr Naschereien...

Babenhausen ‐ Ein Höhepunkt der CVB-Sitzung am Samstag lauerte direkt vor der Pause. Was die beiden Dieburger Stefan Ludwig und Wolfgang Brandt auf der Bühne als „Winzerfest“ abfeierten, trieb vielen Gästen die Tränen in die Augen. Von Petra Grimm

Ihre schräge Playback-Show lebte vom rasanten Kostümwechsel und mimischen Höchstleistungen der beiden Akteure. Ob als Groß-Umstädter Weinkönigin, Maria und Margot Hellwig, Elvis, Pavarotti, die Blues Brothers, Roland Kaiser, Abba oder auch Mireille Mathieu, die nicht unter ihrem langen Pony hervorschauen konnte – die närrischen Zuschauer feierten und sangen bei diesem „Heimatfest“ fröhlich mit.

„Wild, wild West in unserem Nest“ war das Motto in der als Westernstadt dekorierten Stadthalle, wo ein über fünfstündiges Programm für närrische Unterhaltung sorgte. Wie wild es im Städtchen bisweilen zugeht, machte Sitzungspräsident Holger Plischke bei seiner Begrüßung deutlich. Reimend kommentierte er einige große und kleine Ereignisse. Von der Demo auf dem Marktplatz gegen das Schwimmbad-Schiff Jenny („...des war die Generalprobe für Stuttgart 21“), über den „Pornodreh“ auf dem Bahnhofsgelände bis zum Krimischreiber mit Schmuddelniveau („Des braucht keiner, des is was fürs Klo!“) rief er einige „Aufreger“ der vergangenen Monate noch mal in Erinnerung.

Romantisch wurde es bei der Vorstellung des großen und des kleinen Prinzenpaares. „Du bist die Schönste im Babenhäuser Land“, sagte Prinz Harald II. zu seiner Prinzessin. „Kein anderer Prinz mit vielen Abzeichen könnte Dir das Wasser reichen“, erwiderte Anke I.

„Na, du alte Saufsau, alles klar?“

Dass es zwischen Frauen und Männern nicht immer so harmonisch zugeht, thematisierten gleich zwei gelungene Büttenreden. Die Dieburgerin Monika Schledt, die mit einem „Minsderer Mann der Generation 50 plus“ verheiratet ist, erzählte aus ihrem nicht leichten Alltag („Soll er was schaffe rund ums Haus, packt er alle Schmerzen aus“). In Frauenkleider war Frank Eser aus Jügesheim geschlüpft, um von den unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen Frauen und Männern zu berichten. Von der Sprache (männliche Begrüßung: „Na, du alte Saufsau, alles klar?“) bis zum Shoppingverhalten („Habt ihr mal zwei Männer zusammen in einer Umkleidekabine gesehen?“) nahm er sich pointenreich den kleinen Unterschied vor.

Als „Weltenbummler“ war Marian Hefter aus Schmerlenbach zum ersten Mal auf der CVB-Bühne unterwegs. Der Langstädter Sitzungspräsident Frank Ludwig Diehl, der als Single auf Partnersuche in der Bütt war, überraschte das Publikum mit einem Striptease bis auf die Unterhose. Denn dass das Partnerinstitut ihm zu seinem Entsetzen „e Fraa“ anbietet, könnte ja am Outfit liegen. Also wechselte er auf der Bühne seine biedere Kluft gegen Lederhose und -weste.

Ralf Knöpp mit der CVB-Ehrennadel ausgezeichnet

Für jede Menge Kalauer und Zoten sorgte wieder das Dreamteam Ralf Knöpp und Klaus Fengel, der etwas zerzaust aus dem „Schunkelcamp“ auftauchte („Hilfe ich bin ein Narr, holt mich hier raus“). Fengel berichtete von grausamen Prüfungen, wie in eine Wanne mit Sekt steigen und Luftschlangen über den Kopf geschüttet bekommen. Knöpp, der seit 25 Jahren auf der CVB-Bühne zuhause ist, wurde mit der CVB-Ehrennadel ausgezeichnet.

Frank Eser stieg als Frau in der Bütt.

Die Hofkapelle „Troubadix und Haasi mit Mona“ sorgte zwischendurch mit Schunkelrunden für die Bewegung der Gäste, die schmissige Gardetänze und farbenfrohe, originelle Showtänze sahen. Die kleine Jügesheimerin Jaqueline Kern wirbelte als Tanzmariechen über die Bühne, die CVB-Hausfrauen als Römer, und das Lidoballett begann seine „Après Ski Party“ gar in Schneeanzügen. „We will rock you“ war das Credo der CVB-Tanzgruppe in bunt-punkigem Outfit, bei der auch Prinzessin Anke I mittanzte.

Das originellste Kostüm einer Tanzgruppe hatte die TVB-Jazztanzgruppe „Akzeptanz“, deren Tänzerinnen als Eistüten im Einsatz waren. Wie wild der Wilde Westen wirklich sein kann, wurde bei der temperamentvollen Show des Männerballetts „Hypertonics“ deutlich. Da tanzten schmale Cowboys in engen roten Overalls Seite an Seite mit kurvenreichen Saloondamen. Das Publikum war begeistert. Eine Travestie-Show mit Olga Orange beendete das Programm, das es am kommenden Samstag noch einmal zu sehen gibt. Um 19.11 Uhr wird sich in der Stadthalle der Vorhang vor der Westernstadt wieder öffnen.

Quelle: op-online.de

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