Schulhof als Bewegungsraum

Babenhausen (st) - „Welche Sport- und Bewegungsräume werden künftig für den Vereins- und Freizeitsport benötigt? Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hatte der Magistrat das „Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung“ (ikps) aus Stuttgart beauftragt, ein Sportentwicklungskonzept auszuarbeiten.

Ausgangspunkt des Projektes mit der ikps waren Überlegungen der Stadt, welche Sport- und Bewegungsräume künftig für den Vereins- und auch den Freizeitsport gebraucht werden. Im Bauausschuss stellte das ikps jetzt seine Ergebnisse vor (wir berichteten). Alle Vereine (ausgenommen Reitvereine und Schachclub), Schulen, der ASB als Träger der Kitas und die Politiker der Stadt waren dazu eingeladen, an der Studie mitzuwirken.

Wie geht es nun weiter mit dem Sportentwicklungskonzept? Um die vielen Ideen im Bericht verwirklichen zu können, hat die Verwaltung einen Vorschlag erarbeitet, der in der Stadtverordnetenversammlung am 29. März beschlossen werden soll. Darin geht es vor allem um die Setzung von Prioritäten – was soll zuerst in Angriff genommen werden, welche Projekte lassen sich schnell umsetzen, und wo müssen erst die Rahmenbedingungen geklärt werden.

Eigenständiges „Sportgremium“ bilden

Die ikps empfiehlt der Stadt, ein eigenständiges „Sportgremium“ zu bilden. Damit – als Vertretung aller Sportvereine – könnten vielfältige Synergie-Effekte erreicht werden. So könnte das Sportgremium das Management der Sportstätten übernehmen, die Kooperation der Sportvereine koordinieren und den Sport besser in der Öffentlichkeit und den politischen Gremien vertreten.

Im Bereich des Vereinssports für Kinder und Jugendliche sowie für Ältere würden sich in den nächsten Jahren gravierende Veränderungen ergeben. Kinder- und Jugendliche werden künftig immer länger nachmittags in der Schule sein und somit immer weniger am Vereinssport teilnehmen können. Vereine sollten daher Trendsportarten oder spezielle Sportevents in den Schulen anbieten, heißt eine der Empfehlungen der ikps.

Kooperation von Schule und Vereinen

Ein Plädoyer für eine Kooperation von Schule und Vereinen hielt Rainer Becker, Leiter der offenen Schule. Er sieht es als großen Gewinn für beide Seiten, wenn Vereine in die Schulen kommen, dort sogar direkt ihren Nachwuchs finden können. Die größere mögliche Vielfalt der Angebote gebe den Kindern und Jugendlichen die Chance, sich in den verschiedensten sportlichen Disziplinen auszuprobieren und „ihre“ Sportart zu finden. Auch könne das in Sport AGs geweckte Interesse für Sport manchem Jugendlichen helfen, von der Straße weg zu kommen.

Eine weitere Empfehlung des ikps war, die Schulhöfe der Schulen zu öffnen und zu Bewegungsräumen umzugestalten, die für Kinder, Jugendliche und Erwachsene offen sein sollen. Auf den Einwand, dass diese Areale besonders häufig durch Vandalismus bedroht sind, antwortete Rainer Becker, dass die Schulhöfe wegen des Ganztagesunterrichts zunehmend bis in die späten Abendstunden genutzt werden und so ganz selbstverständlich besser überwacht seien als bisher.

Ein „zentrales multifunktionales Sport- und Bewegungszentrum“

An der OSB soll im Zuge des Neubaus der Schule ein „zentrales multifunktionales Sport- und Bewegungszentrum“ für den Schul- und den Vereinssport sowie offene Bereiche für den Trend- und Freizeitsport entstehen. Das DADI-Werk signalisiert, das zu unterstützen.

Womöglich könnte die Germania ihren bisherigen Platz am Ostheimer Weg aufgeben und in dieses neue Sportareal umziehen. Allerdings müsste bei dieser Planung eine sinnvolle und transparente Aufteilung der Kosten auf den Schulträger, die Stadt und den Verein vorgenommen werden, so eine weitere Überlegung. Die über Jahrzehnte andauernde „Völkerwanderung“ von Tausenden von Schülern von der Offenen Schule zu den Sportstätten der Germania am Ostheimer Weg/Hindenburgstraße über die B 26 könnte dann endgültig der Vergangenheit angehören.

Quelle: op-online.de

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