Wettbewerb in Schule im Kirchgarten

Kaninchen motivieren für Referat

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Das ist aber nicht immer einfach. Tamina (links), Jana und Lea stellten den Schülern ihr Lieblingstier vor: das Kaninchen.

Babenhausen - Bei einer guten Präsentation muss der Funke zum Publikum überspringen. Das ist aber nicht immer einfach. Von Corinna Hiss 

Herr Minu und Balou sind mindestens genauso aufgeregt wie ihr Frauchen. Schließlich sollen sie gut zwanzig Schülern präsentiert werden. Als Hauptdarsteller im Referat von Frauchen Jana Weitzel und ihren Freundinnen Tamina Müller und Lea Calinescu glänzen die beiden Zwergkaninchen dann aber genauso wie die drei Schülerinnen. Beim Referatewettbewerb der Schule im Kirchgarten traten gestern jeweils vier Gruppen aus den dritten Klassen und vier aus den vierten Klassen gegeneinander an.

Beim Wettbewerb für Hochmotivierte – wie der Contest genannt wird – zeigten die Grundschüler, dass sie es bereits sehr gut verstanden, ein Thema anschaulich vorzustellen und damit die Zuhörer zu begeistern. Im Unterricht hatten sie bereits einige Tipps zur Vorbereitung bekommen, Thema und Ausarbeitung des Referats wurde dann aber von den Schülern in Eigenregie in ihrer Freizeit erarbeitet. „Wo bekomme ich denn Informationen zu bestimmten Themen her?“, fragte Konrektorin Gudrun Müller die fleißigen Schüler zu Beginn, die sofort wussten: „Im Internet!“

Aber auch, dass die Schul- oder die Stadtbücherei ein breites Repertoire parat hat, war für die Jungs und Mädchen der Schule im Kirchgarten nicht neu. Tamina, Lea und Jana traten für die 4c an und hatten sich auf ein Referat über Zwergkaninchen vorbereitet. Gerade Jana war dabei im Vorteil: Sie kennt das Tier nicht nur theoretisch, sondern hat selbst zwei süße Exemplare daheim, um die sie sich kümmern muss. Herr Minu und Balou wurden deshalb kurzerhand in die Schule mitgebracht und sorgten für verzückende Ausrufe von Seiten der Mitschüler. Auf einem großen Plakat hatten die drei Freundinnen Fotos, Landkarten und Schaubilder zusammengestellt und ihr Referat vom Allgemeinen ins Besondere gegliedert.

Von Aufregung keine Spur

„Wir erzählen euch zuerst etwas über den Ursprung der Kaninchen und danach über ihre Haltung zu Hause im Käfig“, leitete Tamina in den zehnminütigen Vortrag ein. Als die drei Mädchen loslegten, war von Aufregung keine Spur mehr: Sowohl die Jury, bestehend aus Gudrun Müller, Susanne Weinrich und einer Mutter, als auch die Schüler lauschten einem interessanten, strukturierten und kurzweiligen Referat über das Lieblingshaustier der drei Viertklässlerinnen. Alles Wichtige hatten die Mädchen vorher auf große Karteikarten geschrieben und konnten deshalb frei vortragen. „Das Kaninchen wird oft mit dem Hasen verwechselt“, wusste Jana und erklärte den Unterschied zwischen den Nesthockern und Nestflüchtern. Auf einer großen Landkarte zeigten sie die Ursprünge der Kaninchen und wie sich die kleinen Tiere langsam in der ganzen Welt ausgebreitet haben.

„Die drei haben es wunderbar verstanden, ihr Referat zu visualisieren“, lobte die Konrektorin hinterher. Dazu zählte auch, dass sie ein kleines Tütchen gefüllt mit Zucker durch die Reihen gehen ließen, das exakt 35 Gramm wog – genauso viel, wie ein kleines Kaninchenjunges nach der Geburt. Am Ende gab es Streicheleinheiten für Herrn Minu und Balou, die brav in ihrem kleinen, tragbaren Käfig ausgeharrt hatten. „Das Niveau der acht Vorträge ist für das Alter der Schüler sehr hoch“, freute sich Müller. „Früher haben wir so vielleicht in der Mittelstufe präsentiert, nicht aber in der Grundschule.“

Da der Trend aber weg vom Frontalunterricht hin zum eigenständigen Arbeiten geht, sind die hochmotivierten Schüler auf dem richtigen Weg. Tamina, Jana und Lea überzeugten auch die Jury und repräsentieren die vierte Klassenstufe beim Finale am 2. Juli. Auch Julia Sack und Alessia Turba aus der 3c werden dort ihr Referat über den Feldhasen vortragen. „Beide Gruppen haben ihre Themen hervorragend veranschaulicht und somit einen runden Vortrag gehalten“, so die Konrektorin zufrieden.

Schulanfänger 2013 in Babenhausen

Schulanfänger 2013 in Babenhausen

Quelle: op-online.de

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