Babenhausen

Schumann-Schule wird neu gebaut

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Alle Pläne für eine Sanierung sind hinfällig: Die Joachim-Schumann-Schule wird neu gebaut.

Babenhausen - Die in die Jahre gekommene Joachim-Schumann-Schule (OSB) wird für 20 Millionen Euro neu gebaut. Das wurde bei einer Sitzung des Gebäudemanagement des Da-Di-Werks des Landkreises mitgeteilt. Damit sind alle Pläne für eine Sanierung hinfällig. Mit dem Bau könnte bereits im Herbst begonnen werden.

Gearbeitet wird aber nicht nur in Babenhausen: Mit der Vergabe von Architektenleistungen hat der Landkreis ein umfangreiches Sanierungs- und Bauprogramm an 16 Schulen gestartet. Wie Landrat Alfred Jakoubek mitteilt, ziehen die damit verbundenen 18 Vergaben an die Architekten Investitionen von rund 52 Millionen Euro nach sich.

Dickster Brocken der Maßnahmen ist die Joachim-Schumann-Schule, die nicht nur aus finanzieller Sicht eine Herausforderung darstellt. Laut Schuldezernent Christel Fleischmann ist der Gesamtzustand der OSB so unbefriedigend, dass ein Neubau preiswerter kommt als eine Rundum-Sanierung. Eine Komplett-Sanierung hätte etwa 24 Millionen Euro gekostet. Zwar sei der statische Zustand unbedenklich, da aber die Schule vor 40 Jahren im wahren Wortsinn auf Sand gebaut worden ist, gebe es Risse und Verschiebungen im Trägerwerk. Daher wird die Schule abgerissen und neu gebaut. Fleischmann betont, dass die Schäden keinesfalls den Unterricht beeinträchtigen geschweige denn eine Gefahr darstellen.

Es habe bereits positive Gespräche mit Babenhausens Bürgermeisterin Gabi Coutandin gegeben, um einen Grundstückstausch in unmittelbarer Nähe der Schule vorzubereiten. Der auch von der Stadt schnellstmöglich gewünschte Neubau könnte entlang der Bouxwiller Straße (dort gibt es ein unbebautes Grundstück) beziehungsweise entlang der Gersprenz entstehen. Weiterer erforderlicher Grund würde im Einvernehmen mit der Stadt flächengleich getauscht. Die Schule könnte in ihrer Ausrichtung etwas verrücken, würde aber im Wesentlichen am alten Standort bleiben. Wie Coutandin auf Anfrage sagte, wird die Stadt umgehend mit den Grundstückseigentümern sprechen. Sollte man Geld für Ankäufe ausgeben müssen, hofft man darauf, frei werdende Flächen verkaufen zu können.

Während der Bauzeit soll der Schulbetrieb nicht tangiert werden, erst wenn der Neubau fertig sei, so Fleischmann, werde die alte Schule abgerissen.

Wie Schulleiter Burkhard Vollmers sagte, wisse er erst seit knapp zwei Wochen von den Neubauplänen. Bei der Einweihung der naturwisschenschaftlichen Räume an der Bachgauschule habe der Schuldezernent von den Überlegungen gesprochen. Vollmers will die Lernanstalt natürlich als Offene Schule weiterführen. Dahinter verbirgt sich ein besonderes pädagogisches Konzept, für das auch mehr Platz gebraucht werde. Die Schule verfügt über zusätzliche Lehrerstellen, eine große Schülerzone und weiträumige Flächen. Vollmers hofft, dass das Platzangebot für die rund 1300 Schüler im Neubau nicht kleiner wird. Derzeit wird intern an einem Raumbedarfsplan gearbeitet, der noch auszufeilen ist. „Wir hoffen auf Bestandswahrung und natürlich auch auf eine Optimierung“, so Vollmers. Fleischmann habe ihm aber signalisiert, dass die Schulgemeinde bei den Planungen gehört wird.

Verworfen wurden Pläne, wonach die Schule auf dem Kasernengelände neu entstehen könnte. Weil die OSB in unmittelbarer Nähe zu den anderen Schulen liegt, zwei Turnhallen und eine Zentralmensa hat, wurden die Pläne verworfen. Es bleibt beim jetzigen Standort.

Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann betont, dass für die Maßnahmen an den Schulen bereits Planungsmittel im laufenden Jahr bereitgestellt wurden und daher unabhängig sind von den aktuellen Investitionsprogrammen des Landes und des Bundes. Sie sind Teil des aufwändigen Schulsanierungsprojekts, das letztes Jahr gestartet wurde und bis 2014 Investitionen von rund 150 Millionen Euro vorsieht. Allerdings werden einige der jetzt beschlossenen 18 Projekte in der Maßnahmeliste für die Umsetzung des Konjunkturpakets auftauchen.

Quelle: op-online.de

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