Schwimmverein ringt um Lösung

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Sonne satt und Schwimmbadaction: Die kleinen Besucher des Poolfests beim Schwimmverein Blau-Weiß ließen es sich im Becken gut gehen.

Harpertshausen - Wenn das Quecksilber auf dem Thermometer die 25-Grad-Grenze überklettert, lieben Kinder nichts mehr, als im kühlen Wasser abzutauchen. Bei der Schwimmbadparty des Schwimmvereins Blau-Weiß Harpertshausen bot sich neulich diese Chance. Von Ursula Friedrich

In und um das Becken sowie am benachbarten DRK-Heim tummelten sich Besucher und ließen es sich bei Sonne, Sport und Gastronomie für Stunden gut gehen.

Leider war das Badeerlebnis einmalig. Nun sind die Pforten am Schwimmbad wieder für die Öffentlichkeit verriegelt, das sechs mal elf Meter große Becken ist verwaist. Wer im kleinsten Babenhäuser Stadtteil Lust zum Schwimmbadbesuch verspürt, muss anderweitig ausweichen.

Grund: Die vorgeschriebene Aufsicht für den Badebetrieb und die Schwimmbadtechnik fehlen. Bislang wurde die Öffnung des Bades, das sich im Eigentum der Stadt befindet, über einen Betriebsführungsvertrag mit dem Verein geregelt. Der hatte die Kosten für die Badeaufsicht (400 Euro monatlich) ge-stemmt, technische und sanitäre Pflege der Sportstätte, gärtnerische Tätigkeiten und vieles mehr ehrenamtlich ausgeführt. Die Stadt finanzierte die etwa 7 500 Euro Unterhaltungskosten für den Betrieb per anno. Doch diese Rechnung ging nicht länger auf: Eine professionelle Badeaufsicht für diese Saison wurde nicht mehr gefunden. Auch eine zweite Aufsicht für die Schwimmbadtechnik müsste außerdem eigentlich her, so Kurschildgen. Unter den 200 Mitgliedern des Vereins – 50 Prozent davon sind Kinder – besitzt niemand genug Zeit und Qualifikation, die Aufsicht zu gewährleisten.

Droht nach der Schließung durch das Gesundheitsamt 1998 nun das neuerliche Aus? Damals war die technische Freizeiteinrichtung verriegelt, später teuer saniert und mit Hilfe der 1999 gegründeten Blau-Weißen wieder eröffnet worden.

Der Verein ringt darum, das Schwimmbadprojekt in trockene Tücher zu bringen. Ein möglicher Schlüssel zum Erfolg: Der Betriebsführungsvertrag soll dahingehend geändert werden, dass die Haftung bei Nutzung des Bades auf die Vereinsmitglieder umgelegt wird. Im Klartext: Mitglieder des Schwimmvereins könnten zu den Öffnungszeiten des Bades schwimmen – auch ohne den beaufsichtigenden Rettungsschwimmer am Beckenrand. Ein Anwalttermin steht nun an, um eine neue Vereinssatzung juristisch hieb- und stichfest zu machen.

„Es ist die einzige Sportstätte in Harpertshausen“, sagte Jörg Kurschildgen, zweiter Vorsitzender des Schwimmvereins – eine Schließung wäre sehr schade. Das 1,1 Meter tiefe Schwimmbad punktete nicht nur in sportlicher Hinsicht. Auch das gesellschaftliche Leben, das sich rund um das Becken in den vergangenen Jahren entwickelte, ist ein starkes Argument, das Schwimmbad zu erhalten.

Statt ein Ticket am Eingang zu lösen, müssten Gäste künftig ihren Mitgliedsausweis vorzeigen. Dass dies finanziell womöglich sogar eine bessere Lösung für Badnutzer ist, leuchtet bei einem Jahresbeitrag von sieben Euro pro Kind und 35 Euro für Familien ein.

Quelle: op-online.de

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