Joachim-Schumann-Schule

Schüler sind dem Biber auf der Spur

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Waldpädagogische Tage sollen Kindern die Natur näher bringen. Schule kooperiert mit Hessen-Forst. Naturforscher in Aktion: Mit Revierförster Lothar Seipp gingen die Fünftklässler der Joachim-Schumann-Schule auf Bibersuche.

Babenhausen - Er lebt in einer Burg und sitzt auf einer Isomatte. Ein verarmter Aristokrat beim Yoga? Mitnichten! Von Ursula Friedrich 

Die Kinder des fünften Jahresgangs der Joachim-Schumann-Schule wissen es nach dem jüngsten naturkundlichen Spaziergang genau: Es ist der Biber, dessen fetthaltiger, breiter Schwanz ihm als Sitzmöbel dient. Revierförster Lothar Seipp und sein (Schüler-) Gefolge wurden am Mittwoch zu Naturforschern – dem Biber auf der Spur. Im Babenhäuser Wald (Startpunkt war der Eppertshäuser Teerweg) hat der possierliche Nager seinen Fingerabdruck, Pardon, Zahnabdruck, an vielen Bäumen hinterlassen. „Allerdings ist er von der Lache Richtung Hergershausen verzogen“, sagte Lothar Seipp. Dennoch: Der tüchtige Säuger hinterließ Bauten und Fraßspuren, die zehn Kinder eifrig erforschten.

Es war bereits die vierte waldpädagogische Veranstaltung unter Regie von Hessen-Forst mit Schülern der Schumann-Schule. Besonderheit sei, so Pädagoge Jan Willand, dass diese Form der Projektarbeit nicht mehr zum Unterricht zählt, sondern in der Freizeit stattfindet. Und dennoch gern besucht wird. „Die Kinder stecken voller Energie, eine dreiviertel Stunde Fußmarsch von der Schule hierher hat sie nicht abgeschreckt“, so der Lehrer, der frische Luft und Waldromantik ebenfalls genoss.

„Wir mögen den Wald und die Tiere“

„Wir mögen den Wald und die Tiere“, erklärten Sarah und Jolina. Auch die Jungs Finn und Jens sind Naturfans. Tiere und Pflanzen im Wald, die Arbeit des Förster und Holz als Werkstoff standen bei vorangegangenen Veranstaltungen von Hessen-Forst im Fokus.

Die Schule arbeitet erstmals mit Hessen-Forst zusammen – eine Kooperation, die keine Eintagsfliege bleiben soll. Das Forstamt sieht sich in der Pflicht, waldpädagogische Tage anzubieten, um jungen Menschen das Kennenlernen der Natur im besonderen Rahmen zu ermöglichen. Und so ein nachhaltiges Bewusstsein zu schaffen. In einer Zeit, da Klimawandel, Wald- und Artensterben gebräuchliche Worte des Alltags sind, wird der Samen gepflanzt, die Natur schätzen und lieben zu lernen. Vielleicht gibt dies dem Biber, um 1846 in Hessen nahezu ausgestorben, eine Chance, im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet heimisch zu werden. Für Hochspannung sorgt die letzte Veranstaltung der Waldpädagogiktage der Schumann-Schüler mit dem Förster. „Überleben im Wald –wirst du es schaffen?“ heißt es am 19. Februar.

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Quelle: op-online.de

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