Schulsozialarbeiter Marcel Weber

Schweigen, um zu helfen

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Vielfältig wie die Motive auf dem farbenfrohen Wandbild in der Aula der Joachim-Schumann-Schule sind die Aufgaben von Schulsozialarbeiter Marcel Weber.

Babenhausen - Beratung, Prävention und Kooperation – auf diesen drei Säulen baut die Arbeit von Marcel Weber auf. Er ist einer von drei Schulsozial- arbeitern an der Joachim- Schumann-Schule. Von Norman Körtge 

„Wir sagen nichts, wenn du es nicht möchtest.“ Und: „Wir machen nichts, was du nicht willst.“ Es sind diese beiden prägnanten Aussagen, die die zuweilen sensible und vertrauensaufbauende Arbeit von Marcel Weber mit Schülern wahrscheinlich am besten beschreiben. Zumindest einen Teil davon. Weber ist seit zwei Jahren Schulsozialarbeiter an der Joachim-Schumann-Schule. Und wie bei seinen Kolleginnen Renate Mertens und Susanne John ist die gesetzlich geschützte Schweigepflicht sein höchstes Gut. „Das unterscheidet uns auch von den Lehrern“, erklärt Weber. Diese seien nämlich dazu verpflichtet, zumindest ihren Dienstherren, also den Schulleiter, bei schwerwiegenden Problemen zu informieren.

Und es gibt immer wieder Schüler an der integrierten Gesamtschule, die einen imaginären „Rucksack mit sich herum tragen“, wie es Weber nennt. Gefüllt sein kann er mit allen möglichen Problemen. Beispielsweise Trennung der Eltern, Überforderung der Eltern in Erziehungsfragen, Suchterkrankungen der Erziehungsberechtigten, Mobbing, häusliche, schulische und sexualisierte Gewalt. „Hier können die Schüler erst einmal erzählen“, berichtet der 30-jährige Sozialpädagoge. Mit hier meint er sein Büro im sogenannten Sozialflügel der Schumann-Schule. Dort hat neben den Büros seiner Kolleginnen auch die Schulseelsorge ihren Platz. Von 8 bis 16.30 Uhr sei er in der Regel ansprechbar. Dieser große Zeitraum erleichtere wie die Schweigepflicht die Kontaktaufnahme. Es sei eine „Scharnierfunktion“, bezeichnet Weber sein Wirken. Ziel sei, die hilfesuchenden Kinder und Jugendlichen zu bestärken, weitere Hilfsangebote von Beratungsstellen aufzuzeigen oder bei Wunsch auch das gemeinsame Gespräch mit den Eltern zu suchen. Diese zeigten sich meist sehr kooperativ und dankbar. „Da kümmert sich jemand um mein Kind“, sei der Tenor.

Das Beraten, Begleiten und Unterstützen, kurzum Suchen nach Lösungen bei Problemen und Konflikten, ist aber nur ein Teil, der die Arbeitszeit Webers, der an der Kita Wichtelwald in Babenhausen zum Erzieher ausgebildet wurde, ausfüllt. Denn auch einige Projekte wie die vor Kurzem stattgefundene Job-Info-Börse oder das Ostercamp (wir berichteten jeweils) gehören zum Aufgabenspektrum. Ebenso die Klassentage in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe, für die seine Kolleginnen und Weber verantwortlich zeichnen. Als präventives und niederschwelliges Angebot bezeichnet Weber diese Tage, bei denen vor allem bei den Fünftklässlern das Zusammenfinden im Vordergrund steht – immerhin treffen in den Klassen Schüler aus diversen Kommunen und verschiedenen sozialen Milieus aufeinander. Da in der integrativen Gesamtschule Schüler mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet werden, liege ein weiterer Schwerpunkt auf dem Umgang miteinander. Gerade auch vermeintlich „stärkere Schüler“ könnten dabei ihre Empathiefähigkeit kennenlernen und ausbauen.

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Weber koordiniert außerdem das Ganztagsangebot für die Jahrgänge fünf und sechs und ist damit auch zuständig für die Kooperation mit den Babenhäuser Vereinen. Enge Kontakte bestehen etwa zu den Handballern von Rot-Weiß, den Fußballern der Germania und dem Turnverein. Exemplarisch nennt Weber ein Basketball-Training des TV. Präsenz zeigt Weber auch bei den Pausenangeboten. Utensilien aus der Jonglagekiste, Tischtennisschläger und mehr können bei ihm ausgeliehen werden.

Infos zur Schulsozialarbeit an der Joachim-Schumann und Kontaktmöglichkeiten unter www.osbabenhausen.selfhost.me. Dort gibt es auch einen Flyer zum Download.

Quelle: op-online.de

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