Schützenhilfe von der Politik

Babenhausen - (st) Die Joachim-Schumann-Schule (OSB) hält weiter daran fest, sowohl die verkürzte Sekundarstufe (sogenanntes G8) als auch einen schulformübergreifenden Zweig (Integrierte Gesamtschule, IGS) einzurichten - eine Schulform, die das Hessische Schulgesetz so nicht vorsieht. Ein Antrag liegt dem Hessischen Kultusministerium vor.

Schützenhilfe erhält die OSB dabei von der Politik. Im parlamentarischen Schulausschuss des Landkreises wurde jetzt „heftig diskutiert, ob G9 wieder eingeführt werden soll“, wie Kreispressesprecherin Jutta Janzen auf Anfrage sagte. Bis auf die Vertreter der CDU haben aber alle zugestimmt. Am kommenden Montag steht der Schulversuch der OSB im Kreistag auf der politischen Agenda. Mit Zustimmung wird gerechnet. Lediglich die CDU habe signalisiert, dass sie noch internen Gesprächsbedarf habe, so Janzen.

Die Verbindung von G8-Zweig mit einer IGS halten wir für optimal“, sagte Leiter Burkhard Vollmers seinerzeit bei der Vorstellung des Projekts. „Wir sind meines Wissens die erste Schule in der Region, die das so macht.“ Kinder sollen so zwischen einer verkürzten oder einer um ein Jahr längeren Sekundarstufe wählen können. Viele Eltern würden, so Vollmers, dann ihre Kinder aus dem G8-Zweig der kooperativen Schule in diesen integrierten Schulzweig ummelden.

In einer IGS lernen Schüler mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam. Eine der individuellen Leistungsfähigkeit entsprechende Differenzierung findet in einer Reihe von Fächern durch so genannte Förder-, Grund- und Erweiterungskurse statt. Ziel ist, dass die Schüler das gemeinsame Lernen und den sozialen Umgang miteinander erleben und gleichzeitig auch entsprechend ihrem individuellen Leistungsvermögen unterrichtet und gefördert werden.

Zwar ist die OSB bereits eine der ersten vier Integrierten Gesamtschulen in Hessen gewesen, wurde aber vorzeitig bereits 2004 in eine Kooperative Gesamtschule mit G8-Zweig umgewandelt, damit den Schülern Babenhausens auch der verkürzte gymnasiale Bildungsgang zur Verfügung steht. Haupt-, Realschule und gymnasialer Zweig gibt es seither getrennt. Nach dem vierten Grundschuljahr müssen sich die Kinder entscheiden, wohin sie wollen.

Durch G8 gebe es mehr schulische und soziale Probleme, begründete Vollmers die beabsichtigte Rückkehr zur IGS. Vor allem im 6. Schuljahr, mit Beginn der zweiten Fremdsprache, werde der Druck auf die G8-Schüler größer. In den Jahrgangsstufen 7 und 8 des gymnasialen Zweigs sei der Leistungsdruck unübersehbar. Einige Schüler wechselten in den Realschulzweig. Dort seien die Klassen oft „Auffangbecken“ der gescheiterten G8-Schüler.

Auch Magistrat der Stadt und Schulelternbeirat unterstützen die Schulleitung. Kommt Zustimmung aus Wiesbaden, kann das Integrative Modell schon im neuen Schuljahr umgesetzt werden.

Quelle: op-online.de

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