Verkauf an Privatmann beabsichtigt

Geteilte Nutzung des Schulhauses

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Verkauf an Privatmann beabsichtigt, der Garantie für Kindergarten gibt. Das Stadtparlament muss noch zustimmen. Im alten Schulhaus ist im Erdgeschoss der Kindergarten untergebracht. Die Stadt will das Gebäude verkaufen.

Harpertshausen - Sanierungskosten von rund 550.000 Euro hatte der Fachingenieur des städtischen Eigenbetriebs bei einem Ortstermin in der Alten Schule in Harpertshausen geschätzt.

Eine grundlegende energetische Sanierung ist notwendig, und eine zentrale Heizungsanlage fehlt, so dass das obere Stockwerk – seit vielen Jahren als Wohnung genutzt – nur über eine Ofenheizung verfügt. Neue Heizung, neue Fenster, neue Schindeln, neue Elektro- und Sanitärinstallationen, Innendämmung und der Einbau einer zusätzlichen Fluchttreppe lassen hohe Sanierungsbeträge zusammenkommen. Die jeweiligen Maßnahmen müssen zudem in Material, Farbe und Durchführung mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

Weil das Geld knapp ist und sich die Stadt auf Investitionen zugunsten des Ausbaus der Kinderbetreuung konzentriert hat, fiel nun in der Eigenbetriebskommission und im Magistrat die Entscheidung, die Alte Schule an einen privaten Interessenten zu verkaufen, wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin mitteilt. Dieser hatte schon signalisiert, dass er mit einer teilweisen Nutzung des Gebäudes als Kindergarten einverstanden ist, und auch das private Mietverhältnis übernähme. Als Zeitraum für die äußere Sanierung werden fünf Jahre vorgegeben.

Kindergarten bleibt über das Mietverhältnis gesichert

„Durch den Verkauf sichern wir den Erhalt und die Sanierung dieses Herzstücks von Harpertshausen, ohne dass wir weitere Investitionen tätigen müssen. Der Kindergarten bleibt über das Mietverhältnis gesichert, und die öffentliche Nutzung ermöglicht dem neuen Eigentümer, im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes Fördermittel für die Sanierung zu beantragen“, schildert Coutandin die Vorteile der Entscheidung. Mit dem neuen Platz an der Kirche und einer dann renovierten Fassade des alten Gebäudes entstehe so eine noch attraktivere Ortsmitte. Der Ortsbeirat hat dem Verkauf ebenfalls zugestimmt; die Stadtverordnetenversammlung berät darüber am 7. November.

Möglicherweise ist dieses Modell auch auf Sickenhofen anwendbar. Wie berichtet, setzt sich dort die Bürgerinitiative „Pro Altes Rat- und Schulhaus“ dafür ein, dass die Bürger den 1870/71 errichteten Sandsteinbau in der Ortsmitte, gegenüber der Kirche, nutzen können, etwa für einen Jugend- und Seniorentreffpunkt, Vereinsarbeit, als Besprechungsraum, Mutter- und Kind-Kreise und so weiter. Die BI orientiert sich dabei am Verein Herigar, der in Hergershausen das ehemalige Schulhaus betreibt. Eine der Optionen ist eben, dass das Schulhaus an Privat verkauft, aber im Kaufvertrag festgelegt wird, dass ein Stockwerk öffentlich genutzt werden kann. Es gibt einen Kaufinteressenten. Allerdings wurde Anfang Oktober bei der Übergabe einer Unterschriftenliste an Coutandin dafür plädiert, den Bau innerhalb des nächsten Jahres nicht zu verkaufen, so dass die Sickenhöfer die Möglichkeit haben, genauer zu sondieren, was aus dem Schulhaus werden soll.

st

Quelle: op-online.de

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