Schüler nehmen schon mal Abschied

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Schulleiter Rainer Becker würdigte beim Schulfest das Engagement von Doris und Uwe Schimsheimer.

Babenhausen - Gleich zwei besondere Anlässe zum Feiern gab es beim gut besuchten Fest der Offenen Schule. Zum einen besteht die Mensa und mit ihr das Projekt „Schüler kochen für Schüler“ seit 20 Jahren und zum anderen rückt der Umzug in das neue Schulgebäude näher. Von Petra Grimm

Aber ganz so schnell wie ursprünglich geplant wird das alte Gebäude jetzt doch nicht geräumt. „Der Umzug verschiebt sich. Wir ziehen nicht am 19. Oktober, sondern erst am 14. Januar, nach den Weihnachtsferien in das neue Schulgebäude ein. Die offizielle Übergabe ist für den 14. Dezember geplant“, sagte Schulleiter Rainer Becker, der gemeinsam mit einigen Lehrern viele Besuchergruppen durch die neue Schule führte. Das Interesse daran war enorm.

Fotos vom Fest

Fest der Joachim-Schumann-Schule

Als Grund für den verspäteten Unzug nannte Becker den Fußboden. Die Parkett-Firma sei in finanziellen Schwierigkeiten und auch der Estrich nicht schnell genug getrocknet. „Ich sehe die Verzögerung aber eher mit einem lachenden Auge, denn dadurch haben wir mehr Zeit für den Umzug“, sagte Becker, der allein 20 Container Schulmöbel erwartet.

Auch modernste Technik wird mit den Kindern in die neuen Räume einziehen. Dabei wird die Babenhäuser Gesamtschule im Landkreis eine Vorreiterrolle spielen, denn sie wird EDV-Versuchsschule mit Kleintechnologie. Das heißt, an den Arbeitsplätzen der Schüler wird kein Computer mehr stehen, sondern lediglich ein Monitor mit Tastatur und Maus und eine kleine Box, die die Daten von einem zentralen Server abgreift. Das soll Kosten sparen, unter anderem durch einen reduzierten Wartungsaufwand.

Die Schulsanitäter zeigten bei ihrer Vorführung, was sie alles können.

Gleich zu Beginn des Festes, bei dem die Schul-Bigband und die Band Switch! der städtischen Kinder- und Jugendförderung für Musik sorgten, dankte Becker Sabine Hottner vom Schulelternbeirat, die den Besuch des Motivationstrainers Christian Bischoff vorbereitet hatte, und Lehrer Jan Willand für die Organisation des Sponsorenlaufs. Ganz besonders würdigte der Schulleiter das Engagement von Doris und Uwe Schimsheimer, ohne die das Mensa-Projekt wohl nicht entstanden wäre und eine solche Erfolgsgeschichte schreiben würde.

Die Anfänge waren nicht leicht

Lehrer Egon Hörst, einer der Mitbegründer, blickte auf die 20 ereignisreichen Jahre zurück. Die Idee sei durch den Kurs „Internationale Küche“ während einer Projektwoche im Schuljahr ´91/92 entstanden. „Wir verkauften damals in einer Woche etwa 400 Essen, für uns und die Schüler eine Sensation“, sagte Hörst. Die Umsetzung sei dann nicht ganz so euphorisch verlaufen. Denn man benötigte Küchengeräte und andere Ausstattung für die bis dahin von einem Pächter geführte Schulmensa, die nur eingerichtet war, um fertige Speisen zu wärmen. Brauchbares wurde von überall herbeigeschafft und mit viel Energie und Zeitaufwand der beteiligten Lehrer zusammengestellt und nutzbar gemacht.

Die Mensa, die seit 2007 von der IHK anerkannter Ausbildungsbetrieb für Berufe des Bereichs „Ernährung und Hauswirtschaft“ ist, leistet einen wichtigen Beitrag zur Öffnung der Schule. Denn das Team kochte für zahlreiche Veranstaltungen der Schule, von Vereinen und für Feiern von Privatleuten, etwa für die Basketballer des internationalen HOOP-Camps, die Süddeutsche Skatmeisterschaft, Kreisfeuerwehrtage, Amtseinführungen und Verabschiedungen. Von 1997 bis 2005 gab es einen regen Schüleraustausch mit der tschechischen Partnerschule in Horky mit Betriebspraktika.

Besonderer Preis für besondere Mensa

Für dieses Engagement erhielten Mensachefin Doris Schimsheimer und ihre Kollegin Eva Moravová aus Horky den Europa-Preis für besondere Bemühungen um die europäische Einheit mit dem Projekt „Schüler kochen für Schüler“. Dass ein solches Projekt so lange mit Erfolg besteht liegt nach Egon Hörst vor allem daran, „dass jemand mit Leib und Seele dahinter steht“ und die Schüler „ernst genommen werden und sie für ihr Engagement auch einmal gelobt werden“.
Für einige der jungen Köche aus dem 7. bis 10. Jahrgang, die die Arbeit in der Mensa als Wahlpflichtfach anderen Angeboten vorziehen, könne diese Vorbildung auch ein Sprungbrett in ihr Berufsleben sein. In der Vergangenheit seien einige im Berufsfeld Gastronomie untergekommen. Zur Erfolgsgeschichte gehört auch, dass Gesundheitsamt und Gewerbeaufsicht bei jeder Überprüfung vorbildliche Arbeit bestätigten. „Eine Auszeichnung, die in erster Linie der Projektleiterin Doris Schimsheimer zu verdanken ist. Bei ihr wird das Wort Hygiene riesengroß geschrieben.“

Eine Vorführung der Schüler des Sanitätsdienstes der Schule, eine Disco und die Versteigerung alter Schulutensilien durch HR3-Moderator Tobias Kämmerer sorgten für Unterhaltung.

Quelle: op-online.de

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