An der Schule im Kirchgarten

Junge Profis überzeugen mit vielseitigen Vorträgen

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Starten lassen ja – fliegen nein: Zur Demonstration der Drohnenintelligenz starteten Paulina und Aliya eine Drohne. Sie fliegen zu lassen, ist in einem Raum aber zu gefährlich.

Babenhausen - Sich überzeugend präsentieren, ein Thema klar und ansprechend vermitteln, die Aufmerksamkeit des Publikums fesseln: An ein gelungenes Referat werden hohe Ansprüche gestellt. Von Julia Glaser 

Dass sie der Aufgabe bereits heute gewachsen sind, bewiesen die Teilnehmer des Referate- Wettbewerbs an der Schule im Kirchgarten. Im Musikraum herrscht Stille, das Publikum aus Zweitklässlern wartet gespannt auf den ersten Vortrag. Weil der Wettbewerb im kommenden Jahr auf sie zukommt, sollen sie einen ersten Eindruck davon bekommen, wie man ein Referat hält.

Jedes Jahr, seit 2002, treten die Sieger der klasseninternen Vorentscheide der dritten und vierten Klassen gegeneinander an. Wer hier gewinnt, stellt sich und sein Thema am „Tag der Hochmotivierten“ noch einmal vor, der in diesem Jahr am Donnerstag, 1. Juni, erstmals in Hergershausen stattfindet.

Der Erste im Wettbewerb ist Mattis Willand, sein Thema: „Die Gersprenz und ihre Geheimnisse rund um Babenhausen“. Von dem Fluss und seinen Eigenschaften ist der Junge fasziniert. Ganz selbstverständlich bedient der Viertklässler das Smartboard, trägt seine Power-Point-Präsentation vor, erläutert einige Punkte auf einer selbst gebastelten Landkarte. Verlauf, Wasserqualität, Renaturierung und Tierwelt – wie ein Experte präsentiert er die Informationen. Auch bei der Fragerunde im Anschluss steht er problemlos Rede und Antwort.

Dass er so professionell auftritt, ist auch ein Verdienst der Schule. „Bereits von der ersten Klasse an, werden die Kinder an Referate herangeführt“, erklärt Gudrun Müller. „Wir üben, wie man richtig steht und spricht, dass man sich auch mal versprechen darf und wie man gutes Feedback gibt.“

Dass die Schüler von ihren Themen begeistert sind, ist ein wichtiger Baustein des Erfolgs. Bei Lewis Whitney aus der 3a trifft das voll und ganz zu. Er spricht über den Mimik-Oktopus, eine bisher kaum erforschte Tierart. Der Oktopus besitzt drei Herzen, was im Publikum bereits Staunen auslöst. Wirklich faszinierend ist an dem Tier aber etwas anderes: Er kann seine Form und Farbe verändern und dadurch andere Tierarten für die Tarnung oder die Jagd imitieren. Innerhalb weniger Sekunden kann der Karnevalstintenfisch sein Äußeres verändern. „Er kann sich sogar in eine Kokosnuss verwandeln“, erzählt Lewis.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Der nächste Vortrag führt ins Mittelalter: Über die Zeit der Ritter berichtet Felix Palmy aus der 3d. Wann war das Mittelalter? Wo standen die Ritter in der Gesellschaft aus Adel, Bauern und Kirche? „Man konnte nur Ritter werden, wenn der Vater auch ein Ritter war“, erklärt Felix. Und: Ein Ritter zu werden, war eine teure Sache: „Nur ein Schwert hat schon sieben Kühe gekostet. Eine Rüstung oder ein Pferd waren noch viel teurer“.

Tobias Kny präsentiert Wassersport anhand des Kanusports. Paddel, Rettungsweste, Neoprenanzug und Wurfsack – das Anschauungsmaterial auf dem Referententisch wird Stück für Stück erklärt, dazu gibt es per Power-Point Infos und viele Fotos von Tobias beim Paddeln: „Im letzten Jahr habe ich einen Wildwasserkurs gemacht, seitdem finde ich es toll in Strömungen zu paddeln“, sagt der Viertklässler.

Für ein technisches Thema haben sich Paulina Kasper und Aliya Linder aus der 4a entschieden: Die beiden sind Drohnen-Fans und haben zwei Exemplare mitgebracht. Sie schildern die Geschichte des unbemannten Flugs, welche Drohnenarten es gibt und gehen auf die militärische  und zivile Nutzung ein. So versorgte etwa der Paketkopter die Insel Juist mit Medikamenten und eiligen Gütern. Die Drohnen während des Referats fliegen zu lassen, geht aber nicht: „Das ist viel zu gefährlich hier drinnen“, wissen die Expertinnen.

Zu ihrem Thema ist Guilia Boger beim Frühstücken gekommen: „Ich habe mich gefragt, wo mein Kakao eigentlich herkommt“, erzählt sie. Was sie über die Herkunft, die Produktion und die Geschichte der Kakaobohne herausgefunden hat, ist der Inhalt ihres Vortrags. Nicht nur Lebensmittel werden daraus hergestellt, sie ist auch oft in Kosmetikprodukten enthalten. Die Schattenseite der Kakaoindustrie – Kinderarbeit – lässt die Drittklässlerin nicht aus und verweist auf mehrere Siegel, die für einen fairen Handel stehen. Ihr Fazit: „Kakao und Schokolade haben einen weiten Weg hinter sich und es steckt viel Arbeit darin.“

Den letzten Wettbewerbsbeitrag liefern Selin Adanir und Letizia Noriega aus der 3c. Sie präsentieren den Schneetiger und haben dafür einen als Kuscheltier dabei. Sie erläutern die Lebensweise der Großkatzen, ihr Aussehen und wissen, wer der größte Feind der Tiere ist: der Mensch, der seine Lebensräume immer mehr zerstört.

Danach müssen alle im Flur warten, während sich die Jury aus Gudrun Müller, Lehrerin Susanne Weinrich und Marielle Guinet aus der Schulelternschaft zur Beratung zurückzieht. Kriterien sind dabei etwa, wer das Publikum am meisten gefesselt hatte. Lange spannt die Jury die jungen Experten jedoch nicht auf die Folter: Für die vierten Klassen darf sich Tobias Kny über den Sieg freuen, in den dritten Klassen gewinnt Guilia Borger.

Quelle: op-online.de

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